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Kristy, Ben und Liz. Mit vollen Rucksäcken, viel Enthusiasmus und einem halbwegs fahrtüchtigen Ford Kombi starten sie in den Urlaub ihres Lebens: drei Wochen Outback-Tour im Wolf Creek Nationalpark. Der beginnt mit Sommerhitze, Abenteuer und Romantik, bis eines abends das Auto nicht mehr anspringt. Die drei richten sich schon für eine dunkle Nacht ein, als Mick auftaucht. Der schrullige Mann bietet an, sie mit seinem Truck abzuschleppen und am nächsten Tag ihr Auto zu reparieren. Doch bei Sonnenaufgang wird klar, dass Mick sie nicht gehen lassen will. Niemals wieder.
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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Greg McLean („Rogue – Im falschen Revier“) nimmt bei seinem Spielfilmdebüt einen langen Anlauf, anstatt (wie z.B. bei seiner im letzten Jahr erschienenen Fortsetzung „Wolf Creek 2“) gleich ordentlich auf die Pauke zu hauen. Fast die Hälfte seiner 95 Minuten verwendet er für eine ausgiebige Exposition, in der wir zunächst die drei Protagonisten bei ihrer Tour durch das atemberaubend eingefangene Outback begleiten. Ungeduldige Gemüter könnten irgendwann nervös werden oder schon entnervt mit der Vorspultaste spielen, dabei ist es genau diese damit bewusst erzeugte Stimmung, die den noch folgenden, unbarmherzigen Überlebenskampf erst in das rechte Licht rückt, so immens effektiv gestaltet. Wo heute gefühlt jeder zweite Genrefilm mit hektischem Found Footage krampfhaft ein realistisches Bedrohungsszenario kreieren möchte (was oft gerade durch das unglaubwürdige Stilmittel NICHT funktioniert), schafft dies Greg McLean auf die „herkömmliche“, wahrhaft talentierte Weise. Er schildert ein Szenario, dass völlig normal erscheint, manchmal sogar so ruhig und fast banal, dass sich ein ganz ungutes Gefühl einstellt: Das könnte jedem (also auch dir!) passieren, jederzeit (naja, also im Australienurlaub sollte man schon sein, aber dann…). Man ist ganz dicht dran und langsam, aber sicher auch ganz dicht drin, die ansonsten nicht genauer skizzierten Figuren scheinen einem plötzlich deutlich mehr zu interessieren als vergleichbare Bauernopfer, die sonst zum Sterben durch das Hinterland gescheucht werden. Vor allem aber verwendet der Regisseur sein Heimatland nicht nur als Kulisse, er inszeniert das Outback als Star des Films und nutzt seine Bilder, um dies zu unterstreichen.

Hinter dieser trügerischen Schönheit, der traumhaften Flora und Fauna, den schier unbegrenzten Weiten lauert eine bald unsichtbare Gefahr. Hier draußen bist du frei, kannst tun und lassen was du willst, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen. Hier bist du aber auch allein, wenn es hart auf hart kommt. Abgeschnitten von der Zivilisation. Beute für das Raubtier. In den ersten Minuten, wenn praktisch noch nichts Bedrohliches geschieht, erzeugt McLean dennoch bereits dieses unbehagliche Gefühl, dass durch seine Bilder transportiert wird. Und sie versprechen nicht zu viel. Sobald das Trio auf Mick Taylor (großartig: John Jarratt, „Django Unchained“) trifft, ist es endgültig vorbei mit Urlaubsstimmung. Was nun folgt, ist pures, gnadenloses Terrorkino, unfassbar bösartig und stringent. Zugegeben, die Story und der Ablauf von „Wolf Creek“ könnte kaum schlichter sein, damit gewinnt man keinen Innovations-Preis, das hat der Film auch gar nicht nötig. Wenn jemand die Zügel so straff wie McLean hier in der Hand hält und die Gäulen nach dem gemächlichen Trab plötzlich in den Galopp treibt. Drei kleine Schweinchen und der böse, böse Wolf, mehr braucht es manchmal nicht. Die Panik der bemitleidenswerten Opfer ist spürbar, die Skrupellosigkeit und Kompromisslosigkeit ihres Peinigers furchteinflößend und erschreckend. Die wenigen, dafür heftigen und effizient verwendeten Gewalteruptionen bohren sich wie ein Jagdmesser ins Rückenmark. Nun ist die vorher akribisch dargestellte Landschaft endgültig zu dem geworden, als was sie vorher angedeutet wurde: Ein Gefängnis ohne Mauern und Zäune, nur unendliche Steppe. Die Sonne verdunkelt sich und Schreie von Schmerz und Verzweiflung verhallen unbeachtet. „Wolf Creek“, ein ganz einfacher, ein erstklassiger Genrefilm.

Fazit

In der Ruhe liegt die Furcht. „Wolf Creek“ zieht sein Netz langsam zusammen, um sich als roher, beinharter Terror-Akt zu entladen, bei dessen Direktheit einem kurzzeitig die Spucke wegbleibt. Zynisch, hoffnungslos und brutal. Ohne Schnickschnack stampft Greg McLean raubeiniges Horror-Kino aus dem Boden, erstklassig bebildert und auf das Wesentliche beschränkt, dafür bitterböse auf den Punkt gebracht.

Autor: Jacko Kunze

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