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Inhalt

Minnesota in den 1980er Jahren. Ein Mann wird verhaften, weil er seine Tochter sexuell missbraucht haben soll. Obwohl er sich an die Tat nicht erinnern kann, bekennt er sich schuldig. Mit Hilfe eines Psychologen durchlebt er das Ereignis noch einmal und bringt dabei den Vorwurf auf, dass ein Polizist an dem Verbrechen beteiligt war. Währenddessen keimt in der Öffentlichkeit der Verdacht, dass hinter dem Ganzen ein Satanskult stecken könnte.
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Kritik

Im Grunde genommen ist "Regression" genau der Film, den die Trailer versprechen: Ein in tiefschwarzen Bildern erzählter Horror-Thriller, der die Grenzen zwischen Realität und Fiktion mit fortschreitender Laufzeit immer gekonnter verschwimmen lässt, ungemein effektiv inszeniert ist, auf die großartige Leistung seines Hauptdarstellers zählen kann und in einigen Momenten so sehr unter die Haut geht, dass er kurzzeitig den atmosphärischen Geist von Filmen wie "Sieben" und "Rosemaries Baby" heraufbeschwört.

Den überwiegenden Teil der Laufzeit verbringen wir dabei an der Seite von Polizeikommissar Bruce Kenner, den der leider oft unterschätzte Ethan Hawke absolut umwerfend verkörpert. Trotz weiterer Starbesetzung ("Harry Potter"-Reunion mit Emma Watson und David Thewlis) ist "Regression" zu jeder Zeit Hawkes Film. Jeder Fehlschlag in seiner Ermittlung und die damit einhergehende Frustration überträgt sich unmittelbar auf das Publikum, und spätestens wenn er mit tiefsitzenden Stirnfalten und dunklen Augenringen über seinen ins Nichts führenden Indizien brütet, ist man als Zuschauer ebenfalls am Ende. Das liegt nicht nur an Hawkes einnehmender Performance, sondern auch daran, dass der Zuschauer nie mehr weiß als Kenner - und andersherum.

Und genau wie ihm schleicht auch uns mit jeder verstreichenden Minute die Gänsehaut weiter den Rücken hoch. Welche Bluttaten sind echt, welche Teil von drogenvernebelten Traumvisionen? Wem kann man vertrauen, wer wirft sich nach Einbruch der Dunkelheit nicht doch eine Kapuze über? "Regression" spielt gekonnt mit der Vorstellungskraft des Zuschauers, etwa wenn Kenner einen potentiellen Tatort abläuft, während er über Kopfhörer einer Zeugenaussage lauscht, die von dort abgehaltenen satanistischen Opferritualen berichtet. Beim Kreieren einer düsteren Atmosphäre erlaubt sich Alejandro Amenábar keine Aussetzer und hält das Interesse der Zuschauer beinahe durchweg aufrecht, ohne dass große Spannungsszenarien von Nöten sind.

Aber dann passiert etwas. "Regression" erreicht sein Finale, das gemessen an dem spukigen build-up ziemlich unterwältigend ausfällt, in Hinsicht auf das titelgebende Thema aber durchaus passend ist (auch wenn es rückblickend einige Logiklücken aufreißt). Viele wird der Ausgang der Geschichte enttäuschen, aber das ist zu verschmerzen. In diesen letzten fünfzehn Minuten macht der Film aber einen noch weitaus schwerwiegenderen Fehler. Einen Fehler so schwerwiegend, dass er droht, alles Vorangegangene zu überschatten.

Es fällt nicht leicht, ins Detail zu gehen, ohne dabei etwas zu verraten, aber "Regression" möchte zum Thema Satanismus am Ende eine klare Aussage fällen, und die ist so beleidigend und wird so penetrant in-your-face ausgespielt, dass man es kaum glauben kann. Knapp 100 Minuten lang nutzt der Film die teuflischen Gräueltaten für sein Thriller-Konzept aus, nur um dann zum Schluss alle Opfer von satanistischem Missbrauch als hinterhältige Lügner abzustempeln und aufs Widerlichste an genau den Pranger zu stellen, an den eigentlich die Peiniger gehören. Selten war die Endaussage eines Films abstoßender und stand in so krassem Kontrast zu allem Vorangegangenen.

Fazit

Einer jener Fälle, in denen das Bewertungssystem versagt: Bis kurz vor Schluss ist "Regression" eine 7/10, die letzten paar Minuten reißen das brachial herunter und hinterlassen mit ihrer abscheulichen Aussage einen Nachgeschmack, der so bitter ist, dass er im Grunde alles ruiniert. Objektivitätspunkte gibt es für alles davor, unterm Strich kann ich den Film aber leider nicht gut finden.

Autor: Nikolas Friedrich

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