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Inhalt

In Haddonfield ist wieder Halloween. Vor 32 Jahren brachte der sechsjährige Michael Myers hier auf bestialische Weise seine Schwester um und wurde danach für alle Zeit im Sanatorium für kriminelle Geisteskranke interniert – bis er seinen Bewachern entkam. Sukzessiv löschte er seine ganze Familie aus, bis nur noch seine neunjährige Nichte Jamie übrig war. Vor sechs Jahren kehrte Michael nach Haddonfield zurück, um seine letzte lebende Verwandte zu finden und zu töten. Als man ihn endlich fassen konnte, wurde er von einem geheimnisvollen Fremden aus dem Gefängnis befreit. Danach verschwanden Jamie und er – wie vom Erdboden verschluckt. Im ehemaligen Haus der Familie Myers lebt jetzt Kara Strode mit ihren Eltern und ihrem kleinen Sohn Danny. Seltsame Ereignisse beginnen Kara zu beunruhigen. Danny hat nachts schlimme Alpträume. Er hört Stimmen, die ihm befehlen zu töten. Dieselben Stimmen, die der kleine Michael damals gehört hatte...

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Eine absolut kuriose Seherfahrung zwängt Halloween VI – Der Fluch des Michael Myers seinem Publikum mutwillig auf. Eine aufgrund ihrer umgreifenden Unzumutbarkeit fast schon reizvolle Kuriosität, wäre diese nunmehr sechste Ausformung des einst von John Carpenter (Das Ding aus einer anderen Welt) mit Halloween - Die Nacht des Grauens so meisterhaft initiierten Franchise nicht ausgerechnet dem großen, leider immer wieder übergangenen Donald Pleasence (Tunnel der lebenden Leichen) gewidmet. Da wird es dann doch überaus geschmacklos. Um die Umstände dieser rigorosen Unverschämtheit allerdings verstehen zu können, muss man sich dem Kontext der Produktion bewusst werden, in dem Halloween VI – Der Fluch des Michael Myers entstanden ist: Ganze sechs Jahre wurde es um Halloween still, und das ausgerechnet nachdem Halloween 5 – Die Rache des Michael Myers mit einem stattlichen Cliffhanger  sein Ende gefunden hat.

Die Dreharbeiten erwiesen sich indes als Fiasko, starb Donald Pleasence doch vor der Fertigstellung des Films, was erst zu Diskussionen darüber führte, das Projekt komplett einzustampfen, um es aus finanziellen Gründen dann aber doch weiterzuverfolgen. Das Drehbuch wurde anschließend zu großen Teilen umgeschrieben und auf das Material, in dem Pleasence noch zur Verfügung stand, zugeschnitten. Und das merkt man Halloween VI – Der Fluch des Michael Myers in nahezu jeder Minute seiner je nach Schnittfassung ausfallenden Laufzeit an. Regisseur Joe Chappelle (Phantoms), für den dieser Film eigentlich ein reinrassiger Karriere-Killer hätte sein müssen, der in Zukunft aber einige Folgen von The Wire inszenieren durfte, trägt an diesem Debakel vermutlich noch die geringste Schuld, besaß Halloween VI – Der Fluch des Michael Myers eingangs doch durchaus eine Vision (ausgehend vom Finale des Vorgängers).

Nur konnte diese Vision aus erwähnten Bedingungen niemals ihren Weg an das Tageslicht finden. Stattdessen ist Halloween VI – Der Fluch des Michael Myers nur eine in allen Belangen wirre wie abstruse Franchise-Totgeburt, die in ihrer erzählerischen Hilf- und Ziellosigkeit so wirkt, als habe sich ein Demenzkranker entscheidend an der Veröffentlichung dieses Filmes beteiligt: Keine Szene passt zu der vorherigen, die Figur des Michael Myers (George P. Wilbur) ist hier beinahe ein unbedeutender Nebenbuhler für eine sich in inkohärenten Fragmente wähnende Geschichte um das aus den Fängen eines nicht tiefer beleuchteten Sektenkults gerettete Baby. Michael scheint innerhalb dieses Kults eine Art Heiligkeit darzustellen und hatte sogar das Vergnügen, seine Nichte Jamie (J.C. Brand, Schatten der Wahrheit) zu besteigen, um die Saat des Bösen fortzupflanzen. Es bleibt in der Familie.

Na ja, nicht ganz, denn Michael und seine verquere Anhängerschaft haben ihre Rechnung ohne Tommy Doyle (ja, der kleine Junge aus dem ersten Teil!!) gemacht, für den Paul Rudd (Ant-Man and The Wasp) erste Schauspielerfahrungen sammeln durfte. Zum Glück ist das nicht auf lange Sicht in die Hose gegangen, denn wie soll man sich in einem Film beweisen, in dem schlussendlich nichts auch nur im Ansatz einen erkennbaren Sinn ergeben könnte? Halloween VI – Der Fluch des Michael Myers nimmt in seiner – sicherlich ungewollten, aber nun mal bestehenden – Zuschauerverachtung die Ausmaße einer Grabschändung an. Und das ist nicht nur eine schallende Ohrfeige für alle Fans der Reihe, sondern auch für die Angehörigen von Donald Pleasence, auf dessen Schultern dieses lausig zusammengeschusterte Machwerk abgeladen wurde. Muss man eigentlich verlachen, wenn es nicht so schmerzhaft traurig wäre.

Fazit

Ein Opfer seiner schicksalhaften Umstände. Die erklären das Endergebnis zwar, entschuldigen es aber nicht. "Halloween VI - Der Fluch des Michael Myers" ist eine Beleidigung für alle Anhänger der Reihe und ein echter Tiefschlag für den leider während der Dreharbeiten verstorbenen Donald Pleasence, auf dessen Schultern dieses ohne jeden künstlerischen Mehrwert abgelegte Flickenteppich von Franchise-Totgeburt abgelegt wurde. Der Tiefpunkt der Reihe, selbst der katastrophale "Halloween: Resurrection" ist da besser.

Autor: Pascal Reis

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