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Inhalt

Sommer 1973: eine Gruppe junger Leute ist im VW-Bus über die staubigen Straßen von Texas unterwegs. Die Stimmung ist ausgelassen. Plötzlich erscheint wie aus dem Nichts eine Frau auf der Landstraße und wird fast von dem Bus erfasst. Sie scheint verwirrt zu sein, redet unverständlich und von Todesangst gezeichnet vor sich hin. Widerwillig lässt sie sich von der Gruppe mitnehmen, doch als die Fahrt sie scheinbar an den Ort des Horrors zurückbringt, dreht sie völlig durch. Auf der Suche nach Hilfe stößt die Clique in einer kleinen, abgelegenen Stadt auf deren bizarre Einwohner. Die Tankstellenwirtin, der Polizist und der alte Mann im Rollstuhl scheinen etwas Schreckliches zu verbergen. Unter mysteriösen Umständen verschwinden nach und nach die ersten Freunde, die Gruppe wird auseinandergerissen. Dann hören die Übriggebliebenen zum ersten Mal das Geräusch einer Motorsäge!
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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Ein Remake, das gleichermaßen riesige Chance wie kolossales Risiko darstellte. Das ist häufiger der Fall, aber wohl selten so massiv wie bei Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre. Ein Film, der – in der deutschen Variante – direkt im Titel mit seinen zwei polarisierenden Reizpunkten kollidiert. Da wäre einer der wichtigsten US-Horrorfilme überhaupt, Tobe Hooper’s Blutgericht in Texas von 1974, der trotz seine Skandalimages und jahrzentelangen Verdammung in den (deutschen) Indizierungsuntiefen nie die Gore-gierige Sadisten-Sause war, zu der er gerne gemacht wurde. Vielmehr ein zugegeben sehr provokanter und natürlich auch glasklar im Genre angesiedelter und es bedienender, dennoch und deshalb oft missverstandener Kommentar zur Lage einer zwiegespaltenen Nation, die sinnbildlich in ihre Einzelteile zersägt wurde. Und da wäre der Produzent der Neuauflage, Big-Budget-Krawall-Bruder Michael„BUM-BUM“Bay (Transformers), dessen sinnentleerten Material-Orgien regelmäßig Millionen Kinozuschauer penetrieren und ihn gleichzeitig fast zum Feindbild des gesamten Rest der Filmgemeinde machen, die diesem Exzess dogmatisch verteufeln, woran der gute Mann alles andere als unschuldig ist.

Nun also ein ursprünglich mickriges und wegen angeblicher Gewaltpervertierung mal verteufeltes B-Movie, das sich inzwischen zum international anerkannten Film-Klassiker gewandelt hat, in der Variante eines immer erfolgreichen, aber künstlerisch äußert angreifbaren Publikums-Luden, der natürlich sofort erkannt hat, an was dem alten TCM aus Sicht der Jahr 2000+-Generation deutlich mangelt: Expliziter Gewalt fürs Auge und nicht nur den Kopf, hübschen und nicht anarchischen Opfern für die degenerierte Texas-Brut und viel Gejaule und Getöse, wenn der ikonische Leatherface die fette Kettensäge kreisen lässt. Ein Graus für Verfechter der Vorlage, ein Fest für die Lämmer des Michael Bay? Könnte man meinen und um nichts zu beschönigen: Ganz grob kommt das hin. Aber: Beide Extreme treffen nicht so geballt ein wie vermutet oder befürchtet, der Film macht sogar einiges ganz ordentlich und auch unabhängig von einer reinen, profitorientierten Ausschlachtung nicht falsch, aber scheitert natürlich an ganz essentiellen Dingen, von der inhaltlichen Größenordnung des Originals ganz zu schweigen.

