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Eine britische Metropole in der nahen Zukunft: In der Neujahrsnacht detoniert in einem Nachtclub eine Bombe und tötet 236 Menschen. Durch die gewaltige Explosion wird ein geheimes ABC-Waffenarsenal der British Army unter der Stadt freigelegt. Um unangenehme Fragen zu vermeiden, wird in der Folgezeit im Radius von acht Kilometern eine Quarantäne-Zone um die Unglücksstelle errichtet und die dort lebenden Menschen evakuiert. Doch was ist wirklich passiert? Nach der Explosion glaubt Foto-Journalistin Jennifer Preston an ihren Mitbürgern ein merkwürdiges Verhalten zu beobachten. Seltsame Todesfälle häufen sich und über all dem schwebt die Frage, was die Regierung mit diesen Vorgängen zu tun haben könnte?

Kritik

„Residue“ hat sich sang- und klanglos und ohne große Ankündigung im April 2015 ins amerikanische Netflix-Programm geschlichen. Dabei hat man mit Natalie Tena und Iwan Rheon zwei mehr oder weniger bekannte Gesichter aus „Game of Thrones“ am Start, und auch die Optik kann sich wirklich sehen lassen. Fans von guten Mystery-Geschichten dürfen ebenfalls aufhorchen. Ein bisschen nachforschen ergibt allerdings, dass die Serie, die nur drei Episoden mit insgesamt 135 Minuten Laufzeit hat, zunächst als Film verkauft wurde, bevor jemand entschied ein paar zusätzliche Szenen zu drehen und die Angelegenheit in drei Teile zu zerlegen. Im Angesicht der stylischen Opening Credits vielleicht gar keine so schlechte Idee.

Am Anfang fällt es dann auch sehr leicht, sich auf diese Welt einzulassen. Die namenlose Stadt (vermutlich soll es sich um London handeln, gefilmt wurde in Leeds) bietet genug geheimnisvolle Ecken und Figuren um spannend zu bleiben. Dazu gesellt sich genau die richtige Dosis an Verschwörungstheorien. Wer steckt hinter den Anschlägen, was genau hat es mit den Flecken an der Wand zu tun, und so ganz generell: was zur Hölle ist eigentlich hier los? Die beiden Hauptfiguren sind ebenfalls überzeugend. Iwan Rheon darf parallel zu seinen Exzessen als Ramsay Bolton in „Game of Thrones“ hier mal sympathisch sein, und Natalia Tena meistert den Grat zwischen nerviger Penetranz und sympathisch-neugieriger Fotografin ebenfalls sehr gut. Nach und nach tauchen weitere Figuren auf, diese sind aber größtenteils leider leere Hüllen, randvoll gepackt mit altbackenen Stereotypen. Hier wäre mehr Engagement seitens des Drehbuches wünschenswert gewesen.

Doch der Mangel an Charaktervielfalt wird durch die Optik wettgemacht. Was Alex Garcia Lopez hier abliefert ist fantastisch. Vorsichtig bewegt er die Kamera durch die Räume, und es gelingen ihm ein paar wirklich gruselige Einstellungen. Brachiale Gewalt wechselt sich mit nagender Ungewissheit und ruhigen Retrospektiven ab. Und dies alles vor einer wundervollen, in Neonfarben getränkten Kulisse. Der treibende, pulsierende Soundtrack tut sein Übrigens, und so entsteht eine wirklich dichte Atmosphäre, die den Zuschauer über weite Strecken im Alleingang bei Laune zu halten vermag. Erst am Ende stellt sich dann Frust ein, denn Antworten gibt es keine, und am Ende sind die drei Episoden nicht mehr als ein langer Pilot für eine Serie, die bisher nicht fortgesetzt wurde.  

Fazit

"Residue" liefert eine gute Portion Mystery und solide Darsteller, und natürlich eine großartige Optik zumindest für alle, die sich am "Blade Runner" Stil noch nicht sattgesehen haben. Auch die Darsteller sind in Ordnung, allerdings werden sie vom Drehbuch das eine oder andere Mal heftig im Stich gelassen. Wer aber am Ende Antworten sucht, der ist hier gänzlich falsch. So sind die drei Episoden zwar schnell geschaut und der Ausflug in die geheimnisvolle, verlassene Stadt ist an sich schon belohnend, aber so richtig vom Hocker reisst das Alles dann doch nicht.

Autor: Sandra Scholz

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