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Französische Krimikomödie um den klassischen letzten Job als Gangster, bevor Francois sich zur Ruhe setzen will. Schnell findet er sich in einem Netz aus vielschichtigen Interessen wieder und muss aufpassen, dass er nicht zu sehr in den Strudel der Kriminalität hineinrutscht, damit er seinen Schwabbelbauch am Ende des Auftrags ganz gemächlich wieder aus dem Dreck heben kann.

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Constantinos Gavras hat der Filmwelt also mindestens zwei Geschenke gemacht. 1969 den renommierten Polit-Thriller Z - Anatomie eines politischen Mordes, der bei der Oscarverleihung im folgenden Jahr doppelt nominiert war und den Preis für den besten fremdsprachigen Film gewann. Und 1981 den Sohnemann Romain Gavras. Dieser wird zwar erst mit diesem Film Die Welt Gehört Dir die Aufmerksamkeit bekommen, die ihm gebührt, doch mag die ein oder andere Seele ihn schon kennen. In mancher internationaler Munde war er beispielsweise mit dem Musikvideo zum Song Stress des französischen Electro-Duos Justice. In dem täuschend echten Video zieht eine randalierende Straßengang durch die Vororte Paris'. Die Folge: Viel Kritik und Vorwürfe der Gewaltverherrlichung. Aber scheinbar auch ein Filmdeal. Nur zwei Jahre später inszenierte er seinen ersten Langfilm (Our Day Will Come) über einen diskriminierten Rothaarigen, der schließlich zurückschlägt. Das Subgenre der Gingersploitation war geboren.

Wie in diesem Debütfilm spielt auch in Die Welt Gehört Dir der markige Franzose Vincent Cassel (Hass) mit. Doch war er im ersten Film ein knallharter Typ, der die Rache der Rothaarigen hochstachelte, ist er hier ein etwas lahmer Kerl. Gerade aus dem Knast entlassen, mit einer Brille kurz vor der Nasenspitze. Er brabbelt viel vor sich hin, meint die Welt genau verstanden zu haben und ist empfänglich für Verschwörungstheorien. Jedes Mal wenn er auf irgendwen warten muss, schaut er sich entsprechende Videos auf YouTube an. Wer sich an Robert DeNiros Rolle in Jackie Brown erinnert, der weiß, mit was für einem Schlag Mensch man es hier zu tun hat. Doch eigentlich geht es nicht um ihn, sondern um Francois (Karim Leklou, Ein Prophet), der noch ein letztes Ding drehen muss, um sich den Einstieg in ein normales kleinbürgerliches Leben (aber mit Pool!) leisten zu können.

Was Gavras aus dieser Geschichte macht ist irgendwo zwischen französischer Sommerkomödie und Scarface angesiedelt. Einerseits bevölkert von brutalsten Kriminellen und Drogendealern, andererseits mit diesem typisch schelmenhaften Humor, den die Tagline des „neuen Megahits aus Frankreich“ jedes Jahr verspricht. Was erst einmal seltsam klingt, wird das auch weiterhin tun. Doch Gavras findet eine sonderbare Schnittstelle zwischen den beiden Extremen. Mehr noch; er findet die Schwachstellen der Gangster-Ode und seichten Sommerkomödie und bügelt beide aus. Während viele Gangster-Filme den Zuschauer noch überzeugen wollten, dass nur männliche Männer die Welt an sich reißen können, sind es hier wimmernde Halbstarke. Knapp aus dem Stimmbruch raus, dafür noch mit Oberlippenflaum. Niedlich. Und wenn die Typen merken, dass ihnen die Probleme über den Kopf wachsen, dann regeln es eben kurzerhand die Mütter. Das ist eigentlich herrlich.

Wirklich interessant wird es aber dann, wenn Gavras unter der glänzenden Oberfläche seiner Gute-Laune-Komödie kackfrech wird und die versteckten, aber völlig vergammelten Schichten offenbart. Das ist oft derb und überzogen, meistens aber unglaublich witzig. Mit Karikaturen von Menschen, die irgendwo zwischen krimineller Unterwelt, ranziger Unterschicht und Versace-Bademantel zu lokalisieren sind. Also eine bipolare Gesellschaft, die von arm zu reich und reich zu arm, von sorgenvoll zu egal und vom Rassismus ins Feingefühl springt, wie es ihr beliebt. Die Figuren denken—gemäß der etablierten Gesetze des Gangster-Films—dass sie alles kaufen oder erschwindeln können, was sie so zum Leben brauchen. Wie porös aber beispielsweise gekaufte Freundschaften, bezahlte Ehre und ersteigerte Empathie sind, streut Gavras ziemlich klug in einzelnen Spitzen immer wieder zwischen die Szenen. Dann ist der Film am besten; wenn Gavras die Figuren ihrem Chaos überlässt, aber trotzdem wach genug ist, um ihre Werte zu hinterfragen.

Fazit

Mit „Die Welt gehört Dir“ hat Romain Gavras einen schmucken Streifen abgeliefert, der konsequente ohne Hänger unterhält und mit einigen feinen Momenten auch die Grübler überzeugen wird. Ansonsten steht der Regler hier stets auf Vollgas. Und so fährt dieser Film als herrlicher Mix zwischen Machogehabe, Mamas Fuchtel, Gangster-Klischees und köstlichem Humor mit einem Affenzahn auf seinen Abgrund zu. Nicht anschnallen, dann bleibt’s lustig!

Autor: Levin Günther

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