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Lieutenant "Lefty" Enright (Dennis Hopper) sucht seit den schrecklichen Ereignissen damals diejenigen, die die Kinder seines Bruders auf dem Gewissen haben. Eine DJane namens Vantia "Stretch" Block wird schliesslich durch einen beängstigenden Anruf Zeuge, wie zwei Jugendliche in ihrem Auto verunglücken, nachdem sie von Unbekannten verfolgt und mit einer Kettensäge angegriffen wurden. Lieutenant Enright übernimmt den Fall und hat einen bösen Verdacht, als er die Spuren der Kettensäge auf dem Autowrack entdeckt.

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Kritik

Es war anno dazumal, als ein junger Mann namens Tobe Hopper irgendwo im Nirgendwo einen Film drehte, der gerade einmal 300.000 Dollar kostete und den klangvollen, säuselnden Titel Texas Chainsaw Massacre trug. Niemand wollte den Film vertreiben, vielerorts war er verboten. Verkannt, versteckt, vergoldet. Rückblickend ist das Werk eines der einflussreichsten Filme des Horrorgenres geworden und gilt als Standardwerk des Terrorkinos. Es dauerte länger als ein Jahrzehnt, aber Hooper beschloss schließlich eine Fortsetzung zu drehen. Als Parodie auf den ersten Teil geplant (und in gewissermaßen auch verwirklicht) ist der zweite Teil kein Film, der sich so leicht lesen lässt, wie sein Vorgänger. Dabei übernimmt die Fortsetzung viele Zeilen, Antworten und Fragen des ersten Teils.

Allerdings codiert Hooper (hier im Gespann mit Dennis Hopper, Apocalypse Now) diesen Film etwas anders. Ein überlanger und dramatischer Text dient als Einführung. Das letzte Bild des 1. Teils ist der berühmte Tanz von Leatherface und seiner besseren Hälfte der Kettensäge. Das erste Bild des 2. Teils hingegen ist ein lächerlicher Jugendlicher, der mit seinem Revolver in der Hand zappelt. Die beiden selbsternannten coolen Typen, zwei augenscheinliche Vakuum-Idioten, die Alkohol im Blut und Nichts im Kopf zu haben scheinen. Im ersten Teil gab es die Einsamkeit der Prärie, die eine zusätzliche Gefahr war. Dort, wo die Jugendlichen sich verirrt hatten, gab es weit und breit nichts. Hier allerdings ist die Infrastruktur fortgeschrittener; es gibt Radiosender, vielbefahrene Straßen. Doch hilft das den beiden leider nicht viel weiter.

Denn der Kapitalismus, der im ersten Teil zeigte, was er mit den Vergessenen anstellt, wird hier auf eine ähnliche Weise ausgeweidet. War der erste Teil im Post-Kapitalismus anzusiedeln, sind wir hier wieder mittendrin. Die Aussage bleibt gleich: Während Lefty den Spielplatz der Hölle aufräumt - wo aus dem Körper des Menschen und all seinen Innereien Kapital geschlagen wir, wartet Stretch beim Schlachter auf Rettung. Leatherface zieht einem Körper neben ihr die Haut ab. Er und sein Bruder Chop Top, degeneriert, inzestuös, mit dicker Amerika-Flagge auf dem Pickup-Truck. Oh say can you see by the dawn’s early light. Gott segne die Vereinigten Staaten. Gut für Stretch; Gott ist unterwegs und seine Kettensäge ist lang und laut. Er ist unterwegs in den Abgründen der Hölle, dort, wo keine Politik, kein Recht und keine Moral ankommt.

„Ganoven zahlen keine Steuern. Politiker zahlen keine Steuern. Filmstars zahlen keine Steuern. Nur der kleine Mann, der zu nichts kommt.“

Steuergelder, die in ein anderes Land fließen. Für Lefty ist es der Spielplatz der Hölle, für Chop-Top ist es Vietnamland. Ein Ort ohne Regeln, mit Ecken und Winkeln, in denen alles noch grausamer sein könnte, als man es sich ausdenken möchte. Ein Ort ohne Benimm oder Menschlichkeit, gar ohne biologischen Hintergrund. Die Großeltern von Leatherface sind dermaßen betagt, dass der Ort eher wie eine fehlgeleitete Schokoladenfabrik wirkt. In den Figuren der Kannibalen schließlich liegt auch der absurde Humor, den Hooper einfließen lässt. Hier überzieht er den Horrorfilm völlig, er belustigt sich über ihn, nutzt seine Mechanismen, seine Regeln und Ambitionen und drischt sie außer Form.

Das reicht von den Figuren über die Musik, den Schriftzügen und eigentlich bis zur ganzen Geschichte, die gespickt ist von Chili-Wettbewerben, nützlichen Kochtipps („In eine ordentliche Gallentarine gehört Majoran!“) und vor allem einer großartigen Demaskierung der Männlichkeit. Leatherface überfällt eine örtliche Radiostation und attackiert Stretch, die dortige Moderatorin. Diese hockt breitbeinig über einer Eistruhe, in der Bier gekühlt wird. Leatherface, mit seiner Schnörkelkrawatte, sägt in das Eis. Statt mit Blut wird Stretch mit Bier bespritzt. Er sägt in das Eis und penetriert sie quasi mit seiner überlangen Säge, sodass auch Stretch ihn triezt, bis er quasi kommt und mit seiner Phallus-Kettensäge in eine blinde Zerstörungswut verfällt. Er zerlegt das ganze Zimmer und rutscht ins pubertäre Luftbumsen. Noch Fragen?

Fazit

Mit „Texas Chainsaw Massacre - Teil 2“ hat Tobe Hooper einen riskanten Film gedreht. Der Humor, die abermals maßlose Gewalt, die Tom Savini-geschuldeten Gore-Effekte, alles könnte ins Auge gehen, wenn es eben nicht so übersteuert wäre. Hat man als Zuschauer einmal den Schlüssel zur Ironie des Regisseurs gefunden, gleicht der Rest einem Feste. Ein derb-humorvoller Blick auf die Lage des Mannes. Da kann man abwinken, muss sich aber wohl eingestehen, dass der Film auch nach über 30 Jahren noch irgendwie aktuell ist. Die Kannibalen-Familie ist zu einer Delikatessen-Dynastie geworden. Der amerikanische Traum lebt.

Autor: Levin Günther

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