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Boston in den späten Siebzigern: Das Aufeinandertreffen zweier rivalisierender Gangs in einem leerstehenden Kaufhaus wird zu einem bitteren Kampf um Leben und Tod.
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Kritik

Während wir zu Beginn des Jahres am Beispiel von 50 Shades Darker sehen konnten, was für ein furchtbares Ergebnis die Zusammenarbeit von Eheleuten ergeben kann, zeigen uns Ben Wheatley (High-Rise) und seine Frau Amy Jump (Sightseers) mit Free Fire, dass es auch anders geht. Inspiriert von Kriminalfilmen wie Asphalt Dschungel, The Killing und French Connection und mit Martin Scorsese als ausführendem Produzenten, schaffte das Ehepaar einen spaßigen, britisch-französischen Action-Thriller mit B-Movie Charakter, der den Zuschauer – wie von Regisseur Wheatley beabsichtigt – in die Action eines modernen 70er-Jahre-Films wirft.

Dabei sieht man dem Film seine zeitliche Einordnung fast ausschließlich an der Kleidung der Beteiligten an. Denn ähnlich wie schon Tarantinos Reservoir Dogs, spielt auch Free Fire fast ausschließlich in einer Lagerhalle. In dieser Lagerhalle wollen die IRA-Männer Chris (Cillian Murphy) und Frank (Michael Smiley) dem durch ihre Bekannte Justine (Brie Larson) vermittelten Vernon (Sharlto Copley) und seinem Kumpanen Martin (Babou Ceesay) Waffen abkaufen. Die ohnehin schon sehr angespannte Situation eskaliert, als sich zwei Handlanger, der jeweils unterschiedlichen Lager, von einer Streiterei der letzten Nacht wiedererkennen. Es kommt zu einem chaotischen Schusswechsel, dessen Ausgang völlig offen ist.

Free Fire lebt zum einen von den toll choreografierten Schusswechseln und zum anderen durch die treffsicheren Dialoge. Wheatley und seine Frau haben schon in ihren vorherigen Filmen ein Talent für schwarzen Humor bewiesen. Ihr neuer Film steht Sightseers oder auch Kill List in nichts nach. Im Gegenteil, er übertrifft diese in seinen besten Momenten sogar. Dabei ist es eine perfekte Balance aus physischem Humor und dem Witz der Dialoge, der Free Fire ausmacht. Natürlich ist es aber auch dem Cast zu verdanken, dass das gute Drehbuch seine Wirkung vollends entfalten kann. Brie Larson, Sharlto Copley, Armie Hammer, Cillian Murphy und Jack Reynor sind dabei zwar immer im Fokus des Geschehens, doch wird man sich auch an Babou Ceesay, Enzo Cilenti, Sam Riley, Michael Smiley, Noah Taylor, Patrick Bergins, Tom Davis und Mark Monero erinnern, da Wheatley und seine Frau jedem der genannten tolle Momente gönnen. Keiner der Charaktere ist dabei unnütz oder austauschbar, jeder erfüllt im Film einen Zweck. Und auch wenn die Charakterzeichnung nicht die Umfassendste ist, verstehen wir sofort wer sie sind, was sie wollen und was sie bereit sind zu tun, um das zu bekommen. Das gelungene Drehbuch und der Spaßige Ton des Films prägt auch das Spiel der Darsteller. Alle sind motiviert und alle haben sichtlich Spaß an dem, was sie da treiben. Ein Gefühl, das sich unweigerlich auf den Zuschauer überträgt.

Auch Wheatleys interessante Herangehensweise an die Inszenierung des Films zahlt sich aus. Er plante den Film mit einer 3D-Darstellung der Lagerhalle in Minecraft, Storyboards und Modellen, um jede Bewegung seiner Charaktere im Vorfeld genaustens zu planen. Trotz dieser akribischen Planung jedes noch so kleinen Details, verliert der Film nie seine Authentizität. Alles was passiert wirkt für den Zuschauer logisch und er hat stets einen guten Überblick darüber, wo sich die jeweiligen Charaktere aufhalten und wo sie hin wollen. Eine Übersicht, die in einem solchen Film zwar essenziell ist, oft aber sträflich vernachlässigt wird.

Mit 90 Minuten hat Free Fire zudem die perfekte Laufzeit für das, was er ist. Er hätte keine Minute länger, aber auch keine Minute kürzer sein dürfen. Der Film nutzt die Zeit die er hat und er wird dabei – obwohl er nur aus Schuss- und Wortwechseln besteht – nie langweilig. Dem Ehepaar ist hier ein wirklich schönes Stück Genre-Kino gelungen, das wir auf dieser Art und Weise tatsächlich seit Reservoir Dogs nicht mehr im Kino bewundern durften.

Fazit

Inspiriert von bekannten Kriminalfilmen und unter Zuhilfenahme von Minecraft inszeniert Ben Wheatley mit "Free Fire" einen sehr simplen, aber unheimlich spaßigen B-Movie. Fans von schwarzem Humor – sowohl physischer als auch verbaler Art – werden hier 90 Minuten gut unterhalten.

Autor: Tobias Bangemann

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