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In den frühen Tagen des Zweiten Weltkriegs überquert ein internationaler Konvoi von 37 alliierten Schiffen, angeführt von Kapitän Ernest Krause (Tom Hanks) in seinem ersten Kommando über einen US-Zerstörer, den tückischen Nordatlantik, während er von Wolfsrudeln von Nazi-U-Booten verfolgt wird.

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Kritik

Bis zur Veröffentlichung war es für Greyhound eine lange und auch holprige Reise. Ursprünglich sollte der Kriegsfilm bereits im März 2019 erscheinen, wurde dann aber auf das folgende Jahr verschoben, genau in die damals nicht absehbare Corona-Krise hinein. Weitere kurzfristige Verschiebungen versprachen keine Besserung, letztendlich sprang Apple ein und kaufte für seinen hauseigenen Streaming-Dienst für geschätzt rund 70 Millionen Dollar Sony Pictures die Rechte ab. Tom Hanks (Der wunderbare Mr. Rogers) brach der gestrichene Kinostart nach eigener Aussage das Herz, immerhin spielt er in dem Film nicht nur die Hauptrolle, sondern adaptierte auch beim Verfassen des Drehbuchs den 1955 erschienenen Roman The Good Shepherd von C.S. Forester.

Der Film kommt sofort zur Sache, nach knapper Texteinblendung, die uns einen Überblick über Zeit, Ort und Truppengröße verschafft, befinden wir uns auch schon an Bord des US-Zerstörers USS Keeling, den man auch Greyhound nennt. Zeit, die Besatzung näher kennenzulernen, nimmt man sich nicht, da man es direkt mit den ersten Nazi-U-Booten der Deutschen zu tun bekommt. Einzige Identifikationsfigur ist Captain Krause (Tom Hanks), dem Hauptverantwortlichen für das Wohl der gesamten Flotte auf ihrer Reise über den Atlantik, dem wir fortan auf Schritt und Tritt folgen. Auch über ihn erfahren wir im Grunde nicht viel, außer, dass er noch recht unerfahren ist und dass zu Hause eine Frau auf ihn wartet (belangloser Kurzauftritt für Elisabeth Shue, Leaving Las Vegas), doch Hanks spielt gewohnt stark auf und schafft es dadurch trotzdem, schnell den Zuschauer an sich zu binden.

Mit seiner knappen Laufzeit von etwas über 80 Minuten ist in Greyhound einfach nicht viel Platz zur Entfaltung einzelner Figuren. Der Film konzentriert sich aufs Wesentliche, nämlich auf die Kriegshandlungen auf dem Wasser. Und das geschieht hier auf sehr intensive Weise, woran auch der eindringliche Soundtrack von Blake Neely (The Pacific) seinen Beitrag leistet. Regisseur Aaron Schneider (Get Low) beweist bei der Inszenierung seines Kriegs-Thrillers ein äußerst gutes Gespür, denn die Bedrohlichkeit der Lage und die ständige Angst vor dem unsichtbaren Feind fühlen sich sehr greifbar an. Greyhound bleibt dabei durchgehend spannungsgeladen und nervenfetzend, der Kampf gegen plötzlich auftauchende U-Boote büßt bis zum Ende nicht an Faszination ein. Und das sieht, gemessen am überschaubaren Budget von gerade einmal 50 Millionen Dollar, visuell auch durchaus ordentlich aus.

Auch eine hohe Detailverliebtheit ist dem Film anzumerken, wenn er unentwegt mit technischen Fachtermini um sich wirft. Damit werden die meisten Zuschauer zwar nicht viel anfangen können, es verhilft Greyhound aber auch zu einer gewissen Authentizität. Zudem ist ein Stück weit Zurückhaltung in der Inszenierung spürbar, die sich ebenfalls recht gut anfühlt. Zwar wird an Actioneinlagen nicht gespart, sie fühlen sich aber nicht aufgezwungen an, um den Film unnötig aufzublasen, wie es beispielsweise ein Roland Emmerich aus reinem Unterhaltungszweck tun würde. Es braucht nicht zwingend aus allen Rohren gefeuert zu werden, um den Zuschauer zu fesseln, auch ein ausschlagendes Sonar kann für Gänsehaut sorgen.

Somit schlägt sich Greyhound als Kriegs-Thriller insgesamt ziemlich gut, auch wenn es gewiss noch Verbesserungsmöglichkeiten gegeben hätte. Wie eingangs schon erwähnt, wäre mehr Charaktertiefe nicht verkehrt gewesen, indem man auch der sonstigen Besatzung ein Gesicht gegeben hätte. Oder auch dem Feind auf deutscher Seite. Dieser erhält zwar gelegentlich eine Stimme (gesprochen von Thomas Kretschmann, der die Amerikaner über Funk verhöhnt), ansonsten sind es im Film nur irgendwelche eliminierten "Krauts", die man nie zu Gesicht bekommt. Dem versucht der von Tom Hanks gespielte Kapitän zwar entgegenzusteuern, indem er sie stattdessen "Seelen" nennt, doch mehr als gut gemeint ist das leider nicht. Immerhin hält man sich mit Pomp und Pathos für Hollywoodverhältnisse noch angenehm zurück.

Fazit

Mit stärkerem Ausbau von Figuren und Handlung hätte "Greyhound" sicherlich noch kraftvoller ausfallen können, dennoch erweist sich der souverän inszenierte, bildgewaltige Kriegs-Thriller innerhalb seiner kurzen Laufzeit als höchst spannendes Schlachtspektakel auf hoher See.

Autor: Sebastian Stumbek

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