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Inhalt

Mike Lawford ist ein guter Vater, wenn man davon absieht, dass er als Professor immer mal wieder zu spät nach Hause kommt, wenn die Arbeit ihn zu sehr gefangennimmt. Trotzdem sind er, seine Frau Kristen und sein Sohn Charlie im Großen und Ganzen eine glückliche Familie.Das ändert sich allerdings, als Mike mit seinem Sohn an einer Halloween-Parade teilnimmt. Gerade noch bittet Charlie seinen Vater im Trubel der Kostümierten darum, einen Geist zu bezahlen, da ist er plötzlich verschwunden. Dabei hat Mike sich nur für einen winzigen Augenblick umgedreht.Was folgt, ist eine nervenaufreibende Ermittlung auf eigene Faust, bei der die Eltern mit allen Mitteln versuchen, ihr Kind zurückzubekommen. Von Schuldgefühlen geplagt folgt Mike den Hinweisen, die ihn auf eine Spur bringen, die ihn an seinem Verstand zweifeln lässt: Kann es wirklich sein, dass ein Geist jedes Jahr von neuem an Halloween Jungen und Mädchen entführt, und ist sein Sohn eines dieser übernatürlichen Opfer geworden?

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Kritik

In einem Kino von Weltformat hat Uli Edel seit seinem oscarnominierten „Der Baader Meinhof Komplex“ aus dem Jahre 2008 keinen Platz mehr für sich gefunden. Stattdessen inszenierte Edel das Leben des Berliner Rappers Bushido im Trash-Feuerwerk „Zeiten ändern Dich“ und machte sich im ZDF durch seinen Historien-Dreiteiler „Das Adlon. Eine Familiensaga“ verdient. Wenn man bedenkt, dass dem in Neuenberg am Rhein geborenen „Christiane F. - Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“-Regisseur in den 1990er Jahren sogar das Privileg zu eigen wurde, eine Episode von David Lynchs meisterhaftem „Twin Peaks“ in Szene zu gießen, ist das ein nicht zu übersehbarer Prestigeabfall – was keinesfalls bedeuten soll, dass „Zeiten ändern Dich“ und „Das Adlon. Ein Familiensaga“ keine Projekte gewesen wären, die nicht mit einer konkreten Erwartungshaltung verkettet gewesen sind. Nun haben sich allerdings zwei gefunden: Für „Pay the Ghost“ kam es zu einer Kollaboration zwischen Nicolas Cage („Tokarev“) und Uli Edel.

Das verspricht einiges.Dass Uli Edel ein überaus begabter Filmemacher ist, steht außer Frage, und dass Nicolas Cage ein herausragender Performancekünstler ist, beweist er in nimmermüder Ausführung. Seine unzähligen Direct-to-DVD-Auswüchse sind nicht etwa wegen ihm misslungen, wie so oft kolportiert wird. Ganz im Gegenteil. Gerade Nicolas Cages Sinn für die Abstraktion herkömmlicher (Selbst-)Darstellungsmethoden veredelte diese Schleuderwaren doch immer wieder. Wer sich von „Pay the Ghost“ aber die große, überkandidelte Cage-Show à la „Bad Lieutenant – Cop ohne Gewissen“ erhofft, der wird in dieser Hinsicht, wie schon zuletzt in„Der Kandidat – Macht hat ihren Preis“, enttäuscht. Vielmehr überzeugt Nicolas Cage einmal mehr durch zurückgenommene Töne und schlüpft in eine seiner obligatorischen Rollenmodelle: Der Vater, der für seine Familie bereit, jede Grenze zu überqueren. Auch die ins Reich der Geister. Als sein Sohn nämlich bei einer Halloween-Parade urplötzlich wie vom Erdboden verschwindet, wird der von ihm gespielte Literaturprofessor Mike Lawford bald gezwungen, das Jenseits im Diesseits zu akzeptieren und zu erforschen.

„Pay the Ghost“ wirkt in seinem drögen Gebaren wie ein weiterer Blumhouse-Ableger: Retorten-Hokospokus um keltische Bräuche und irische Volkssagen werden zu einem leidlich spannenden Mystery-Thriller aufgekocht, der zu Anfang noch den Anschein erwecken könnte, Verlustängste in Verbindung mit einer übersinnlichen Dimensionen zu reflektieren, hinten raus aber doch nur vor allem als eine Sache zu klassifizieren scheint: Unkonzentrierte Konfektionsware. Selbstverständlich ist Nicolas Cage in der Lage, diesen Film in der Hauptrolle auch schauspielerisch zu stemmen, der Plot um ihn herum jedoch verendet zusehends in abgehalfterten Motiven. Stimmen aus der Zwischenwelt kreischen auf, fratzenhafte Gestalten schnellen in den Ellipsen des Filmschnitts über den Bildschirm und CGI-Greifvögel müssen sich zwingend als unheilverkündende Vorzeichen definieren lassen, als würde der schicksalhafte Unsegen nicht ohnehin schon plakativ in den entkräfteten Aufnahmen New Yorks dräuen. Immerhin jedoch: Wenn Nicolas Cage gegen Ende im Halbdunkeln durch ein Meer von Kindern schreitet, besitzt das schon etwas durchaus Memorables.

Fazit

Interessant war es ja schon zu sehen, was Uli Edel und Nicolas Cage in Kombination erschaffen können. Das Ergebnis allerdings ist austauschbares Mytery-Kino um einen Vater, der seinen Sohn aus den Händen einer keltischen Furie befreien möchte. Sicherlich hat man (sowohl genretechnisch als auch in Hinsicht auf Nicolas-Cage-Vehikel) schon Schlimmeres gesehen, Schleuderware aber bleibt „Pay the Ghost“ definitiv.

Autor: Pascal Reis

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