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Der Literaturverleger Lewis Venable mietet sich in Venedig unter falschem Namen bei der uralten Lady Juliana Borderau ein, um an die verschollenen Liebesbriefe ihres verstorbenen Liebhabers, des Dichters Jeffrey Ashton zu gelangen. Doch in dem Anwesen geht nach Sonnenuntergang äußerst Merkwürdiges vor sich. Tina, die Nichte der Hausherrin, schlüpft Nacht für Nacht in die Rolle von Juliana…und glaubt in Lewis ihren Geliebten Jeffrey wiedergefunden zu haben.

Kritik

„Die Tür zur Gegenwart fiel hinter mir zu.“

Venedig ist immer eine Reise wert. Besonders, wenn es dort etwas von unschätzbarem Wert abzugreifen gibt. Sowohl aus finanzieller wie künstlerischer Sicht. Getarnt als Schriftsteller auf der Suche nach Inspiration erschleicht sich der Verleger Lewis Venable (Robert Cummings, Bei Anruf: Mord) das Vertrauen der stolze 105 Jahre alten Juliana Borderau, um in den Besitz der Liebesbriefe zu gelangen, die einst der weltberühmte Poet Jeffrey Ashton für sie verfasst haben soll. Zumindest arbeitet er daran, denn die betagte Dame erweist sich trotz ihres körperlichen Verfalls als recht harte Nuss, die noch bei klarem Verstand zu sein scheint und offenbar nicht so einfach über’s Ohr zu hauen ist. Vor besondere Schwierigkeiten wird der Betrüger bei deren rigiden Nichte Tina (Susan Hayward, Schnee am Kilimandscharo) gestellt. Mit der ist nicht gut Kirschen essen, selbst das Dienstmädchen zittert vor ihr. Allerdings steckt hinter der rauen Schale noch eine ganz andere Seiten, wie Lewis bald feststellen soll.

Lose beruhend auf der Romanvorlage von Henry James wandelt der sonst ausschließlich vor der Kamera aktive Martin Gabel (Marnie) bei seiner einzigen Regiearbeit unverkennbar auf den Spuren von Alfred Hitchcock und dessen Meisterwerk Rebecca, bedient sowohl Elemente von Suspense-Krimi, Mystery-Thriller, tragischer Romanze und leichtem Gothic-Grusel. Die handwerkliche Inszenierung ist weitestgehend stimmig, da beweist der Novize ordentliche Fähigkeiten. Solange der Film sich noch mehrere Optionen offen hält wird die Spannung trotz keiner wirklich intensiven Momente auf einem soliden Level gehalten, dafür ist hier einfach zu viel möglich. Von übernatürlichen Phänomenen, einem doppelt und dreifachen Intrigenspiel bis hin zu einem (vielleicht surrealen?) Psychodrama, Briefe aus dem Jenseits hat da reichlich Entwicklungsspielraum. Letztlich ist dann doch zu früh klar wohin die Reise geht und auch wenn ein gut gehütetes Geheimnisse erst im Finale gelüftet wird (was allerdings auch nicht so überraschend ist), verflacht der Plot damit viel zu schnell. Wirkt am Ende gar ziemlich naiv, stellt er doch ernsthafte Persönlichkeitsstörungen und Identitätsverlust aufgrund eines über Jahre errichteten Traumas als Problemchen hin, das zwar nicht schön ist, sich aber mit ein wenig ehrliche Zuwendung und menschlicher Nähe ganz gut therapieren lässt.

Oder sagen wir mal ganz platt: Da hat einfach ein Mann im Haus gefehlt. Manchmal ist es doch so naheliegend. Ganz so krass ist es sicherlich nicht, vermittelt aber schon den Eindruck, als wolle man sich gar nicht zu intensiv mit der eigentlich spannenden Thematik auseinandersetzen. Ebenso wie mit der Ambivalenz des Protagonisten, die so nebenbei mehr oder weniger unter den Tisch fällt.

Fazit

„Briefe aus dem Jenseits“ ist recht hübsch anzusehendes, gediegen erzähltes aber unterm Strich viel zu braves und handzahmes Mittelklasse-Suspense-Kino mit Gothic-Flair und theatralisch- romantischem Anstrich. Kann man sich schon mal anschauen, wirkt bemüht und ist ansprechend in Szene gesetzt, bleibt aber nicht mehr als ganz nett. Da gibt es zu viele ähnliche und weitaus bessere Alternativen.

Autor: Jacko Kunze

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