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Eine glückliche Ehe mit einer zauberhaften Frau, eine hinreißende Tochter und eine erfolgreiche Karriere als Anwalt - was kann ein Mann sich mehr wünschen? Dan weiß sein Glück zu schätzen. Doch die kurze Abwesenheit seiner Frau Beth und das Auftauchen einer sehr femininen Frau haben fatale Folgen. Die Gelegenheit ist da, die Versuchung verkörpert in der sinnlichen Alex, ist unwiderstehlich. Dan erlebt ein Wochenende voller Unbeschwertheit und Erotik. Ein Genuß ohne Reue, so glaubt er, denn die Spielregeln standen von Anfang an fest. Sein Lebensinhalt ist die Familie. Doch Alex ist nicht bereit diese Grenze zu akzeptieren. Für ihre Hingabe will sie Liebe. Für das Kind, das sie von ihm trägt, will sie den Vater. Mit Selbstmorddrohungen möchte sie Gefühle erzwingen. Er gibt ihr halbherzig und emotionslos Trost. Im Bewußtsein ihrer Demütigung sucht Alex Rache. Als sie mit ihren makaberen Anschlägen auch vor seiner Privatsphäre nicht haltmacht, spürt Dan wie sich eine unsichtbare Schlinge um seinen Hals legt ...

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Kritik

Manhattan. Die Stadt schläft noch, doch der Himmel glimmt in sanftem Rot und der Nebel der Morgendämmerung hat sich bereits um die Konturen der Urbanität geschlungen: Es wird Zeit, aufzuwachen. In dieser Eröffnung, dem ersten Eindruck, den der Zuschauer von Eine verhängnisvolle Affäre erhält, liegt die Bescheinigung für das inszenatorische Können von Adrian Lyne (9 ½ Wochen) begraben, vollbringt es der in jenen Tagen hochgradig ergebnisreiche Filmemacher doch innerhalb einer geschmeidigen Plansequenz, die visuelle Ebene des Films als ausdrucksstarkes Trägermedium zu vergegenwärtigen. Die Bilder nämlich, sie sprechen (noch) für sich und lassen den Zuschauer nur vermuten und mutmaßen, was sich wohl im Schatten der großstädtischen Abbildung befindet, im Inneren der Wolkenkratzer, Mehrfamilienhäuser und Sozialbauten, bevor sich ein Fenster öffnet und wir, als Außenstehende, Einzug in das Leben des erfolgreichen Advokaten Dan Gallagher (Michael Douglas, Ein Richter sieht rot) erhalten.

Und natürlich führt Dan, dieser immerzu geschniegelte, um Etikette bemühte Karrierist, fortwährend eingepackt in maßgeschneiderten Markenanzügen, das perfekte bürgerliche Leben: Eine geräumige Wohnung, ein volles Bankkonto, eine treusorgende Ehefrau (Anne Archer, Das Kartell), mit der er eine kleine Tochter hat. Doch die aufgeräumte Familienzelle, wie sie Eine verhängnisvolle Affäre zu Anfang noch suggerieren möchte, wird bald in ihre Einzelteile zerbrechen, fehlt Dan doch eine Sache im Leben: Ein unbeschwertes, regelmäßiges Sexleben. Seit der Geburt seiner Tochter scheint das Bett jedenfalls zuvorderst zum Schlafen genutzt zu werden. Mit dem Auftritt von Alex Forrest (Glenn Close, 101 Dalmatiner), einer aufreizenden Verlagslektorin, die Dan offenkundig mit ihren Blicken mustert, mutet seine sexuelle Durststrecke an, sich dem Ende zu nähern – sind Frau mit Kind doch ohnehin gerade aufs Land gefahren, um ihre Eltern zu besuchen.

Es ist quasi das Standardszenario, mit all seinen Voraussetzungen und Gegebenheiten, wenn das Fremdgehen von der reinen Idee zur Umsetzung reift: Das kurze Abenteuer, die Flucht aus dem Alltag, um sich an einem Wochenende ganz und gar den fleischlichen Trieben hinzugeben, ohne Verpflichtungen, ohne jedes Nachspiel. So jedenfalls hat es sich Dan in seinen von Wollust geschwängerten Gedanken ausgemalt. Da sich Eine verhängnisvolle Affäre in der Anwendung altbekannter Genre-Mechanismen größtenteils konventionell gestaltet, merkt man als Zuschauer auch lange vor dem hormonübersteuerten Dan, dass Alex sich niemals mit einem einfachen One Night Stand zufriedenstellen wird. Dass Adrian Lyne indes in Ansätzen versucht, der Pathopsychologie von Alex Halt und Form zu verschaffen, in dem er Einsicht in ihr gestörtes Seelenbefinden gewährt, sollte man ihm durchaus anrechnen, letztlich aber verstrickt sich Eine verhängnisvolle Affäre in plakativen Oberflächlichkeiten.

Ohnehin zeichnet sich Adrian Lynes inzwischen zum Klassiker avancierter Psycho-Thriller zumeist über seinen reißerischen Habitus aus. In erster Linie ist es das Frauenbild, welches sauer aufstoßen lässt, kennt Eine verhängnisvolle Affäre doch nur zwei Charaktermodelle: Die psychotische Femme fatale, die obsessiv und manipulativ um Aufmerksamkeit buhlt, und die fürsorgliche Mutterfigur, die einsteckt, obwohl sie durchaus das Recht hätte, endlich einmal aus der Haut zu fahren: Hier bemüht Eine verhängnisvolle Affäre eine äußerst rückständige Heilige-und-Hure-Dialektik. Aber genau diese simplistische Auffassung lässt sich auf den ganzen Film übertragen, sträubt sich Adrian Lyne doch grundsätzlich dagegen, seine Figuren und ihre Motivationen zu analysieren und verbleibt in großspurigen Effekten hängen: In hysterischen Gesten, in greller Soundkulisse und in müden Schuld-und-Sühne-Gemeinplätzen. Es sind letztlich die formidablen Performances von Michael Douglas und Glenn Close, die eine Sichtung gerechtfertigten könnten.

Fazit

Ansatzweise scheint "Eine verhängnisvolle Affäre" Interesse daran zu haben, seinen Figuren ein ordentliches Psychogramm anzufertigen, allerdings verbleibt Adrian Lyne in seinem mehrfach Oscar-nominierten Psycho-Thriller augenscheinlich viel zu gerne in plakativen Gesten und reißerischen Effekten hängen. Wenn man sich den Film anschauen möchte, dann höchstens aufgrund seiner starken Hauptdarsteller. 

Autor: Pascal Reis

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