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Als die kleine Chihiro mit ihren Eltern während eines Ausflugs einen dunklen Tunnel durchquert, ahnt sie noch nicht, was sie auf der anderen Seite erwarten wird. Denn dort liegt eine für Menschen normalerweise unsichtbare Stadt der Geister. Zu allem Übel muss Chihiro dann auch noch feststellen, dass sich ihre Eltern in Schweine verwandelt haben und sie selbst plötzlich unsichtbar zu werden scheint...
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Kritik

Wenn man einen Künstler benennen soll, der dem japanischen Animationsfilm zu weltweiter Anerkennung verholfen hat, dann sollte die Wahl zweifelsohne auf Hayao Miyazaki (Das Schloss im Himmel) fallen. Mit Sicherheit trugen auch Filme wie Akira oder Ghost in the Shell dazu bei, dass Animes ab einem gewissen Zeitpunkt als eigenständige Kunstform wahrgenommen wurden, die aufgrund ihrer durchaus vielschichtigen Thematik sowie einem düsteren Zeichenstil über den Status des reinen Kinderfilms weit hinausreichten, doch erst Miyazaki sollte dafür sorgen, dass das Genre auf der ganzen Welt eine völlig neue Beachtung fand. Aus der kreativen Animationsschmiede des von ihm und Isao Takahata (Pom Poko) im Jahr 1985 gegründeten Studio Ghibli entstammen Werke wie Mein Nachbar Totoro, Kikis kleiner Lieferservice, Pòrco Rósso oder Prinzessin Mononoke, die Klein und Groß begeisterten sowie verzauberten. 

Unglaublich hoher Beliebtheit erfreut sich außerdem Chihiros Reise ins Zauberland, in dem der Regisseur ein kleines Mädchen, das sich eben noch mit den Eltern im Auto auf Umzugsreise befand, in eine skurrile Parallelwelt voller sonderbarer Wesen führt. Zuerst scheint sich die Familie noch verfahren zu haben, als sie vom Weg abkommen und durch ein dunkles Tor fahren. Erst nachdem Chihiro wieder zu ihren Eltern zurückkehrt, nachdem die sich an einem Imbiss ausruhen und die prachtvoll dargebotenen Speisen verzehren wollen, merkt das junge Mädchen, dass dieser Ort kein gewöhnlicher ist. Während zuvor bereits keine Menschenseele weit und breit zu sehen war, findet Chihiro anstelle ihrer Eltern plötzlich zwei große Schweine auf den Stühlen wieder. Geschockt rennt sie davon, um kurze Zeit später von einem Jungen namens Haku über die Brücke in ein riesiges Badehaus mitgenommen zu werden.

Das Betreten fremder Welten ist im Kino ein vertrautes Thema. In Der Zauberer von Oz war es Dorothy, die von einem Sturm in ein magisches Land befördert wurde, während es die titelgebende Figur in Alice im Wunderland nicht lassen konnte, dem sprechenden Kaninchen mit der Taschenuhr in dessen Bau zu folgen, woraufhin sie durch einen Tunnel in ein schräges Wunderland fällt. Auch Chihiro traut ihren Augen kaum, als sie all die Gestalten und Kreaturen erblickt, die ihr noch vor dem Betreten des Badehauses über den Weg laufen. Miyazaki lässt seiner Protagonistin aber kaum Zeit, die neuen Eindrücke zu verarbeiten, denn damit sich das Mädchen nicht auch in ein Tier verwandelt, muss sie sich schleunigst um Arbeit bemühen, wofür die Hexe Yubaba zuständig ist, die das Badehaus leitet. 

Genauso wie Chihiro wird der Betrachter in Chihiros Reise ins Zauberland im überbordenden Minutentakt mit einer Überraschung nach der anderen konfrontiert und kann sich der Flut an kreativen Einfällen kaum entziehen. Die visuellen Details, mit denen der Regisseur seine selbstgezeichneten Einstellungen füllt, lassen sich bei der ersten Sichtung kaum in Gänze erfassen, wobei vor allem die großartige Gestaltung der verschiedenen Fantasiewesen sofort ins Auge sticht. Ohne Fragen zu stellen fügt sich Chihiro umgehend den Vorschriften in diesem Zauberland, während Miyazaki sein Werk wie einen rasanten Traum in Szene setzt, in dem sonderbaren Entwicklungen keine Grenzen gesetzt werden. 

Dabei verkommt der Film keineswegs zur bunten Aneinanderreihung schriller Attraktionen, sondern nutzt die Geschichte als Reifeprozess für Chihiro, die durch das Beweisen von Mut, Stärke und Verstand zu einem viel reiferen Menschen und schließlich über sich hinaus wächst. Bezüglich der Herausforderungen, die sich dem Mädchen auf dieser Reise in den Weg stellen, verzichtet Miyazaki außerdem auf eine schlichte Einteilung in Gut und Böse und betrachtet viele der Figuren, auch die, die auf den ersten Blick einen eher gruseligen, finsteren Eindruck hinterlassen, von mehreren Seiten, wobei der typische Endkampf gegen einen ausgewählten Widersacher ebenfalls ausbleibt. 

Während Chihiro zu Beginn des Films noch das schüchterne Mädchen war, das von den Eltern an die Hand genommen werden muss, greift der Regisseur diese Szene am Ende noch einmal auf, doch nun zeigt er nur durch einen einfachen Blick, was aus Chihiro wirklich geworden ist.

Fazit

"Chihiros Reise ins Zauberland" ist ein extrem einfallsreiches Animationsabenteuer, in dem Hayao Miyazaki Minute für Minute eine neue visuelle Überraschung aus dem Hut zieht. Die Geschichte des anfangs schüchternen Mädchens, das auf seiner Reise durch ein sonderbares Zauberland immer mehr über sich selbst hinauswächst, wird vom Regisseur mit viel Liebe zum Detail und einer Fülle an bewegenden Emotionen erzählt, wobei vor allem die Darstellung der charakterlich vielschichtigen Fantasiewesen große wie kleine Zuschauer begeistern und für zwei Stunden in eine völlig andere Welt versetzen dürfte. Ein typischer Miyazaki eben.

Autor: Patrick Reinbott

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