{{ tweet.login }}

{{{ tweet.body | format }}}

Wird geladen...

×
×

Erwähnungen

×

Benachrichtigungen

Verfügbar auf

Maxdome Watchever Amazon prime

Inhalt

Ein geplatzter Drogendeal, eine Wagenladung Heroin und zwei Millionen Dollar - als der Vietnamveteran Llewelyn Moss (Josh Brolin) bei der Jagd in der Wüste ein blutiges Szenario vorfindet, greift er sich kurz entschlossen das Geld. Nichts ahnend, dass der Koffer mit einem Peilsender versehen wurde, wird er bald vom psychopathischen Auftragskiller Chigurh (Javier Bardem) verfolgt. Moss bleibt nur eine Chance: County-Sheriff Bell (Tommy Lee Jones), der sich ebenfalls an dessen Fersen heftet, doch ist dies kein Land, in dem man alt wird...
  • 7hx7anh11tbbvhldxuuywykg5rk
  • Qfjom7m3rgnor8dr7lntbkpifha
  • Fsgcbm96hfsl2156z78ypauojox
  • 5kxgsr3bzzdcawb5qehldmqrufm
  • Kujjtvk8bdwv28jl6wblfnn3v5u
  • Yx4n3mge2urnsjnhprvrkkeqepp
  • 3nhr7fiowrsnk74nimcnqsmramm
  • Mthbh420o9wnl00fmxpyo770zcj
  • Uzburworwy554os3srnyvytgoem
  • Ouhn0sfcjufppk23fpuulymrrlg
  • Pqpukllb3vedccosbwbcfjv1djx
  • V99lytnu1p6t1t91xpmvkq9ounb
  • 4lhzualowmgibpb1ymrqhall3nz
  • Ek1sd5hn1wa4qxb35gm3mtpd4a5
  • 7rzydnttchx8tsoxvo7gzzv7fng

Kritik

Dass die Cohen-Brüder ein Faible für staubige, kleinstädtische Stoffe entwickelten, zeigte sich schon in vielen Filmen, und hier passte die Verfilmung ihrer ersten Romanadaption von Cormac McCarthy sehr gut in ihr Repertoire. Das Pulitzerpreis-prämierte Epos ist in seiner bitterbösen Stimmungslage ein typisch angefärbtes Outlawwerk in der Vita der Brüder gut aufgehoben und sparte sich größtenteils die sonst kauzige Figurenzeichnung auf.

Denn ist "No Country For Old Men" wahrlich pur, bitter und düster behaftet. Man rätselt ein wenig über die Umstände des Drogendeals, dazwischen: Ödnis, die rohe Natur und ein einsamer Wolf, der im Trümmerfeld einer vergangenen Schießerei die Scherben vorfindet. Schon hier fragt man sich als Zuschauer, was den Mann dazu treibt, sich den Koffer zu schnappen und damit unbändige Risiken einzugehen. Die Chancen stehen Fifty-Fifty, und leider zieht er die Aufmerksamkeit der ultimativen Boshaftigkeit auf sich. Damit ist schnell abgesteckt, wohin sich die Story bewegen würde, was in nie gesehener Rohheit seine Kreise zieht. Damit wären wir auch schon beim grotesken Bezugspunkt angekommen - die Figur des Chigurh wandelt unheilvoll einer Dampfwalze gleich über den Wüstensand, und wo er auftaucht, wächst meist kein Gras mehr.

Geradzu systematisch zieht er die sprichwörtliche Schnur am Halse des Flüchtigen zu, und selbst wenn Moss gar nicht unschlau agiert, indem er den Koffer im Schacht der Klimaanlage bunkert, scheint der Killer selbst ohne das Empfangsgerät seinen unbeirrten Weg zu seinem Ziel zu finden. Dadurch baut der Film eine alles erdrückende Atmosphäre aus, die vor allem in der ersten Spielhälfte für fast unerträgliche Spannungsmomente sorgt. Die Mischung aus seelenruhigem Wahnsinn sowie die methodische Art, seine Arbeit zu vollziehen, zeichnen den Antihelden in derart intensiver Weise aus, dass schon seine pure Anwesenheit auf der Leinwand die Herzfrequenz hochtreibt. Dabei wurde fein säuberlich darauf geachtet, dass seine Spur der Verwüstung nicht zu überraschungsarm aufgezogen wurde. Mal zieht er sein Werk der Zerstörung ohne Rücksicht auf Verluste durch, und mal weiß man nicht, ob er doch noch gnädig gesinnt die Münze das weitere Vorgehen entscheiden lässt. Doch eines ist sicher: Der Mann ist niemals ein Mr. Nice Guy. Wie ein T-800 aus Fleisch und Blut geht der Killer seinen Weg, und selbst bei seiner Selbstverarztung weicht seine Außendarstellung kaum auf (was gar Parallelen zum SciFi-Action-Klassiker aufkommen lässt).

