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Danzig 1927. Der frühreife Oskar Matzerath ist zwar erst drei Jahre alt, aber dennoch ist ihm folgendes klar Das kleinbürgerliche Leben, das die Erwachsenen führen, kann und will er nicht akzeptieren. Somit hört Oskar einfach auf zu wachsen. Leidenschaftlich protestiert der anarchische Zwerg auf seiner Blechtrommel gegen fanatische Nazis und deren feige Mitläufer. Immer wieder erhebt er seine Stimme gegen die muffigen Spießer der Weimarer Republik und deren derbe Erotik. Seine Stimme ist so laut und so schrill, dass alles Glas in seiner näheren Umgebung zerspringt. Erst als nach dem Krieg eine menschlichere Zeit beginnt, beschließt Oskar wieder am Leben teilzunehmen und und beginnt weiterzuwachsen.
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Kritik

Literaturnobelpreisträger Günter Grass gehört wohl zu den einflussreichsten Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. Sein Roman „Die Blechtrommel“ ist stellvertretend für den Magischen Realismus und genießt weltweit große Anerkennung. Auch Volker Schlöndorffs gleichnamige Verfilmung steht dem Erfolg seiner Vorlage in nichts nach. Auf die goldenen Palme in Cannes folgte der Oscar für den besten fremdsprachigen Film und so genoss der Film bald internationale Aufmerksamkeit.

Sich mit dem Film auseinanderzusetzen bedeutet gleichsam sich mit deutscher Kultur und Geschichte zu beschäftigen. Primär natürlich mit der Nazi-Zeit, ihrer Entstehung gleichsam wie ihrer Folgen, sekundär jedoch auch mit dem gesamtdeutschen Gedankengut. Viele Werke nehmen sich diesem Thema an, doch kaum einem gelingt eine so feinfühlige Auseinandersetzung wie „Die Blechtrommel“. Das liegt zu großen Teilen an der perspektivischen Betrachtung des Films, so bietet die Figur des Protagonisten Oscars (David Bennent, „Legende“) die ideale Position um einen abwechslungsreichen Blick auf diese Zeit zu werfen. Allen Naturgesetzen zum Trotz beschließt der Junge fortan nicht mehr zu wachsen, geistig ist er bereits seit seiner Geburt ausgereift und so bewegt er sich stets zwischen kindlicher Naivität und erstaunlich ernster Weltanschauung.

Aus dieser einmaligen Sicht erzählt der Film fast schon episodenhaft die Stationen von Oscars bewegtem Leben. Mit seiner kleinen Blechtrommel im Schlepptau zieht es ihn stets zu gesellschaftlichen Brennpunkten, die der Film auf die gleiche hintergründige Art zeigt, wie Oscar sie wahrnimmt. Dabei schlummert in den bizarren, zum Teil gar surreal angehauchten Szenen stets eine zutiefst menschliche Wahrheit. Zwischen den humoristisch absurden Momenten dringt der dramatisch gefühlsvolle Kern bei zunehmender Laufzeit immer stärker in den Vordergrund, glich Oscars Leben zu Beginn noch einem turbulent chaotischem Jahrmarkt, so verwandelt es sich bald in ein brodelndes Schlachtfeld. Seine augenzwinkernde Art verliert der Film dabei jedoch nie.

Bei einem Vergleich mit der Vorlage fällt zunächst auf, dass Schlöndorff einige Teile nicht in seine Verfilmung aufgenommen hat. Das ist einerseits schade, verschließt er sich somit doch einem nicht geringen Teil seiner bizarren Scheinrealität. Andererseits gelingt es Schlöndorff dadurch auch seinen Film nicht komplizierter als notwendig abzufilmen und sich auf wesentliche Aspekte zu konzentrieren. Von einigen Kürzungen abgesehen trifft „Die Blechtrommel“ den Tonus seiner Vorlage nämlich ausgezeichnet und auch wenn die Verfilmung nicht ganz mit ihrer schriftlichen Vorlage mithallten kann, so handelt es sich dennoch um einen gelungenen Versuch.

Fazit

Anhand des kleinen Oscars und seiner Blechtrommel wirft der Film einen bizarren Blick auf die Nazi-Zeit und verarbeitet diese auf völlig eigensinnige Art. Zwar fehlt es der Adaption etwas an der Radikalität der Vorlage, nichtsdestotrotz gelingt es Schlöndorff dem Magischen Realismus von Günter Grass Ausdruck zu verleihen und eindrucksvoll auf die große Leinwand zu transferieren.

Autor: Dominic Hochholzer

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