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Moskau während des Kalten Krieges: Gerüchte um ein angebliches Superhelden-Programm des Erzfeindes USA kann und will die sowjetische Führung nicht auf sich sitzen lassen. Durch gezielte Manipulation ihrer DNS-Stränge werden Ler, Arsus, Khan und Kseniya zur eigenen übermenschlichen und schlagkräftigen Verteidigungstruppe umfunktioniert.

Doch durch den Verfall der UdSSR und die Abkühlung des kalten Krieges werden die GUARDIANS nicht mehr benötigt und müssen untertauchen – bis eines Tages mit Kuratov ein neuer, würdiger Gegner auf den Plan tritt: Mit einer gigantischen Cyborgarmee legt er Moskau in Schutt und Asche und ist kurz davor, das ganze Land zu unterwerfen. Das Militär ist machtlos, aber die GUARDIANS sind es nicht!

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Kritik

The Avengers auf Russisch

Bereits 2016 erschien der erste Trailer zum russischen Superhelden Film Guardians und die Euphorie war groß. Handelt es sich hier um eine brauchbare Alternative zum Marvel Cinematic Universe? Erwartet uns sogar eine Art russischer Avengers? jedoch mussten wir noch über ein Jahr warten, bis Guardians endlich nach Deutschland kam. Jetzt ist es endlich soweit und nach dem langen Warten ist das Ergebnis ziemlich ernüchternd, gar enttäuschend.

Grund dafür sind aber keinesfalls die Ideen. Guardians sprüht nur so vor tollen Ansätzen: Helden werden hier nicht geboren, sondern geschaffen. Der kalte Krieg ließ den Russen keine andere Chance. Doch nachdem der kalte Krieg zu Ende ging, wurden die Übermenschen nicht mehr gebraucht und wurden ins Exil geschickt. Erst als Russland vor dem Abgrund steht, müssen sich die Guardians wieder zusammen finden, um einen übermächtigen Feind zu besiegen. Zwar sind die Fähigkeiten der Truppe nicht unbedingt neu, aber immerhin herrlich erfrischend. Absolutes Highlight hier natürlich der Werbär. Eigentlich möchte man alleine wegen der positiven Andersartigkeit den Film mögen. Doch warum funktioniert das, was auf dem Papier erst einmal interessant klingt, im Endeffekt doch nicht?

Wenn man möchte, kann man an Guardians so gut wie alles kritisieren. Sei es die schauspielerische Leistung oder auch die oberflächliche Geschichte. Doch sind das nur Kleinigkeiten, über die man bei einer solchen Art von Film gerne hinweg sehen kann. Schlimmer ist das, was aus dem sehr dünnen Drehbuch gemacht worden ist. Die Einführung der Figuren, wofür Marvel insgesamt 5 Filme benötigte, wird hier in 5 Minuten abgearbeitet. Der Zuschauer hat gar keine Zeit, sich mit den Helden auseinander zu setzen, gar mit ihnen zu sympathisieren.  Und dieses „Abarbeiten“ zieht sich durch den kompletten Film. