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Tomofan

Kritik von Tomofan

Gesehen: Februar, 2018

Seit nunmehr 30 Jahren wandern die Coen-Brüder über die Kinoleinwände und wandeln dabei zwischen irrwitzigem Klamauk, cineastischer Reminiszenz und unerbittlicher spannungsgeladener Zerreißprobe. Trotz des nicht zu leugnenden Facettenreichtumes, welchen die beiden Brüder auf die Leinwand zaubern und ihrer immensen Mannigfaltigkeit, mit welcher sie ihre Filme spicken, lässt sich ein, sich durch alle Filme ziehender, konsequenter roter Faden nicht dementieren. Auch vor No Country for Old Men macht besagter Faden nicht halt, viel mehr noch zurrt sich dieser um den Hals des Zuschauers, erdrückt jegliche Arterien und spuckt nach dieser Tortur ein würgendes Etwas aus. 

Wenn in den ersten Szenen des Filmes Tommy Lee Jones bei Bildern der blutroten, sengenden Sonne zu einem kleinen Nostalgieliedchen über die Polizeiarbeit anstimmt und passend dazu Chigurh in Handschellen abgeführt wird, dann suggeriert der Film einem das Gefühl der Obhut, der Zuschauer wähnt sich in Sicherheit. Nur wenige Minuten später erupiert die bestialsiche Gewalt in zerstörerischer Bandbreite, ein Polizist liegt hilflos wie ein Käfer auf dem Rücken am Boden, während die Handschellen Chigurhs immer enger in seinen Hals eindringen und ein rabiates Katz-und-Maus-Spiel seinen Lauf nimmt. Mit drakonischer Präzision zerfetzt Chigurh jegliche, vom Gesetz gegebene Rollenbilder und zerstückelt samt visionärer Frisur auf erbarmungslose Art und Weise die alles kontrolliernde Vormachtstellung des Zuschauers. Sobald sich der Zuschauer in Sicherheit wiegt oder gar die Hoffnung in ihm aufkeimt, dass allein seine Vorstellungskraft über den weiteren Verlauf der Handlung richtet, ramponiert Chigurh jeglichen Optimismus und manövriert den Betrachter immer weiter ins Verderben. Auch wenn es nur Nuancen oder auf den ersten Blick marginale Verhaltensmuster sind, Chigurh bewahrt immer das letzte Wort. Und deshalb ist die vorletzte Szene derart genial. 

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