Da muss man dem Protagonisten ebenfalls genug Respekt zollen. Erstens, dass er die Gefahr überhaupt in Erwägung zieht, zweitens sich in fast stoischer Art der Konsequenzen bewusst ist und letztlich gar zum Angriff bläst. Und dennoch bleibt der Zweikampf ein Produkt der Nebensächlichkeiten. In lediglich einer Szene treffen die beiden aufeinander, sind jedoch nie in einem Bild zusammen zu sehen - der Rest und die Aussage des Filmes werden ausschließlich als Kollateralschaden vordergründig behandelt. Hier kommt nun auch der Sheriff ins Spiel, der trotz seiner Position nichts an den Entwicklungen der eskalierenden Kriminalitätsrate ändern kann. Somit passen Location und das weitläufige, verlorene Drumherum wie die Faust aufs Auge, baut sich ein fundiertes Motiv und weiß das letztlich auch gut zu verkaufen.

Auch in der Inszenierung haben die Cohen-Brüder wieder so einiges im Petto gehabt, lassen den technischen Schminkkoffer gänzlich in der Ecke stehen und beglücken den Zuschauer mit echter, authentischer Atmosphäre. Ohne Kunstlicht gelingt es den beiden, das Maximum an Spannung herauszukitzeln, auch die Kamera lässt sich auf keine Mätzchen ein und kreierte so eine Landschaft aus groben, minimalistisch ausgestatteten Bildern. Sehr auffällig ist hingegen der Verzicht auf einen Soundtrack. Der komplette Film ist in seiner Reinheit eingefangen worden und wurde nur höchst selten mit ambienten Tönen unterlegt, was anfangs etwas der Gewöhnung bedürfte. Man wird jedoch diese Entscheidung schnell zu schätzen wissen, denn so sind Bild und Schauspieler vollends im Fokus gehalten.

Und die machen uneingeschränkt einen hervorragenden Job. Man wird Verständnis zeigen, wenn man Tommy Lee Jones mit seinen traurigen Augen begleitet, Josh Brolin den nötigen Respekt zollen, wenn er seine Entscheidung des Geldraubes so stringent verfolgt oder selbst den kürzeren Auftritt von Woody Harrelson zu schätzen wissen. Doch allen voran spielte Javier Bardem seine Rolle als Killer so faszinierend, brutal gefühlsarm und wegweisend, dass ihm hier alles an Lob kaum gerecht wird. Da hätte der Spanier glatt zwei Oscars für sich verdient gehabt, bekam einen davon und sorgte mit dafür, dass der Film insgesamt vier Stück absahnte. Damit ist den Cohen-Brüdern viel handliches Geschick, eine Offenbarung abwegiger Inszenierungsideen und eine glückliche Castauswahl gelungen, die in ihrer Boshaftigkeit und Überzeugungskraft kaum zu überbieten sind.

Fazit

Trostlos, böse und ganz leicht den Finger erhebend meisterten die Cohen-Brüder mit dieser Romanadaption die fast unmögliche Aufgabe, aus einem viel gelobten Buch eine würdige Verfilmung zu kreieren. In seiner Schlichtheit dicht inszeniert, pfeift das Werk auf überpompöse Ausstaffierung, purifiziert den Spannungsfaktor in allen Phasen der Filmentwicklung und intensiviert sich damit selbst locker über jeden Epikquark, der Hollywood längst in seinen Fängen hält. Mit einem fast maschinenartig agierenden Javier Bardem als Urgewalt eines Menschenjägers schraubt sich die seichte Story in einen wahren Spannungsrausch hinauf, dem man höchstens die mundfaule Aufarbeitung der Hintergründe nachsagen könnte. Doch selbst hier ist noch genügend Substanz enthalten, um ein ordentliches Motiv unterzubringen.

Autor: Sascha Wuttke

Wird geladen...

×