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Agentenfilme sind nun wirklich nichts Neues in Hollywood, denn bereits in der Zeit des Stummfilms, waren die einstigen Soldaten in geheimer Mission unterwegs. In den ersten Spionagefilmen von Hitchcock (z.B. „Der Auslandskorrespondent“, 1940) mimten sie dabei noch die guten, alte Nazis die bösen Buben. Später waren die Gegner dann Sowjets und im neuen Jahrtausend sind es zumeist islamistische Terroristen. Eine gewisse politische „Inspiration“ muss den Produzenten und Regisseuren definitiv zugesprochen werden, doch ist auch diese Tatsache nicht gerade überraschend. Man werfe dazu einfach einen Blick in die Welt der Comics (Piotr Nikolaievitch Rasputin alias „Colossus“, Johann Schmidt alias „Red Skull“, etc). Der namhafteste Agent ist dabei selbstverständlich James Bond, der nächstes Jahr mit „Skyfall“ und Regisseur Sam Mendes in die sage und schreibe, 23. Runde geht. Doch gibt es immer wieder auch Agentenfilme, die von der üblichen Genrekonvention abweichen und statt explodierenden Autos „handgemachte“ Nahkampfszenen zeigen und sich eher in die Sparte „Thriller“ einordnen lassen.

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Kritik

Italienische Fischer ziehen mitten im Mittelmeer einen angeschossenen Mann (Matt Damon) bewusstlos aber am Leben  aus dem Wasser. Ohne Erinnerungen erwacht er aus seinem Schlaf und findet ein Laserimplantat unter seiner Haut, das den Schlüssel zu einem Schließfach in einer Schweizer Bank darstellt. In Zürich findet er in diesem Schließfach einen Waffe , einen Haufen Geld und dutzende Pässe verschiedenster Nationen mit seinem Gesicht. Sein Name: Jason Bourne. Nach einem kleinen Zwischenfall in der amerikanischen Botschaft ist ihm allerdings die Schweizer Polizei auf den Fersen, sodass er sich von Marie (Franka Potente) nach Paris fahren lässt, wo er scheinbar lebt. Spätestens nach dem ein Killer in der Wohnung in Paris auf die beiden auflauerte, und Jason ihn mit gezielt-wuchtigen Nahkampf-Techniken außer Gefecht setzt, wird ihnen klar, dass größere Mächte die Strippen ziehen und dass Jasons Vergangenheit doch nicht so normal ist…

Die Handlung von „Die Bourne Identität“ ist entnommen aus dem gleichnamigen 1980er Roman von Robert Ludlum. Recht konventionell, fast schon stereotypisch, gestaltet sich die Geschichte, rund um den erinnerungslosen Agenten, der Stück für Stück das Puzzle zusammensetzt. Eine Kombination aus Auftragskillern, geheimen CIA-Projekten und etwas Politik bildet bei dem Film das Sahnehäubchen, wie die Soße auf den Nudeln . Relativ herkömmlich, aber lecker. Zwar hätte man eigentlich die Figur der Marie komplett aus dem Film streichen können, und somit auch die eigentlich recht unnötige Liebesgeschichte der Beiden, da sie den spannenden Handlungsverlauf eher hemmt, als dass sie ihn voranbringt. Aber sei es drum, wirklich schaden tut es auch nicht.

Regisseur Doug Liman („Mr. & Mrs. Smith“, „Jumper“) inszeniert hierbei einen recht untypischen Agentenfilm, denn gerade im Vergleich zu den „James Bond“- und „Mission Impossible“-Blockbustern, wo geschossen wird was das Zeug hält und alles in einem spannenden Showdown endet, ist „Die Bourne Identität“ recht nüchtern, bodenständiger und realistischer gehalten. Das mag vielleicht an dem nur halb so großen Budget liegen, doch wirkt sich das deutlich auf die Atmosphäre des Films aus. Statt Palmen, Sonne und klare Nächte, sind die Tage in diesem Film immer „typisch europäisch“. Der stets bedeckte Himmel, die Kälte und die mit braun-geschmolzenem Schneematsch bedeckten Straßen, erzeugen fast schon eine bedrückende Stimmung, unterstreicht aber zugleich die Härte und den Realismus des Films.

Apropos Härte: Die Actionszenen begrenzen sich hierbei fast ausschließlich auf Nahkampf-Szenen, geschossen wird kaum, was auch dem Film sehr zugute kommt. So bleiben die Actionszenen immer spannend. Stets fiebert man mit, anstatt dass man sich mit einer klischeebeladenen Schießerei auf den Straßen abmüht. Auf Slow-Motions wird dabei bewusst verzichtet, genauso auf eine nervende Wackelkamera und auf unnötiges Gedudel während des Kampfes. Wenn gekämpft wird, dann steht der Kampf auch im Vordergrund und wird durch nichts unterstützt, was er auch nicht nötig hat. Wenn Jason Bourne völlig instinktiv zwei Polizisten auf die Matte legt, einen Killer blitzschnell mit einem Kugelschreiber durchlöchert, ist das Publikum schon gebannt genug. Zwar gibt es reichlich Actionszenen, doch werden diese wohl dosiert eingesetzt, sodass handlung-antreibende Dialoge dabei nicht zu kurz kommen. Obwohl die Dialoge qualitativ nicht mit der Action mithalten können, leisten sie eben doch ihren Beitrag.

Schauspielerisch kann „Die Bourne Identität“ einen recht namhaften Cast vorweisen, allen voran Protagonist Matt Damon, der hier übrigens seine erste Rolle als Actionfigur spielt. Und das macht er auch ganz passabel. Nur stimmt die Mimik bei dem ehemaligen Harvard-Studenten nicht immer, aber das kann er ja nach all den Jahren immer noch nicht so richtig. Franka Potente kann die beschützenswerte Weltenbummlerin sehr glaubwürdig rüberbringen, doch nervt sie ab der Hälfte mit ihrem ständigen „Was ist los, Jason?“, „Wer sind die, Jason?“. Clive Owen weiß als ungesprächiger Killer der Regierung sehr zu überzeugen, er strahlt sogar eine sehr beruhigende, aber auch zugleich eine verängstigende Aura aus. Chris Cooper verkommt allerdings hier wieder einmal in einer seiner typisch-militanten Rollen. Er ist definitiv nicht schlecht, aber in dieser „General/Colonel/Army-Typ“-Rolle war er ein paar Mal zu oft zu sehen. Erwähnenswert wäre noch der hervorragende Soundtrack, der vor allem in ruhigen und Panorama-Aufnahmen voll zur Geltung kommt. Auch der Titelsong von Moby ist angenehm „unamerikanisch“.

Fazit

„Die Bourne Identität“ ist ein Agentenfilm, mit einer relativ stark vorhersehbaren Handlung, dafür aber ein hervorragender Film, mit harter Action, die die richtige Balance zwischen Gewalt, Glaubwürdigkeit und Spannung findet. Nur leider hat der Film die eine oder andere Länge, so hätte man die Szene, als die Protagonisten Zuflucht in einem Bauernhof finden, ruhig streichen können, wirklich gefehlt hätte nichts. Auch überzeugt er durch seine nüchterne Inszenierung, indem er seine Genrekollegen „James Bond“, „xXx und „Mission Impossible“ ignoriert. Aber trotz der kleinen Fehler, bleibt der Film eigentlich zu jeder Minute spannend, sodass sich ein Blick durchaus lohnen kann.

Autor: Kadir Güngör

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