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Inhalt

Nachdem Monate vergangen sind, ohne dass der Mörder ihrer Tochter ermittelt wurde, lässt Mildred Hayes drei Plakatwände an der Einfahrt ihrer Heimatstadt Ebbing mit anklagenden Worten  an den örtlichen Polizeichef Bill Willoughby aufstellen. Sie erwirkt bei den Ordnungshütern tatsächlich neuen Tatendrang, allerdings nicht in der erhofften Weise. Als sich der brutale Officer Dixon, ein Muttersöhnchen mit Minderwertigkeitskomplex, einmischt, verschärft sich der Konflikt in dem verschlafenen Städtchens noch weiter.

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Kritik

Der Ort, den Martin McDonagh in den sperrigen Titel seiner spröden Komödie setzt, ist ein fiktiver. Die Bewohner des friedlich anmutenden Schauplatzes hingegen sind bestechend authentisch. Nur am Rande der eigenwilligen Kollision von Provinzkrimi und Sittenbild begradigt der Regisseur und Drehbuchautor die Kanten jener Protagonisten, denen der Zorn der rauen Hauptfigur gilt. Die finster entschlossene Mildred Hayes (Frances McDormand) ist in Erscheinung und Wesen das Kontrastbild der Klischees, die weiblichen Leinwandfiguren anhaften. Sieben Monate nach dem unaufgeklärten Mord an ihrer jugendlichen Tochter mietet die von Schmerz und Vergeltungsdrang gequälte Mutter drei alte Reklametafeln. Auf jeder stehen knappe Worte, die zusammengefasst die Inkompetenz des örtlichen Polizeibüros aufzeigen. 

Doch die zwischen sarkastischem Humor und drastischen Gewaltausbrüchen pendelnde Story ist nicht die einer rechtschaffenen Einzelkämpferin gegen ein korruptes System. Sheriff Willoughby (Woody Harrelson), den die Textschilder namentlich ansprechen, ist der einzige ansatzweise fähige Gesetzesvertreter vor Ort. Das Gegenteil gilt für seinen aggressiven Zögling Officer Dixon (Sam Rockwell), dessen beschränkter Verstand Rassismus und Bigotterie noch weiter blockieren. Die Fehde zwischen dem kleingeistigen Cop und der zähen Anklägerin wird zum Dynamo, der beide über Grenzen treibt. Ihr Duell ist umso spannender, da jede Kollision die Gemeinsamkeiten der Antagonisten deutlicher betont. Zwar kulminiert das mitunter ins Plakative, untermauert aber die psychologische Differenziertheit der von durchweg exzellenten Darstellern getragenen Handlung. 

Letzte spielt gekonnt mit den Konventionen der Genres, zwischen denen sich die schwarzhumorige Geschichte bewegt. Wenn der Verlauf der Ereignisse vorhersehbar scheint, macht der Plot im letzten Moment einen Schlenker. Das emotionale Zentrum bleibt Hayes, die mit ihrer brüsken Art nahe an der Grenze zur Antiheldin steht. Ihre berechtigte Wut sitzt so festgefressen wie Dixons willkürliche Rage. Beide müssen loslassen, wenn sie nicht an ihrem Hass zugrunde gehen wollen. Dennoch ist es letztendlich Hayes Unerbittlichkeit, die erst Stein des Anstoßes und dann praktischer Anstoß einer Reihe einschneidender Veränderungen wird. Ein Wandel, der den allegorischen Handlungsort aus seiner festgefahrenen Denkschiene wirft und dies beim Kinopublikum zumindest versucht.

Fazit

Mit stilistischen Anleihen an Neo-Western, Thriller und Kleinstadtsatire eröffnet die pechschwarze Komödie einen scharfsichtigen Blick auf die schwelende Gewalt hinter harmlosen Provinzfassaden. Frances McDormand steht an der Spitze eines starken Ensembles, dass die vielschichtigen Figuren und ihre Beziehungen fesselnder macht als das Verbrechen – dessen Sühnung mit einer zynischen Pointe aufwartet.

Autor: Lida Bach

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