Persona non grata Michael Bay ist an sich auch kaum von Belang, den Job an der Front erledigt der Frankfurter Regisseur Marcus Nispel, qualifiziert durch etliche Musikvideos, für den dieser Film der große Durchbruch in Hollywood darstellte und der seitdem als Remake-„Spezialist“ (Pathfinder –Die Fährte des Kriegers; Freitag der 13.; Conan) auch nicht besser wurde, um es mal höflich zu formulieren. Soll heißen: Mit Abstand ist das hier sogar sein bester Film. Denn so simpel plakativ und völlig ohne Verständnis (aber so fair sollte man sein: Auch von vornherein ohne jedes Interesse) des hintergründigen, passiv-aggressiven Subtext der Vorlage, rein fokussiert auf räudige Oberflächenreize ist Michael Bay‘ Texas Chainsaw Massacre gar nicht schlecht und kann damit eine Zeit lang recht passable zufriedenstellen. In vielerlei Hinsicht ist man deutlich Schlimmeres gewohnt, komischerweise auch von Marcus Nispel, der danach eigentlich nur noch geleckt-aalglatten Schrott abgeliefert hat, hier aber ab und an sogar ein paar Bilder kreiert, die Abseits von Video-Ästhetik funktionieren.

Einiges mag auch glücklicher Zufall sein, wie der erstaunlich anständige (Genre-)Cast. Jessica Biel (Total Recall) wurde damals vermutlich in erster Linie aufgrund ihren „vorzeigbaren“ Talente (immer bauchnabelfrei) engagiert, gibt als klassisches Final Girl aber auch sonst eine so gute Figur ab, was ihre spätere Karriere durchaus bestätigt. Ebenso die anderen Darsteller, da tanzt niemand unangenehm, rein zweckdienlich aus der Reihe (Full Metal Jacket-Arschloch R. Lee Ermey in seinem gewohnten, süffisanten Sadisten-Element). Mit sichtlich mehr Gore als in der suggestiven wie subversiven (darin aber nachweißlich wahnsinnig effektiven) Vorlage, mehr Tempo und tendenziell mehr betont asozialen Schauwerten kann das alles aber nicht den Mangel an echter Klasse vertuschen: Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre ist nicht hässlich(er als er sein will), nicht zimperlich und entgegen vieler Meinungen nicht lieblos oder gar gleichgültig gemacht, da steckt mehr Euphorie drin als in manch anderen Bays oder erst recht Nispels. Das entscheidende Problem, selbst für reines Genre-Futter: Das Teil ist (spätestens) irgendwann kein Stück spannend (mehr).

Mal interessant aufgrund des Settings, der Grundidee, der netten Bilder oder der aufbrausenden Gewalt, aber nie ist das Terror, der sich in Mark und Bein gräbt, bohrt oder vordergründig sägt. Die vermeidliche Totgeburt gibt sich deutlich mehr Mühe als vermutet, aber selbst eine aufopferungsvoll gefilmte XXL-Hetzjagd am Ende wirkt eher so lang, dass die Schwächen des Films dabei zu deutlich zu Tage treten. Der Wille ist da, die Motivation wohl auch, technische Grundkenntnisse definitiv, aber das wichtige, entscheidende Talent bleibt aus. Nennen wir es Bauchgefühl. Nennen wir es Emotion. Nennen wir es „Die hohe Kunst des Horrorfilms“ und warum es so schwer ist, sich auch nur im Dunstkreis davon zu befinden.

Fazit

„Michael Bay‘s Texas Chainsaw Massacre“ stößt in die sich bietende Lücke, ein gar nicht mal so plakatives Original mit den Schauwerten zu versehen, die ihm immer unterstellt wurden. Geht dabei gar nicht mal so ungeschickt vor und weiß durchaus partiell zu punkten, verpufft letztlich aber recht wirkungsarm als reiner Showeffekt. Kein Teufelswerk, da gingen viele Remakes wesentlich peinlicher und sogar unnötiger total nach hinten los, trotzdem hätte es das hier natürlich nie gebraucht. Auch wenn der Grundgedanke, die Motivation dahinter deutlich nachvollziehbarer ist als bei anderen Projekten.

Autor: Jacko Kunze

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