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Die Katana-Gang, eine Organisation von Japan-Amerikanern kontrolliert alle Arten des Verbrechens im Little Tokyo-District von Downtown Los Angeles. Ob Glücksspiel, Erpressung oder Drogenhandel, unter der Führung des Bosses Fujiyama und mit der brutalen Gewalt ihres Vice-Bosses Yamashita werden alle feindlichen Gangs erbarmungslos ausgeschaltet. Auch in den eigenen Reihen gibt es keine Gnade - Verrat und Versagen werden mit dem Tod bestraft. Deshalb gelingt es der Polizei nicht, den raffinierten Verbrechern etwas nachzuweisen. Doch dann holt Officer Frank seinen Freund Joe Marshal den "Samurai Cop" zu Hilfe, der in Japan in allen japanischen kriegerischen Kampfarten ausgebildet wurde. Die beiden Freunde haben sofort Erfolg und stellen ein Drogenschiff sicher. Darauf reagiert die Katana-Gang mit einer Welle brutaler Gewalt gegen die Polizei. Es kommt zu gnadenlosen Kämpfen zwischen dem Samurai Cop und den Verbrechern...

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Kritik

Kopfschütteln kann Spaß machen. Zumindest gibt es einige Filme, die genau diese körperliche Reaktion auslösen, weil sie in äußerster Konsequenz all das außer Acht lassen, was dem allgemeinen Verständnis nach einen guten Film ausmachen.Es sind Werke wie Birdemic, The Room, Manos: The Hands of Fate oder Troll 2 die durch ihr Versagen überzeugen. Es sind Produktionen, die mit ehrlicher Haut versuchen Genre-Größen zu kopieren und dabei selbst nicht registrieren, dass ihre Resultate in so ziemlich allen verfügbar Facetten misslungen sind. Es sind echte Rohrkrepierer, entstanden mit Schweiß und Herzblut. Mit halbgaren Mainstream-Titeln wie etwa den Filmen der Sharknado-Reihe oder Iron Sky hat dies nichts zu tun. Das eine ist ehrlicher Trash, dass andere die Erkenntnis, dass der müllige Film sich auch zum Kommerz-Vehikel um- und ausbauen lässt.

Einer der Diamanten des ehrlichen Trash ist Samurai Cop, des iranischen Filmemachers Amir Shervan. Auf dessen Konto gehen ebenfalls Werke wie Hollywood Cop und Killing American Style. Der Actionfilm, der krude versucht Lethal Weapon zu imitieren ist ein Fest der Anschlussfehler, kruden Splattermomenten, verkorkstes Dubbing, phänomenal verhunzten Action- und Kampfszenen und Dialogen, die man einfach einmal gehört haben muss. Das alles wird verpackt in eine Geschichte die zum einem generisch ist, zum anderen aber auch versucht Hollywood-Actionkino der Marke Buddy-Movie mit Facetten des Hongkong-Kinos zu kreuzen. Klingt gar nicht mal so verkehrt und besitzt auch Charme, aber die Umsetzung ist es, die den Film auf ein besonderes Podest stellt.

Eigentlich ist Samurai Cop eine Unverschämtheit und ein Zeugnis und handwerklicher Unwissenheit. Als Beispiel: Vier Monate nach Drehende beorderte Regisseur Shervan seine Darsteller zu Nachdrehs. Hauptdarsteller Matt Hannon, der hier seine erste und letzte Rolle bis 2015 spielte, hatte sich mittlerweile aber die langen Haare kurzgeschnitten. Macht ja nix! Mit einer Perücke (vermutlich) aus dem Fundus eines Halloween-Shops wurde die Matte wieder hergestellt. Problem: Man sieht es deutlich und in einer Kampfszene geht die Perücke sogar flöten. Warum man das sieht? Ganz einfach: Regisseur handelte es so wie Edward D. Wood Jr.: Ein Take, dass reicht.

Der größte und unterhaltsamste Fehler des Films ist aber ohne Zweifel sein Drehbuch. Vor allem in der Originalfassung erlebt man Mono- und Dialoge, deren Effizienz im Beschissen sein makellos ist. Hier eine paar Kostproben:

- Would you like to fuck me?
- Bingo.
- Now I'm telling these son-of-a-bitches that we respect the Japanese of this country, who are honest businessmen. And yeah, this is the land of opportunity for legitimate business, not for death merchants who distribute drugs to our children through schools and on the streets. Now I'm telling these motherfuckers that if they continue killing our children to make their precious millions that they deposit in their secret Swiss bank accounts, counselor, before your last suit even gets off the court clerk's desk, I'll have their stinking bodies in garbage bags and ship them back to Japan for fertilizer. Got it?
- I want him dead! I want his head cut off and brought here! I want his head on this piano so that every man in my organization understands, what's more, that no Katana gets captured alive or talks! Got that?
- I will bring you his head and I will place it on your piano.
- I know the real Samurai is here.

Auch die Figuren sind herrlich verkorkst, obwohl der dargestellte Sexismus durchaus sauer aufstoßen kann – genau wie die teils überlangen Sexszenen. Dafür muss man sich als Zuschauer aber eingestehen, dass es da draußen Leute gibt, die Samurai Cop ernst nehmen. Ganz ehrlich: In einer Welt, in der es Menschen gibt, die an die Flat-Earth-Theorie glauben ist wahrscheinlich auch so etwas möglich. Die meisten Fans werden Samurai Cop aber wohl als das sehen, was er letztlich ist: Müll der unterhaltsamen aber auch der ehrlichen Sorte, die 2015 mit Samurai Cop 2: Deadly Vengeance fortgesetzt wurde (von Fans für Fans und mit Tommy Wiseau in der Schurkenrolle).

Fazit

Wer immer noch dem Irrglauben folgt, dass "Sharknado" und Konsorten echter Trash ist, dem sei "Samurai Cop" empfohlen! Dieser ist ein Werk, dass das Trash-Zertifikat wirklich verdient hat und dabei so herrlich bekloppt, misslungen und gaga ist, dass man es wirklich genießen kann - wenn man denn will.

Autor: Sebastian Groß

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