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Bei seinem letzten Undercovereinsatz als FBI-Special-Agent läuft es schlecht für Frank Castle, denn versehentlich wird ein junger Mann dabei getötet. Leider handelt es sich dabei um den Sohn des wohlhabenden Howard Saint, der dem Verantwortlichen daraufhin Rache schwört, denn hinter Saints Fassade lauert ein Magnat des Verbrechens. Dem beauftragten Killertrupp fällt dann auch Castles komplette Familie zum Opfer, er selbst überlebt schwer verletzt. Von dem Wunsch nach Vergeltung getrieben und mit schwerer Artillerie bewaffnet nimmt er die Tarnexistenz des "Punisher" an und beginnt, die Verantwortlichen aufzuspüren und auszulöschen, während er sich um als Mensch schwertut, in menschliche Gesellschaft wieder hineinzuwachsen...
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Kritik

Anders als „Spider-Man“, „The Avenger's“ oder auch die „Guardians of the Galaxy“, die inzwischen auch in Deutschland höchste Anerkennung genießen, was natürlich auf die deutlichen Kinoerfolge zurückzuführen ist, verfügt das Marvel-Universum simultan über Figuren, die ihre Egos nicht bei jeder Gelegenheit im Jubel der Massen baden, sondern ihr Dasein im Schatten ihrer populären Kollegen fristen. Der stetig in rigoroser Coolness verharrende Vampirjäger Daywalker, den wir schon in der „Blade“-Trilogie mit Wesley Snipes kennengelernt haben, gehört zum Beispiel dazu, sind seine Streifzüge durch die Nachtwelt in ihrer Brutalität doch nicht gerade für alle Altersgruppen zulässig. Ebenso ergeht es auch Frank Castle, der seinen ersten Auftritt in Mark Goldblatts „The Punisher“ zu verzeichnen hat: Im Jahre 1989 war es noch der schwedische Hüne Dolph Lundgren, der die Körper seiner Gegenspieler mit jeder Menge Blei vollpumpte. Dass die „The Punisher“-Comics sich aber nicht nur durch ihre Gewalteskapaden auszeichneten, war Drehbuchautor Boaz Yakin („Safe – Todsicher“) relativ egal und Lundgren wurde zur knurrenden Dampfwalze stilisiert.

Ganze 15 Jahre sollten von dort an ins Land gehen, bis man sich dazu entschieden hat, dem Punisher mal wieder einen Auftritt auf der großen Leinwand zu ermöglichen. Dieses Mal inszeniert von Jonathan Hensleigh, der sowohl „Stirb langsam – Jetzt erst recht“ als auch Jumanji“ und Armageddon“ geschrieben hat. Man würde sich schwer darin tun, Hensleighs „The Punisher“ weitaus mehr Tiefgang zu attestieren, als es noch die Version von Mark Goldblatt besaß. Befürchtungen, dass Hensleigh dem einsamen Rächer jedoch nicht gerecht werden kann, lassen sich dafür aber mühelos falsifizieren: „The Punisher“ ist wirklich gutes Actionkino, welches sich in seiner Inszenierung noch erlaubt, konsequent nach vorne zu blicken. Interessant ist auch die Neubesetzung, denn anstatt einen bulligen Zeitgenossen zu engagieren, der bereits durch seine Körpermasse Eindruck machte, wie es eben noch bei Lundgren der Fall war, setzte man im Film von 2004 auf den eher athletischen, denn brachialen Thomas Jane. Ein unterschätzter Darsteller, der sicher nicht zum versierten Charakter-Darsteller taugt, dem Punisher aber ein passendes Gesicht zu verleihen weiß – während es bei ihm an Muskeln selbstredend auch nicht mangelt.

Wer eine substanzielle Reflexion über Recht und Unrecht erwartet, wie man ihn auch in den Comics immer wieder antreffen konnte, wenn die Taten Franks auf ihn zurückfielen, der wird frühzeitig das Handtuch werfen: „The Punisher“ ist in Bezug auf die tiefe Trauer seines Protagonisten ein Blender, wird sein Schmerz doch nur schematisch angerissen, aber niemals thematisiert. Außer man sieht etwas mehrwertig Sinnstiftendes darin, wenn Frank permanent am Hochprozentigen nuckelt. „The Punisher“ gefällt dem Genre-Fan (jenem, der noch mit einer astreinen Affinität zum körperbetonten Action-Kino der 1980er Jahre pflegt), weil er sich in Zeiten des computergenerierten Überdruss auf die brodelnde Physis innerhalb seiner Action beruft. Verzerrendes CGI-Gedöns hat hier keinen Platz und die moralische Legitimation nimmt sich der Film direkt zu Anfang, wenn Franks Familie in einer heftigen Aktion von den Schergen von Howard Saint (John Travolta) niedergemetzelt werden. Saint aber handelt selber aus Rachegelüsten, hat Frank doch seinen Sohn auf dem Gewissen, was beide Parteien parallelisiert und Schritt für Schritt näher zueinander rücken lässt, bis sie sich im großen Showdown gegenüberstehen.

Auffällig ist auch, wie referenziell „The Punisher“ zu Tat schreitet: Frank definiert sich als unbeirrbarer Vigilant, als ein düsterer Archetyp in der Filmwelt, was ihm den Status vom typischen Marvel-Helden schnurstracks aberkennt – Auch deswegen, weil der Punisher über keinerlei übermenschliche Fähigkeiten verfügt, sondern nur die ausgeprägte Kampferfahrung, die er sich über all die Jahre aneignete. Narrativ verpflichtet sich der Film darüber hinaus dem Western, Stilblüten des Film Noir lassen sich in der Atmosphäre erspähen und die reduzierte urbane Action klopft an die Haustüren von werten Herren wie Arnold Schwarzenegger („Phantom Kommando“) und Sylvester Stallone („Die City-Cobra“). Natürlich schlagen wir uns auf die Seite des Lone Sun Rider, das setzt der tendenziöse Usus auch voraus, während wir den routiniert vom unterforderten Travolta gespielten Schmierlappen Saint zu verabscheuen lernen. Dass „The Punisher“ nicht ohne Ungereimtheiten auskommt, liegt auf der Hand, mit 120 Minuten ist der Film einfach zu lang und steht sich in seiner Drosselung von Tempo auch mal selber im Weg. Doch dieses zuweilen schwarzhumorige, herrlich zielstrebige Action-Vehikel bezirzt schlichtweg durch seine konkrete Grimmigkeit.

Fazit

Wer mal wieder Lust auf moralisch komplett verwerfliches, aber in seiner Art und Weise herrlich reduziertes Action-Kino hat, der dürfte mit „The Punisher“ an der richtigen Adresse sein. Sicher ist der Film mit seinen 120 Minuten zu lang geraten und muss sich dann und wann durch so manchen Durchhänger kämpfen. Dafür gibt es hier komplett auf Physis konzentrierte Gewalt, schwarzhumorige Noten und eine einnehmende Grimmigkeit, die ansteckt und mitgehen lässt. Männerkino, fernab vom obligatorisch-handzahmen Comic-Konsens.

Autor: Pascal Reis

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