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Callum Lynch (Michael Fassbender) ist Gefangener einer Sekte die ihn entführte und mittels neuester Gentechnologie die Leben seiner Vorfahren durchleben lassen. Dabei stößt Callum auf einen geheimnisvollen Bund der sich Die Assassinen nennt. Dieser Geheimbund existierte im Fünfzehnten Jahrhundert in Spanien doch gibt es ihn bis heute? Assassin's Creed ist der Film der gleichnamigen Videospielreihe von Ubisoft.

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Kritik

Videospielverfilmungen haben es bekanntlich nicht leicht. Nicht nur stehen sie einer äußerst kritischen Fangemeinde gegenüber, die bislang in viel zu vielen Fällen mit lauter Schund enttäuscht wurde, auch an den Kinokassen tun sich die Filme schwer. Die Folge sind dann oftmals noch knappere Budgets für kommende Projekte, oder aber auch komplette Abbrüche solcher (z.B. "Bioshock"). "Warcraft" wagte 2016 nach langer Zeit wieder als erste Adaption den Vorstoß in Richtung Großproduktion, fiel dann finanziell aber auch ganz schnell auf die Nase, zumindest zu Beginn. Gerettet wurde "Warcraft" letztendlich aber doch noch von den Chinesen, die allein für über 50% der kompletten weltweiten Einnahmen sorgten und dem Werk so doch zu Erfolg verhalfen.

Auch "Assassin's Creed" ist mit seinen Budget von geschätzt 130-200 Millionen Dollar (die Zahlen variieren je nach Quelle) ein sehr kostspieliges und auch riskantes Projekt. Ubisofts Videospielreihe, die es schon auf stolze 16 Ableger bringt, erfreut sich zwar seit Jahren einer großen Beliebtheit, bietet eine hervorragende Vorlage für spaßiges und auch visuell ansprechendes Blockbusterkino und ist mit Michael Fassbender, Marion Cotillard, Jeremy Irons und einigen weiteren Stars top besetzt, wird es im hart umkämpfen Weihnachtsgeschäft neben Filmen wie "Rogue One" vermutlich aber auch nicht einfach haben.

Inszeniert wurde "Assassin's Creed" von Justin Kurzel, der zuletzt mit "Macbeth" schon sehr ordentlich ablieferte. Dass der Mann handwerklich erfahren ist und mit reichlich Geld arbeiten durfte sind soweit erst einmal gute Nachrichten, teilweise zeigt sich das visuell auch in "Assassin's Creed", wenn auch nicht immer in voller Gänze. Die Setpieces sind tatsächlich sehr ansprechend gestaltet und auch die Animationen können sich weitestgehend sehen lassen. Gerade wenn es in die Vergangenheit, ins alte Spanien zum Ende des 15. Jahrhundert, geht, macht "Assassin's Creed" visuell einiges her. Nervig fällt dabei allerdings ein von Kurzel eingesetztes Stilmittel auf, das seine Umgebung stets in blickdichten Rauch und Nebel hüllt. Bereits in "Macbeth" tat er dies sehr oft, in "Assassin's Creed" kommt keine Vergangenheitsszene ohne die Smog-Höchststufe aus. Nun mag manch einer das als schön empfinden, was es gewissermaßen auch sicherlich ist, jedoch raubt es einem die Sicht auf die weite Landschaft, die man eigentlich bewundern möchte. Wären wir in einem Videospiel, wären wir, was die Weitsicht angeht, vermutlich irgendwo beim N64 angelangt. Der Grund für diesen übertriebenen Einsatz dürfte sicherlich das Einsparen von Kosten und Ressourcen sein, bei dem hohen Budget und den ohnehin sehr seltenen Ausflügen nach Spanien ist das jedoch nicht wirklich nachvollziehbar.

Schön sind die Reisen in die Vergangenheit aber dennoch und auch stets einzelne Highlights des Films, wobei die zweite von insgesamt dreien mit dem coolen Parkourlauf über zahlreiche Dächer dem Spiel selbst am nächsten kommt und am meisten Freude bereitet. Während sich die Games die meiste Zeit über in der Vergangenheit abspielen sollte man sich beim Film aber darüber im Klaren sein, dass sie hier nur einen Bruchteil der Zeit ausmachen, geschätzt vielleicht in etwa 30%. Die restliche Zeit über befinden wir uns nämlich in der Gegenwart, in einer Forschungsstation, in welcher die Story vorangetrieben und den Charakteren etwas Platz gegeben wird. Bevor nun jeder enttäuscht aufschreit: Der Gegenwarts-Part ist gar nicht so übel wie befürchtet und hat auf seine Weise ebenfalls einen gewissen Reiz. Wer mit den Games ein wenig  vertraut ist wird sich über eine Vielzahl an Anlehnungen erfreuen, die insgesamt doch recht dicht an der Vorlage sind, wer jedoch zum ersten Mal mit dem Universum konfrontiert wird bekommt zwar recht simples, dafür aber irgendwo doch unterhaltsames Kino vorgelegt. Zu verdanken ist das sicherlich auch den starken Darstellern, allen voran Michael Fassbender und Marion Cotillard, die ihren Charakteren einiges an Leben einhauchen und es schaffen, sie interessant zu halten. Dadurch fühlen sich die Szenen in der Gegenwart selten störend an, sondern haben durchaus ihre Daseinsberechtigung. Und da man die Reisen in die Vergangenheit geschickt auf die einzelnen Teile des Films gelegt hat stimmt insgesamt auch das Pacing.

In seinem letzten Drittel jedoch verliert sich "Assassin's Creed" in seiner immer konfuser werdenden Narrative. Als Fan der Spiele wird man das Ganze wahrscheinlich weit positiver auffassen und sich auch hier über die Nähe zur Vorlage freuen, als Außenstehender wird man jedoch etwas alleingelassen und über diverse Hintergründe nicht wirklich aufgeklärt. Nicht dass die Geschichte kompliziert sei, der Film macht sich nur nicht mehr großartig die Mühe, sie glaubhaft zu erzählen und kommt nun ein wenig plump daher. Das Finale bleibt somit leider unbefriedigend.

Fazit

Auch "Assassin's Creed" strauchelt hin und wieder an den üblichen Krankheiten einer Videospielverfilmung, macht seine Sache insgesamt aber dennoch ganz ordentlich. Das Genre erschüttern wird "Assassin's Creed" zwar nicht, Fans dürfen jedoch beruhigt aufatmen, da sie im Vergleich zu einer Reihe anderer Genrevertreter letztendlich doch besser wegkommen und sich für die erste Umsetzung ihrer Spieleserie nicht schämen brauchen. Denn trotz einiger Macken macht der Film produktionstechnisch einiges her und weiß angenehm zu unterhalten. Für die geplanten Nachfolger, sollten sie denn tatsächlich irgendwann noch kommen, darf man sich aber gern der Story stärker zuwenden.

Autor: Sebastian Stumbek

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