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Inhalt

Schreckliche Dinge erzählen sich die Menschen über Aokigahara, den berüchtigten Selbstmordwald am Fuß des Mount Fuji. Als die junge Amerikanerin Sara erfährt, dass ihre Zwillingsschwester Jess dort unter mysteriösen Umständen verschwunden ist, spürt sie instinktiv, dass ihre Schwester sich nicht umgebracht hat, sondern noch lebt. Ohne zu zögern fliegt Sara nach Japan und macht sich auf die Suche. Sie ignoriert alle Warnungen der Einheimischen, die Waldwege nicht zu verlassen, und durchstreift zusammen mit dem Journalisten Aiden das finstere Dickicht. Immerhin finden sie bald Jess' Zelt - von der Vermissten jedoch fehlt weiterhin jede Spur. Stattdessen beginnt der Wald, sich von seiner grauenvollsten Seite zu zeigen...

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Kritik

Wer noch nichts vom Aokigahara, einem dicht bewachsenen Waldgebiet in Japan am Fuße des Fuji Mountain, gehört hat, dem sei an dieser Stelle geraten: Recherche auf eigene Gefahr. Der sogenannte „Selbstmordwald“, in dem sich seit den 1950er Jahren weit über 6000 Menschen suizidiert haben, trägt eine morbide Faszination in sich, der man sich auch in tausenden Kilometern Entfernung, geschützt hinter einem Computerbildschirm, nicht wirklich verwehren kann. Der Legende nach soll der Wald die Menschen in der Nacht dazu nötigen, sich das Leben zu nehmen. Manche der leblosen Körper, die dort von den mächtigen Bäumen hängen, werden zudem erst Jahre, und somit skelettiert, nach ihrem Freitod gefunden, da es dort immer noch Gebiete gibt, die bis heute nicht erforscht wurden. Schaurig, nicht wahr?

Was für eine beunruhigende Stimmungskanone von Horrorfilm müsste man also auf die Beine stellen können, wenn man den Sea of Trees zum primären Handlungsort eines solchen machen würde? The Forest von Jason Zada (Co-Autor beim Direct-to-DVD-Rohrkrepierer Houses of Terror), der immerhin von David S. Goyer produziert wurde, gibt eine äußerst unbefriedigende Antwort darauf, denn obgleich der Aokigahara hier keinesfalls reizlos inszeniert wird, verfällt der dilettantische Duktus des Streifens all den Unarten, die dank Regisseuren wie James Wan (The Conjuring – Die Heimsuchung) inzwischen Usus in diesem so vielfältigen Genre geworden sind: Als würde der angstgefärbte Ballungsraum, den dieses verästelte Unterholz darstellt, nicht schon allein die Kehle zuschnüren, baut Zada lieber auf die primitivste Schock-Mechanik, die dem Horrorfilm je widerfahren ist: Jump Scares.

Wie man inzwischen festgestellt haben dürfte, ist Natalie Dormer (Die Tribute von Panem: Mockingjay – Teil 2) nicht nur ein echter Blickfang, sondern auch eine talentierte Schauspielerin, die es The Forest möglich gemacht hätte, den emotionalen Überbau der Handlung angemessen umzusetzen. Hier nämlich geht es um ein eineiiges Zwillingspaar, das sich, in gewisser Weise ganz nach Platons Kugelmenschentheorie, ihrer Seelenverwandtschaft sicher ist und ein unsichtbares, metaphysisches Bündnis pflegt, welches immer merklich ins Wanken gerät, sollte es einem der beiden Mädchen nicht gut gehen. Saras Schwester Jesse ist seit Tagen verschwunden, und weil Sara sich sicher ist, dass Jesse noch unter den Lebenden weilt, führt ihre Reise sie in den sagenumwobenen Aokigahara, der, wie Sara bald feststellt, einer inneren Logik unterliegt.

Wo Jason Zada nun also die Chance gehabt hätte, eine Reise in den Seelenraum zu initiieren, in dem sich die Manifestationen unterbewusster Ängste im Gewand des Psycho-Horrors entladen, bleibt das Interesse doch verstärkt an plumper Effekthascherei haften. Ein Film wie The Forest funktioniert vor allem, wenn er Bilder für sich sprechen lässt, um die mystische Tiefe des Settings eigendynamisch zur Geltung zu bringen. All der konkret visualisierte übersinnliche Hokuspokus ist nur Ausdruck einer künstlerischen Unfähigkeit, die sich daraus speist, dass Jason Zada ein Filmemacher ist, der keinerlei Gespür für erzählerische Feinheiten besitzt, sondern jeden Strich mit dem groben Pinsel anlegen muss. Dementsprechend blamabel gestaltet sich der Gesamteindruck von The Forest, wenngleich das Ambiente auch hier nach wie vor unangenehm anziehend bleibt.

Fazit

Exzellentes Setting, desaströse Umsetzung. Jason Zada hätte hier das Zeug gehabt, einen wirklich starken Genre-Vertreter der Neuzeit zu entwerfen, wenn er sich doch nur auf den emotional-metaphorischen Überbau der Geschichte eingelassen und nicht auf plumpe Jump Scares gebaut hätte. So wird The Forest nur einer von vielen unbrauchbaren Psycho-Horror-Flics, wenngleich der Aokigahara selbst in einer solch tumben Luftnummer seine morbide Faszination nicht gänzlich einbüßt.

Autor: Pascal Reis

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