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New Jersey in den 70er Jahren: Der Schwergewichtsboxer Chuck "Der Bluter" Wepner hat es weit geschafft. Als er die Chance bekommt gegen die Legende Muhammad Ali zu boxen, zögert er nicht lange. Chuck schafft es, bis zur 15. Runde auf den Beinen zu bleiben, ehe er K.O. geht - und wird anschließend von allen Seiten für seinen leidenschaftlichen Boxstil gefeiert.

Kritik

Mit seiner Underdog-Ballade Rocky konnte Sylvester Stallone, der sich zuvor auch im pornografischen Sektor äußerst, sagen wir, ungelenk versucht hat, nachhaltig (weil wegweisend) Filmgeschichte schreiben. Ein populärkultureller Mythos wurde quasi aus dem Nichts geboren, unzählige Jugendliche schrieben sich für das Boxtraining ein und Sylvester Stallone wurde über Nacht unsterblich. Woher der immense Erfolg von Rocky rührt, versteht sich indes von allein: Wir dürfen einen bodenständigen Verlierer mit Herz dabei beobachten, wie er sich bis an die Spitze durchkämpft – im Sport sowie im Privaten. Interessanter ist da schon fast die Frage, woher Stallone jene Inspiration für sein Jahrhundertwerk genommen hat? Sicherlich, im rustikalen Lokalkolorit schlagen sich persönliche Erfahrungen wieder und inhaltlich, so wurde lange Zeit gemunkelt, arbeite sich Stallone an der Lebensgeschichte von Muhammad Ali entlang. Mit Chuck – Der wahre Rocky aber werde diese Vermutung nun richtiggestellt.

Der Name Chuck Wepner ist für Verfechter des Boxsports natürlich kein unbekannter. Dass Wepner Vorbild für Rocky war, sollte allerdings nicht jedem geläufig sein. Allein aus dem Grund erweist sich die Geschichte hinter Chuck – Der wahre Rocky als eine erzählenswerte, eignet sich derlei informatives Trivia- respektive Hintergrundwissen doch auch immer aus kommerzieller Sicht, um einen nicht geringen Publikumsumfang abzugreifen. Dass dem Film des kanadischen Regisseurs Philippe Falardeau (The Good Lie) in Deutschland jedoch keine Kinoauswertung vergönnt war, lässt sich wohl auch mit dem Umstand erklären, dass das biografische Boxer-Motiv in letzter Zeit auch auf der großen Leinwand etwas zu oft bemüht wurde. Und tatsächlich ist die Nachzeichnung der Vita von Chuck Wepner, der in New Jersey durch seine Kämpfe als Schwergewichtsboxer (und beinahe Weltmeister!) zum lokalen Held aufstieg, in der hiesigen Form von Chuck – Der wahre Rocky nichts, was im Lichtspielhaus von Belang wäre.

Wenn man nämlich ganz ehrlich ist, dann fischt Philippe Falardeau in trüben Gewässern. Chuck – Der wahre Rocky ist eine Sportler-Biographie. Noch konkreter (und obligatorischer): Ein Film über den Aufstieg und Fall eines Boxers. Wer will denn so etwas noch sehen? Eine nachvollziehbare Frage, doch Chuck – Der wahre Rocky erweist sich, trotz seiner stilistischen Konventionalität, als sehenswert, überzeugt die Mischung aus Familien-Drama und Charakter-Studie doch durch seine Aufrichtigkeit im Umgang mit den involvierten Figuren. Der überzeugend von Liev Schreiber (Scream 3) gespielte Chuck Wepner darf unter der Ägide von Philippe Falardeau zu seinen (vielen) Fehlern stehen. Er darf seine größte Stärke zeigen, nämlich niemals auf die Bretter zu gehen, und er darf seine größte Schwäche beweisen: Die Abwesenheit jedes Sinns für Verhältnismäßigkeit. Anstatt den Film leben zu wollen, der auf seinem Leben basiert, muss Wepner lernen, das Leben zu leben, welches ihm geschenkt wurde. Das nicht neu, aber greifbar.

Fazit

"Chuck – Der wahre Rocky" ist eine stilistisch wenig innovative, aber inszenatorisch solide und schauspielerisch überzeugende Geschichte über einen Boxer, der erst lernen muss, wie wertvoll so mancher K.O. sein kann. In diesem Fall handelt es sich dabei um Chuck Wepner, das Vorbild zu Sylvester Stallones "Rocky". Im Endeffekt ist das alles weitreichend bekannt, aber es wird von Philippe Falardeau wertig und aufrichtig dargeboten.

Autor: Pascal Reis

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