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Inhalt

Wenn Frank Zito (Joe Spinell) sich des Nachts auf den Weg durch die dreckigen und von Smog vernebelten Straßen New Yorks macht, tut jede Frau gut daran, lieber schnellstmöglich das Weite zu suchen. Zito ist ein Wahnsinniger, der junge Frauen ermordet und skalpiert. Ihre blutigen Haarschöpfe steckt er daheim den Schaufensterpuppen auf, mit denen er in seiner engen, bedrückenden Wohnung haust, in der er sonst nur Selbstgespräche führt, oder von der vorwurfsvollen Stimme seiner toten Mutter geplagt wird. Als er die junge Fotografin Anne (Caroline Munro) kennenlernt, irritieren ihn die Gefühle, die er für sie hegt, zumal weder sein eher abstoßendes Äußeres noch seine Schrulligkeiten Anne zu stören scheinen.
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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Bis heute indiziert zählt Maniac zweifelsohne zu den kultigsten Einträgen ins 80er-Jahre Slasherkino. Gedreht von einem Regisseur, der bis dato lediglich zwei Pornos abgefilmt hat, und umgesetzt mit einem Budget von gerade einmal 350.000 US-Dollar, ist William Lustigs (Maniac Cop) Film und dessen nachhaltiger Erfolg, der im Jahre 2012 sogar ein Remake nach sich zog, gewissermaßen eine Erscheinung. Lustigs Herkunft merkt man Maniac dabei durchaus an, denn etwas latent Schmuddeliges liegt durchgehend in der dichten Atmosphäre des Films. Der Clou an der Sache: Der von Joe Spinell (Rocky) verkörperte Serienmörder ist zugleich Protagonist des Films. Dadurch ist Maniac eben nicht nur eine räudige Schlachtplatte, sondern auch die Charakterstudie eines zutiefst gestörten menschlichen Wesens.

Der Zuschauer schlüpft dabei in die Haut des Serienmörders, nimmt seinen Blick ein, wenn er auf die Jagd geht. Ein passendes Wort, denn Frank kommt einem getriebenen Raubtier gleich, das seine Beute durch den Großstadtdschungel hetzt und letztlich gnadenlos erlegt. Nur in den entscheidenden Momenten wechselt die Perspektive zum Opfer und der Zuschauer tötet sich quasi selbst. Entscheidend ist der Drang zum Mord, der aus Franks Innerem kommt und im Laufe des Films zusehends psychologisiert wird. Dessen Hintergrund ist weder sonderlich tiefgründig noch kreativ, erschreckt letztlich aber in ihrer geradlinigen Intensität. Verlassene U-Bahn-Stationen und ein mit Schaufensterpuppen ausstaffiertes Zimmer werden zur bildlichen Entsprechung seines zerrütteten Geistes.

Die technischen Schnitzer und amateurhaften Dialoge verstärken dabei nur die rohe und ungeschliffene Atmosphäre des Films. Auch eine Geschichte erzählt Maniac nur bedingt. Vielmehr bildet er einzelne Episoden aus Franks blutigem Alltag ab, sprunghaft und ohne Zusammenhang. Die hervorragenden Effekte tragen zur beklemmenden Wirkung bei, ebenso wie die freie Kameraführung. Den getriebenen Mörder und seine zwiespältige Haltung verkörpert Spinell auf manische Weise, was manchmal erschreckender als die gewalttätigen Höhepunkte ist, die Maniac entgegen der Erwartung keinesfalls voyeuristisch ausschlachtet. Mehr als einmal blendet Lustig im entscheidenden Moment ab und überlässt das blutige Ende dem Kopf des Zuschauers. Dort werden auch die markanten Momente des Films noch länger verweilen.

Fazit

In seinen Gewaltspitzen unverkennbar vom italienischen Giallo beeinflusst, zeichnet „Maniac“ ein reißerisches, aber dafür umso wirkungsvolleres Bild eines schizophrenen Serienmörders. Aufs Wesentliche reduziert liefert Regisseur William Lustig einen immersiven Slasherfilm, der seine treibende Energie vor allem aus seiner anrüchig dichten Atmosphäre zieht.

Autor: Dominic Hochholzer

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