Inhalt
Zwei Amerikaner wachen mit an der Brust befestigten Bomben in Dakar, Senegal auf, und haben neun Stunden Zeit, um herauszufinden, warum. In dieser Zeit müssen sie auf Befehl einer mysteriösen Stimme unterschiedliche Missionen erfüllen.
Kritik
Wenn zwei Typen mit angeschnallten tickenden Bomben an der Brust aufwachen, klingt es erstmal nach einer vielversprechenden Geschichte. Richtig? Falsch! Was auf dem Papier großartig zu klingen vermag, entpuppt sich als eine Mogelpackung. Dabei kann es durchaus spannend sein, wenn die Figuren unter Androhung von explodierenden Menschen irgendwelche skurrilen oder sinnlosen Aufgaben erfüllen müssen, wie John McClane (Bruce Willis) in Stirb Langsam 3. Doch Zero tut dem Publikum nicht den Gefallen spannend oder in irgendeiner Weise unterhaltsam zu sein. Dazu fehlen dem Film ein gutes Drehbuch, eine klare Struktur und finanzielle Mittel. Was hier gezeigt wird, spielt sich auf unterirdischem Niveau ab und viel schlechter geht es nun wirklich kaum. Die Figuren laufen durch die Gegend mit einer Venom-artigen Stimme im Ohr, die von keinem geringerem als Willem Dafoe (Spider-Man) gesprochen wird, die irgendwelche Bibelzitate zitiert und sie dazu animieren will, einem Wrestler ein Handy abzunehmen, bei einer Hochzeit Trauzeugen zu spielen und andere völlig sinnbefreite Aufgaben zu erfüllen. Man hat keine Ahnung, wieso die Figuren es tun müssen und es ergibt auch am Ende keinen Sinn.
Man hat also zwei Figuren, die wie zwei minderbemittelte "Helden" durch die Gegend irren, sich ab und zu mal prügeln und irgendwelche Sachen zum Explodieren bringen, weil sie offenbar nicht das tun, was die seltsame Stimme von ihnen will. Und was dieser Typ will oder wer er überhaupt ist, bleibt für immer ein Geheimnis. Was soll denn das bitte für ein Drehbuch sein? Idealerweise sollten die Figuren ein klares Ziel verfolgen und dieses Ziel wird entweder von ihnen erreicht oder eben nicht. Was will Zero eigentlich dem Publikum sagen? Diese Frage bleibt leider unbeantwortet. Es liegt jedoch nahe, dass der Regisseur (Jean Luc Herbulot, Interstate) mit dem Film ein politisches Statement setzen wollte. Doch dieser Versuch ist auf ganzer Linie gescheitert und alle Bemühungen einen guten Film zu drehen bedauerlicherweise auch. Einfach alles an diesem Film wirkt völlig unbeholfen und das liegt nicht nur an den katastrophalen Spezialeffekten, bei denen die Opfer wie in einem bizarren Traum durch die Luft fliegen und man nun wirklich keine Spur von irgendeiner Explosion sieht. Die „schlimmen Geschehnisse“ werden auch noch von einer unaufgeregten Stimme einer Nachrichtenmoderatorin kommentiert. Nur spürt man zu keinem Zeitpunkt irgendwelche Gefahr. Es wird viel kommentiert, aber es wird absolut nichts dafür getan, dass die Gefühle in den Film transportiert werden. Man kann viel mit einer ausdruckslosen Stimme erzählen, doch wenn man es nicht schafft das Ganze zu inszenieren, dann sind die Erzählungen aus dem Off völlig sinnlos.
Weder die vereinzelten Kämpfe noch die sogenannten Verfolgungsjagden schaffen es auch nur ansatzweise, dass man irgendwelche Aufregung spürt. Dazu ist der Film zu absurd, zu lächerlich und einfach zu verwirrend. Man lernt die Figuren nicht kennen, und zwar niemanden an diesem Film und alles, was Zero einem beschert sind, 88 unfassbar langatmige Minuten, die mit lauter blödsinnigen Szenen gefüllt sind. Teilweise blendet man sogar die Gesichter von traurig in die Kamera schauenden Senegalesen ein. Das wirkt nicht einmal wie das Durchbrechen der vierten Wand, sondern wie eine Mischung aus einem Michael Jackson Video und einer Werbung, die zum Spenden aufrufen soll. Wieso tut jemand seinem Film freiwillig so etwas an? Zero macht seinem Namen wirklich eine Ehre und bleibt eine große Nullnummer. Was für ein Blödsinn und was für eine Zeitverschwendung! Es scheint fast so, als wüssten die Filmemacher selbst nicht was sie da tun, nach dem Motto „Es wird schon gut gehen.“ Leider geht es nicht gut und Zero bleibt eine riesige Enttäuschung.
Fazit
Man nehme ein schlechtes Drehbuch und versuche es irgendwie über die Bühne zu bringen, mehr schlecht als recht. Das beschreibt ziemlich genau, was der Regisseur mit "Zero" angestellt hat, dabei macht der Film seinem Namen wirklich eine Ehre, denn "Zero" ist eine Nullnummer. Es gibt keine vernünftige Story, keinen roten Faden, katastrophale Spezialeffekte, absolut keinen Spannungsaufbau und nicht einmal eine richtige Auflösung. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass dieser Film nicht nur eine Zeitverschwendung ist, sondern auch eine Beleidigung für jeden Cineasten.
Autor: Yuliya Mieland