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Inhalt

John Form findet das perfekte Geschenk für seine schwangere Frau Mia: eine wunderschöne, sehr seltene historische Puppe in einem strahlend weißen Hochzeitskleid. Doch Mia freut sich nicht lange an Annabelle. In einer schrecklichen Nacht dringen Sektenmitglieder eines Satanskults in das Haus des Paares ein und überfallen es brutal. Doch mit dem vergossenen Blut ist das Grauen noch nicht ausgestanden. Denn die Kultgemeinde hat ein Wesen beschworen, gegen dessen Heimtücke die bisherigen Verbrechen verblassen: Durch Annabelle ergibt sich jetzt eine direkte Verbindung ins Reich der Verdammten.
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Kritik

James Wan deutete schon 2011 mit seinem Gruselstreifen “Insidious” an, dass ein gewisses Horrortalent in ihm steckt, was er eineinhalb Jahre später mit “Conjuring - Die Heimsuchung” schließlich eindrucksvoll bestätigte. Wans Werke heben sich dabei nicht einmal durch irgendwelche neuen Ideen oder gar eine komplett neue Herangehensweise an das Gruselthema vom Rest des Horrorgenres ab, sondern schaffen es schlichtweg klischeehafte und altbekannte Gruselmotive gekonnt und wirksam einzusetzen, was eine erfreuliche Wende von all dem durchschnittlichen und langweiligen Horrorkram darstellt, der den Markt, aufgrund der niedrigen Produktionskosten und der hohen Fanbase, in immer gleichen Abständen überschwemmt. In “Conjuring” war es vor allem die Puppe Annabelle, die dem Zuschauern, trotz ihres dosierten Einsatzes, einen wohligen Schauer über den Rücken jagte. Das Prequel/Spin-Off zur Puppengeschichte lässt daher gar nicht lang auf sich warten und wird, aufgrund des Titels und der Verbindung zu seinem Nachfolger/Original, viele Zuschauer ins Kino locken. Leider erweißt sich “Annabelle”, trotz ein paar guter Ideen und atmosphärischen Momenten, genau als die Durchschnitts-Horrorkost, von der sich “Conjuring” noch so gelungen abhob.

Das kündigt sich allein schon dadurch an, dass hinter “Annabelle” ein beinah komplett anderes Team steht, als hinter “Conjuring”. Regie übernimmt dieses mal “Conjuring”-Kameramann John R. Leonetti, während der Cast komplett ausgetauscht wurde und nur am Anfang kurz an die Krankenschwestern aus “Conjuring” erinnert wird. Es ist dabei gar keine große Überraschung, dass die größte Stärke von “Annabelle” die gelungene Kameraarbeit ist, die sich immer wieder durch wirksame, gut überlegte und überraschende Perspektiven auszeichnet, den Zuschauer teils fast wie in einem First-Person-Shooter am Geschehen Teil haben lässt und die Szenerie oftmals umfassend und bedrohlich einfängt. So überzeugen immer wieder nette Einfälle, die vor allem mit eben jener visuellen Inszenierung zu tun haben, wie zum Beispiel ein Tag und Nacht-Wechsel innerhalb eines flinken Kameraschwungs, oder die diversen, hochgradig hübschen Aufnahmen der Puppe Annabelle selbst.

Dennoch ist nicht unbedingt ein gutes Zeichen, wenn eine Kritik die Kameraarbeit eines Films an erster Stelle bespricht und sich zudem so lange damit aufhält. In Sachen Grusel bringt “Annabelle” nämlich leider wenig Neues und verlässt sich eher auf Gruselklischees. Gut, das tat “Conjuring” auch schon, dennoch sind die Gruselmotive, die sich aus knarrenden Schaukelstühlen, Kinderlachen und fiesem Poltern zusammensetzen, kaum wirksam eingesetzt und vermögen nur in wenigen Szenen wirklich zu gruseln. Auch das Mysterium um die eigentliche Puppe entfällt für jeden, der sich “Conjuring” angesehen hat, weil man schon genau weiß, was diese darstellt. Der Film hält sich an diesem Mysterium aber ein wenig zu lange auf und ist in seiner ersten Hälfte daher nur selten wirklich spannend. Zwar bringt “Annabelle” noch einen Teufelskult in das ganze spirituelle Geschehen hinein und ist in dieser Hinsicht immerhin etwas abgefahrener als "Conjuring", gewinnt der grundsätzlich interessanten Figur von Annabelle dabei aber kaum neue Facetten ab.

Dennoch soll diese Kritik kein Verriss des Films sein. “Annabelle” erreicht halt in fast allen Aspekten, mit denen der Film sich befasst, einen gesunden Durchschnitt, reißt nie vom Hocker, wirkt aber auch nie negativ furchtbar. Die paar überdurchschnittlichen Aspekte wie die gelungene Kameraarbeit, ein paar gute und schaurige Ideen oder eine meist dichte und klaustrophobische Atmosphäre, werden letztlich wieder durch ein faules und voraussehbares Ende und diverse lahme und forcierte Momente ausgeglichen. Die Schauspieler erledigen alle ihren Job, Annabelle (jep) Wallis ("Snow White and the Huntsman") und Ward Horton ("The Wolf of Wall Street") funktionieren gut und sympathisch als Ehepaar, aber auch hier gibt es weder wirkliche Ausreißer nach oben, als nach unten. Das Drehbuch dient als Mittel zum Zweck und fährt die typischen “Was war das” und “Ich bin nicht verrückt”-Dialoge ab, ist aber sonst immerhin nicht allzu mies geschrieben (Naja, manchmal schon: “This is crazy!” “Crazy People do crazy things, Ma'am”). Die Inszenierung ist größtenteils in Ordnung, kopiert aber in manchen Szenen  heftig bei Wans Werken "Insidious" und "Conjuring" selbst. Insgesamt kann man mit “Annabelle” also einen netten, leicht schaurigen Abend auf dem heimischen Sofa erleben, darf aber keinesfalls einen heraus stechenden oder wirklich wirksamen Vertreter des Horrorgenres erwarten. Und das ist im Vergleich mit “Conjuring”, der sich bei diesem Spin-Off ja leider omnipräsent aufdrängt, natürlich schon eine kleine Enttäuschung.

Fazit

“Annabelle” ist über weite Strecken Grusel-Standardkost, die weder wirklich überzeugen kann, noch als kompletter Reinfall zu werten ist. Regisseur John R. Leonetti serviert dem Zuschauer ein paar gelungene Ideen und eine einfallsreiche visuelle Inszenierung, schafft es aber sonst kaum sich vom Grusel-Durchschnitt abzuheben. Und mit der Wirksamkeit eines “Conjuring” hat das dann auch nur noch wenig zu tun.

Autor: Thomas Söcker

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