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Inhalt

Mit seiner Freundin lebt der aus Österreich stammende Bauingenieur Michael in Berlin. Schon seit Jahren hat er kaum Kontakt zu seinem 14-jährigen Sohn Luis. Als Michaels Vater stirbt, reisen die beiden dennoch gemeinsam zum Begräbnis in die Einsamkeit des nördlichen Norwegens. Im abgelegenen Haus des Verstorbenen beginnt Michael, dessen persönliche Gegenstände zu verpacken – wortlos beobachtet von seinem Sohn. Zwei einander fremde Menschen, gefangen in einer intimen Situation. Nach der Trauerfeier überrascht Michael Luis mit dem Vorschlag, noch ein paar Tage in der Region zu verbringen. Es beginnt ein Roadmovie und eine Reise in eine Vergangenheit, die es nicht gab. Das Zusammensein gestaltet sich schwieriger als erwartet. Weil man nie einen Alltag zusammen hatte, bleibt der tägliche Umgang ungewohnt: Michael überspielt die Situation, bei Luis zeigt sich, wie verletzt er ist. Die jahrelange Abwesenheit seines Vaters steht wie eine Wand zwischen den beiden. Im Auto herrscht die Stille vor dem Sturm.

Kritik

Auf Filmfestivals gibt es diese seltsamen Zufälle im Vorführungsplan, wenn ein guter Film wie die Entschädigung für den schlechten davor erscheint. Der Regisseur und Drehbuchautor eines solchen Kinozolls zu Sally Potters genialer Party war heute auf der Berlinale Thomas Arslan. Er ist seit seinem Spielfilmdebüt Mach die Musik leiser oft gesehener Gast. Womöglich deshalb stecken in seinen Filmen ulkige Bezüge zum Hauptpreis, als solle die Macht der den in Reichweite rücken. Das misslang 2013 mit Gold, trotz unfreiwillig todkomischer Szene mit zuschnappender Bärenfalle. Heuer gab es zu dem historischen Ensemble-Western das dramaturgische Gegenkonzept. 

Ein Vater-Sohn-Drama in der norwegischen Einöde, das sich ganz auf das Hauptcharakter-Duo konzentriert. Bauingenieur Michael (Georg Friedrich) erläutert in einer plumpen Exposition, dass sein einsiedlerischer Vater gestorben ist. Nebenher stellt er im Streit mit Partnerin Leyla (Marie Leuenberger) seine Arschlochqualitäten unter Beweis. Die Sympathien verteilt die Inszenierung trotzdem auf den passiv-aggressiven Michael. Opas Abtreten erinnert Michael an den eigenen entfremdete Filius. Warum nicht das Notwendige mit dem Nützlichen verbinden und aus der Wohnungsauflösung in Norwegen eine Campingtour machen? 

So einen markigen Männertrip, an dessen Ende eine innige, aber durchweg männliche Umarmung folgt? Der 14-jährige Luis (Tristan Göbel) findet das Unterfangen erst voll ätzend. „Versuch's doch einfach zu genießen“, rät Papa. „Was gibt’s denn daran zu genießen?“, fragt Luis. Auf cineastischer Ebene nichts. Eine junge Einheimische mit Lordi auf dem Handy hebt Luis Laune, Papas Aktionen dämpfen sie. Selbstverräterische Dialoge („Du redest Blödsinn … Ich habe gesagt, dass du Scheiße redest“), unterentwickelte Figuren, deren Allerweltskonflikte nie berühren können, eine pseudo-künstlerische Endloskamerafahrt durch die titelgebenden Hellen Nächte. Die bereiten Michael Einschlafprobleme. Das Publikum nicht.

Fazit

Der anstrengende Protagonist des entwicklungsfreien Dramas sagt es selbst: „Nein, es gibt keine Bären. Dann hast du was Falsches gelesen. Im Norden von Norwegen gibt es keine Bären“ Er selbst sei ja nicht scharf auf lange Trips in die Wildnis mit Campen und so, kommentiert Arslan. Ist nach diesem Filmerlebnis keiner.

Autor: Lida Bach

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