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US-amerikanischer Horrorfilm aus dem Jahr 1998. Eine Reihe von Studenten kommt unter mysteriösen Umständen ums Leben. Die Handlung speist sich aus einer Reihe von "urban legends", also modernen Märchen und skurrilen Anekdoten, die meist mündlich oder per Mail weitergegeben werden und so einem großen Kreis von Menschen bekannt werden. Der Film hatte beachtlichen kommerziellen Erfolg.
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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Was sind düstere Legenden? Es handelt sich dabei um Märchen, welche angeblich alle einen wahren Hintergrund haben und sich durch Mundpropaganda verbreiten. Jeder kennt jemanden der jemanden kennt, dem genau das passiert ist. Beispiele hierfür finden sich selbst im modernen Alltag. Warum soll man keine Melonenkerne essen? Richtig, nachher wächst einem eine Melone im Bauch. Bestimmt hat jeder diese Geschichte schon einmal gehört und kann bestätigen, dass diese auch wahr ist. Ähnlich verhält es sich mit Kaugummis, welche man nicht runter schlucken darf, da sich sonst der Darm verschließt und man wörtlich einen beschissenen Tod hat.

Der Film „Düstere Legenden“, aus dem Jahr 1998, basiert genau auf diesen Legenden oder Schauermärchen. Allerdings werden hier nicht die allgemeinen Legenden thematisiert sondern die Horrorlegenden. Nehmen wir das Spiel „Bloody Mary“. Sage  niemals ihren Namen fünf mal vor dem Spiegel sonst segnest du das Zeitliche. Ähnliches passiert auch beim „Candyman“. Oder wer hat noch nie die Geschichte vom unbekannten Anrufer im Kinderzimmer gehört, welcher die Babysitterin terrorisiert? Richtig. Jeder kennt sie. Und auf diesen Grundlagen basiert der Film. Ein Killer tötet seine Opfer im Stil dieser Legenden. Ideen gibt es genug. Nicht nur dieses Ideenvielfalt, sondern auch der Erfolg des Erstlings führten zu zwei weiteren Fortsetzungen. „Düstere Legenden“ wurde damals sehr positiv vom Publikum aufgenommen. Nun betrachten wir ihn mal genauer und sagen euch, ob sich ein Blick lohnt, oder ob man sich lieber weiter bei regnerischen Nächten die Legenden untereinander erzählt.

Ende der 70ger, Anfang der 80ger wurde das Slashergenre deutlich durch „Halloween“ und „Freitag der 13te“ geprägt. Es folgten viele Nachahmer und meist ideenlose Fortsetzungen. Wiederbelebt oder besser gesagt Erneuert wurde das Genre dann Mitte der 90ger mit „Scream“ oder „Ich weiß was du letzten Sommer getan hast“. Es wurden unzählige Teenies in den 90gern abgeschlachtet. Schnell waren auch hier gute Ideen Mangelware. Da kam „Düstere Legenden“ gerade recht. Alleine dafür gibt es schon diverse Pluspunkte, da der Killer nicht nur wortkarg mit einer Machete, Axt oder was auch immer durch die Gänge einer Schule spaziert, sondern die Todesszenen tatsächlich etwas erfrischend neues haben.

Die Jungschauspieler sind gut gewählt und leisten gute Arbeit. Des Weiteren stimmt das Drehbuch. Nur äußerst selten machen die Protagonisten etwas dummes. Sie agieren rational und verständlich. Mit Klischees wird größtenteils aufgeräumt. Zwar gibt es die Blondine, welche sich das Kamasutra für abendliche Sportübungen ausleiht. Jedoch sehen wir sie weder in Sexszenen noch ist sie die Schulschlampe (entschuldigt den Ausdruck). Und so gibt es auch den Weiberheld, doch anders als in den Genrevertretern gelingt es ihm hier eben nicht die Frauen rumzubekommen. Die offensichtlichen Klischees werden also nicht bedient, doch beim genaueren Hinsehen finden wir die zwar nicht zwangsläufig genretypischen (kommen häufig vor sind aber nicht Standard), jedoch die altbekannten Charaktere. Das Mädchen mit der schlimmen Vergangenheit, welche Sie traumatisiert. Den Journalisten, welcher die Story seines Lebens schreiben möchte und den undurchsichtigen Lehrer, welcher scheinbar ein Geheimnis in sich trägt. Überwiegend schafft es Regisseur Jamie Blanks diese Klischees beiseite zu räumen und einen vernünftigen, teils überraschenden Film zu schaffen driftet aber immer wieder in den Standard ab.

Trotz guter Ideen, guter schauspielerischer Leitung und wenig störenden Personenklischees schafft „Düstere Legenden“ nicht den Sprung zum modernen Klassiker des Genres, wie es beispielsweise „Scream“ geschafft hat. Zu häufig driftet der Film in die Standartklischees des Slashergenres ab. Wie schon gesagt betrifft dies nicht direkt die dargestellten Personen des Filmes, sondern eher die Machart sowie die Storyline. Wie so oft wird vorerst der Falsche verdächtigt, da dieser zufällig die selbe Kleidung wie der Killer besitzt. Auch werden zwei Fremde zwangsläufig gute Partner um den Fall selbst aufzuklären weil selbstverständlich die Polizei gar nichts glaubt. Und zum Schluss redet unser Killer wieder viel zu viel und scheitert an seinem Plan, da er nicht direkt das Final Girl umbringt.

Somit bietet „Düstere Legenden“ sehr gute Ansätze durch die gutausgearbeiteten Todesszenen, ist aber nicht mutig genug, dieses Motiv auch innerhalb des Filmes zu verfolgen. Spannend ist er alle Male, jedoch wird häufig versucht einen billigen Jumpscare einzubauen, was gar nicht nötig gewesen wäre. Es scheint als wollte Blanks so sehr am Genretypus festhalten, dass er selbst nicht gesehen hat, wie gut seine Ansätze sind und somit seinen Film selbst schlechter macht als er hätte sein müssen.

Fazit

Gute Ansätze, spannende Atmosphäre und überraschend gut ausgearbeitete Todesszenen machen aus „Düstere Legenden“ einen der besseren Teenieslasher. Leider driftet er zu häufig in den Standard ab, was gar nicht nötig gewesen wäre, und verfehlt so den Sprung zum modernen Klassiker. Fans des Genres werden trotzdem ihre helle Freude haben.

Autor: Christian Kühnemann

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