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Nachdem der ehemalige CIA-Agent, Bryan Mills, im ersten Teil seine Tochter aus den Händen skrupelloser Mädchenhändler retten musste, ist er nun selbst in Gefahr. Während eines Aufenthalts in Istanbul, werden Mills und dessen Ex-Frau Lenore von Albanern, die sich an Mills für die Ermordung ihrer Brüder und Söhne rächen wollen, entführt. Zur gleichen Zeit versucht seine Tochter Kim, die zusammen mit ihren Eltern in Istanbul Urlaub macht, den Fängen der Albaner zu entkommen, um ihrem Vater zu helfen.

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Kritik

Ende 2008 überraschte uns der französische Newcomer Pierre Morel (Banlieue 13) mit seinem kompromisslosen Action-Thriller Taken (96 Hours), der neben seinem perfekten Pacing und brachialer Action-Einlagen, auch durch einen grandios spielenden Liam Neeson überzeugen konnte. Für den zweiten Teil wurde nun Olivier Megaton (Transporter 3), der in der Vergangenheit bereits bewiesen hatte, dass er das Genre beherrscht, als Director ins Boot geholt. Umso erstaunlicher wirkt es daher, dass der zweite Teil viele Dinge deutlich schlechter macht, als der Erste. Angefangen bei der Kamera bis hin zur Story, aber der Reihe nach.

Ähnlich wie in Teil 1, zieht das Tempo des Films nach einer kurzen Exposition rasant an, wobei der Film dann auch auf diesem Level bleibt, dennoch hat man nie das Gefühl, dem Geschehen im Ganzen nicht folgen zu können. Ab dem letzten Drittel wirkt der Streifen jedoch etwas bemüht, was vor allem an den, mitunter sehr fragwürdigen, Entscheidungen Neesons liegt. Wenn das gesamte Kino bei einem durchaus ernsten Thriller lacht, macht der Film definitiv etwas falsch und Taken 2″ bietet gerade im letzten Drittel diverse Szenen, die einfach nur albern sind und dabei den Zuschauer förmlich aus der Atmosphäre reißen.

Liam Neeson (Bryan Mills) liefert wie gewohnt eine gute Performance, genau wie Maggie Grace (Kim), dessen Tochter, die in der Fortsetzung weitaus mehr Screen-Time hat als noch im Vorgänger. Durch die „vertauschte“ Rollenverteilung, bilden die Beiden ein charmantes  Duo, auch wenn Kims Verwandlung vom verängstigten Mädchen zur taffen Powerfrau oft an der vermeintlich realistischen Fassade des Films kratzt. Enttäuschend fällt hingegen die Performance von Rade Serbedzijas ( Snatch, u.A.) aus, der in seiner Rolle als albanischer Gangsterboss einfach zu klischeehaft spielt um ihn ernst nehmen zu können.

Einen großen Unterschied zwischen den beiden Filmen gibt es bei der Kameraarbeit und dem Schnitt, Punkte die in der heutigen Fülle von Action Filmen oft die Spreu vom Weizen trennen. Konnte man im ersten Teil dem Geschehen in den Feuergefechten noch sehr gut folgen, ist das Ganze im zweiten Teil so konfus geschnitten, dass man nur wage vermuten kann, was gerade passiert. Hier erkennt man deutlich die Handschrift Morels, der vor seiner Karriere als Regisseur als Kameramann tätig war und genau wusste, wie die Kamera platziert sein musste und wo der Schnitt an der richtigen Stelle ist. Ein Lob hingegen gebührt der Wahl und der Inszenierung Istanbuls als neuem Schauplatz. Die Architektur und das Flair der Stadt sind perfekt eingefangen und bieten so einen netten Kontrast zu Paris, dem Schauplatz des ersten Teils.

Fazit

Taken 2 wirkt an vielen Stellen wie eine Homage des ersten Teils und verpasst dabei leider die Chance etwas Eigenes zu erschaffen. Am Ende ist dabei ein solider Action-Thriller entstanden, der einen 90 Minuten unterhält, jedoch bei weiten nicht an den Vorgänger heranreicht. Wer auf der Suche nach einem flotten Action-Film für Zwischendurch ist, kann durchaus einen Blick riskieren, wer jedoch einen intelligenten Thriller sucht sollte eher einen Bogen um Taken 2 machen.

Autor: Sebastian Pierchalla

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