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Inhalt

Während sie mit ihrer Familie auf einem Ausflug unterwegs ist, wird die 17-jährige Mia plötzlich aus ihrem Körper gerissen. Sie muss mitansehen, wie ihre Eltern bei einem Unfall getötet und sie und ihr kleiner Bruder schwer verletzt werden. Während sie im Koma liegt, erinnert sich Mia an bedeutsame Ereignisse und Menschen in ihrem Leben.
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Kritik

Im letzten Jahr war esJosh Boone mit „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“, der uns schon einen leisen Fingerzeig dahingehend offeriert, dass sich die beinahe monatlich anlaufenden Young-Adult-Dystopien vielleicht bald einer neuen Konkurrenz auseinandersetzen müssen. Nicht mehr der Kampf gegen totalitäre Regime von taffen Bogenschützinnen, sondern der Kampf gegen eine ganz und gar irdische Krankheit ist angesagt. In „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ war es Krebs, der Protagonistin Hazel Grace (gespielt von Shailene Woodley) die Lebenskraft, aber nicht die Lebensfreude entzog. Ein unreflektiertes, auf Massenkompatibilität zugeschnittenes Unterfangen, welches nun mit „Wenn ich bleibe“ epigonal fortgesetzt werden durfte. Basierend auf dem gleichnamigen Roman von Gayle Forman werden wir in „Wenn ich bleibe“ Zeuge, wieChloe Grace Moretz („Kick-Ass“) nach einem Autounfall in einer Zwischendimension schwebend die folgenschwere Entscheidung treffen muss, ob sie zurück ins Reich der Lebenden kehren oder doch in das helle Licht schreiten soll.

In dieser Prämisse verbirgt sich selbstredend ein philosophische Diskurs; eine Reflexion über das Leben, die inhärenten Vorzüge, aber auch die zermürbenden Veränderungen im Laufe der Zeit und des Schicksal, und dem Tod, den womögliche Enden respektive der befreienden Erlösung. „Wenn ich bleibe“ jedoch ist für eine doch sehr unreife Zielgruppe angefertigt, was gleichwohl bedeutet, dass fortwährend der kleinste gemeinsame Nenner gesucht wird, anstatt seinem – realisierbaren – Tiefgang Aufmerksamkeit zu spendieren. Bevor der große Knackpunkt der Geschichte auf den Zuschauer einbricht, müssen stupide Rollenmodelle aufgezogen werden: Chloe Grace Moretz, die ja durchaus talentiert ist, sich zuletzt aber auch mal dem größten Schwachsinn geschlagen gegeben hat, müht sich sichtlich damit ab, ihrer Figur, Mia Hall, als scheues Reh greifbar zu machen, die vom Highschool-Beau Adam (Jamie Blackley) langsam aus ihrer metaphysischen Schutzblase gerückt wird. Passenderweise sind beide musikbegeistert, wenngleich in konträrer Auffassung: Mia ist Cellistin, Adam Punkrocker.

Aber Gegensätze ziehen sich ja bekanntlich an. Und wurden erst mal die ersten zarten Küsschen verteilt, splittet „Wenn ich bleibe“ die Narration dann auch über zwei Ebenen auf: Vor und nach dem Unfall, freilich sklavisch dem manipulativen Kalkül verfangen, den Zuschauer unbedingt um dem Zustand Mias bangen zu lassen, die alles aus und anhand ihrer außerkörperlichen Erfahrung kommentiert. Überbelichtet und in zarten Pastellfarben gezeichnet, ist „Wenn ich bleibe“ genau der christlich-verbrämte Tränenzieher, den man auch zu erwarten hat: Schwelgerischer Indie-Pop und eine tumbe „Lebe den Augenblick!“-Botschaft treffen vor allem beim amerikanischen Bible Belt ins Schwarze, fällt Mia ihren Beschluss schließend erst im Angesicht des strahlenden Licht Gottes. Wer einen Faible für vom Kitsch marmorierte Young-Adult-Mimosen hat, die nicht daran interessant scheinen, ihre Geschichte sauber von A nach B zu entwickeln, sondern vor allem versuchen, den Zuschauer nach Strich und Faden einzulullen, der mag bei „Wenn ich bleibe“ ins Schluchzen geraten, der Rest legt die Stirn genervt in Falten.

Fazit

Reinrassiger Tränenzieher in der larmoyanten Tradition eines „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“. Ein theoretisch interessantes Fundament wird für das billige Spiel auf der Manipulationsklaviatur instrumentalisiert und am Ende triumphiert der weltfremde Kitsch. Angestrengt gespielt ist das Ganze dazu auch noch. Nicht zu empfehlen für alle, die die Pubertät schon hinter sich gelassen haben.

Autor: Pascal Reis

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