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Inhalt

Justizthriller aus dem Jahr 1985 mit Glenn Close und Jeff Bridges in den Hauptrollen. Jack Forrester wird wegen Mordes an seiner Frau angeklagt. Der Redakteur hat kein Alibi, doch von der Tatwaffe fehlt jede Spur. Obwohl seine Anwältin Teddy Barnes Zweifel an seiner Unschuld hat, beginnt sie eine Affäre mit ihrem Mandanten.

Kritik

Das Motiv schafft den Verdacht: Eigentlich scheint undenkbar, dass der allseits beliebte und höchst charmante Jack Forrester (Jeff Bridges, True Grit) seine Ehefrau bestialisch abgeschlachtet haben soll. Mehr als nur schwammige Indizien und klapprige Halb-Beweise hat Staatsanwalt Krasny (Peter Coyote, Bitter Moon) auch nicht zu bieten, für einen Generalverdacht, die vorläufige Inhaftierung und eine mediale Hexenjagd reicht es aufgrund seines Standings dennoch. Allerdings ist der durch seiner Methoden umstrittene und auf ein politisches Amt schielende Jurist auch ein Intimfeind des Chefredakteurs einer großen Tageszeitung, der durch den Tod seiner Gattin plötzlich der Alleininhaber des Imperiums und Vermögens ist, statt nur ein „Angestellter“ mit gewissen Vorzügen. Obwohl der Angeklagte nun genug Geld und Mittel zur Verfügung hat, greift er überraschend nicht auf einen verdienten Starverteidiger zurück, sondern auf eine ehemalige Mitarbeiterin von Krasny. Die inzwischen vom Straf- zum Wirtschaftsrecht gewechselte Teddy Barnes (Glenn Close, Eine verhängnisvolle Affäre), die mit ihrem ehemaligen Chef noch eine Rechnung offen hat.

Der talentierte und viel zu früh verstorbene Regisseur Richard Marquand (Die Nadel) beweist sich bei seiner vorletzten Arbeit erneut als abgeklärter A-Klasse-Jobber, der fremde Scripts adäquat in Szene zu setzen weiß. Ein unkomplizierter, schlüssiger und angenehm flott erzählter Justizthriller mit einem erstklassigen Cast. Über die aktuell kaum noch präsente Glenn Close und den unantastbaren Jeff Bridges (hier besonders schön ambivalent) muss nicht viel geredet werden, mehr über den selten erwähnten Peter Coyote als das Gesetz vertretende, trotzdem als Antagonist auserkorenes Ekel oder Robert Loggia (Scarface), das Helferlein mit konstanter Bier-Fahne und unflätigem Reflex-Vokabular. An Unterhaltungswert mangelt es Das Messer nicht, auch da die Geschichte relativ gut durchdacht ist und kaum größere Logikprobleme mit sich herum trägt, der solche Whodunnit-Gerichts-Krimis oft in die Falle gehen können. Gleichzeitig ist das leider sein einziges, dafür massives Problem: Wen will der Film hier verunsichern und was tut er dafür? Erschreckend wenig, obwohl sich dafür kein Bein ausgerissen werden müsste.

Das Messer gräbt sich seine Grube aufgrund einer zu schlüssigen Kausalitätskette. Ein unglückliches Luxusproblem. Er setzt zu sehr auf die Naivität des Zuschauers, ohne entsprechende Gegenfeuer zu legen. Es wird nicht mit absurden Twist herumgewirbelt, gelangt dadurch unabsichtlich in ein sehr vorhersehbares Fahrwasser, was die Spannung erheblich mindert und den Film rein auf die technische Qualität wie eine sehr einfach gestrickte Pointe reduziert, die eigentlich eine Enttäuschung darstellt. Als neutraler Beobachter werden einem kaum Alternativen zum Offensichtlichen vorgesetzt und wenn, dann viel zu spät und schlicht. Was der Film an oberflächlichen, theoretischen Qualitäten zu Hauf zu bieten hat, vermasselt er ungelenk im Feintuning. Nicht im dämlichen oder gar ärgerlichen Bereich, es ist nur so unnötig. Viel mehr ungeschickt.

Fazit

Hervorragend gespielter, kompetent inszenierter Gerichtskrimi mit einer guten Idee, die etwas tollpatschig verendet. Da war eindeutig mehr drin, ansprechend bleibt es allemal, wenn im Resultat sicher zu wenig.

Autor: Jacko Kunze

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