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Diners, Tankstellen, Motels. Zwischen den Orten ziehen am Autofenster Wälder und Weite vorbei, Tag wird zur Nacht. In dem Psychothriller THE STRANGE ONES sind zwei geheimnisvolle Geschwister unterwegs durch das fast mythische amerikanische Niemandsland. Es ist zu spüren: Dieser Roadtrip, den wir durch die Augen des jüngeren Bruders miterleben, muss mehr sein als ein einfacher Ausflug. Eine Flucht, ein Rachefeldzug, eine Rettung? Wir wissen es vorerst nicht, stecken aber gleich mittendrin im erd- und laubfarbenen Dickicht des Films, der schnell einen düsteren Sog entfesselt. Schleichend weicht die Monotonie der Reise einer existenziellen Beklemmung – und bald einer leisen Ahnung von Terror. Neo-Americana eiskalt serviert.

Kritik

The Strange Ones ist ein Film, der so wenig tut und dennoch viel erreicht. Das Spielfilmdebut des Regieduos Lauren Wolkstein und Christopher Radcliffe etabliert zu Beginn eine Atmosphäre, die in ihrer sanften Träge und Bewunderung für die Natur an die Filme von Altmeister Terrence Malick erinnert. Diese Milde bildet das Fundament des Films und zieht sich durch die ganzen 81 Minuten. Mit einer achronologischen Erzählweise öffnet sich The Strange Ones in gefühlt regelmäßigen Intervallen und lässt ein weiteres Puzzleteil fallen, mit dem das Publikum die gesamte Geschichte für sich selbst zusammenbastelt.

Erstaunlich ist, wie Wolkstein und Radcliffe es schaffen mit jeder Minienthüllung den Film zu etwas völlig neuem zu verformen, sodass bis zur großen Enthüllung am Ende The Strange Ones immer mit neuen Wendungen überrascht ... nur kommt diese große Enthüllung am Ende aber nie. Das muss man diesem Film schon lassen, nie bekommt man das Gefühl, dass Wolkstein und Radcliffe sich genötigt sehen, dem Publikum Dinge zu erklären. Sie scheinen sich in dem Wissen wohlzufühlen, dass einige (oder viele) Zuschauer ihren Film womöglich nicht verstehen werden. Alle Teile des Puzzles sind aber hier zu finden und das Puzzlen selbst macht—mehr als die eigentliche Geschichte—den Reiz von The Strange Ones aus. Daher ist es durchaus verständlich, wenn man dem Film vorwerfen möchte, dass er langsam, nichtssagend und langweilig sei; das ist er in gewissem Licht definitiv.

Hier lebt The Strange Ones zu einem riesigen Teil von den Performances seiner Darsteller, wobei der jugendliche James Freedson-Jackson (Cop Car) eine Glanzleistung abliefert und mit einer nuancierten Tiefe beeindruckt, die man in Darstellern seines Alters nicht so oft sieht.

Fazit

"The Strange Ones ist kein einfacher Film, bei dem man oft das Gefühl nicht los wird, dass es sich die Informationen ständig aus der Nase ziehen lässt. Ist man aber gewillt sich dem Film zu öffnen, entpuppt sich "The Strange Ones als ein Puzzle, das sich mit jedem Teil wendet und dreht, wobei die sanfte, fast schon verstörend-stille Atmosphäre der Geschichte eine hypnotische Anziehungskraft verleiht, der man sich kaum entziehen kann.

Autor: Kadir Güngör

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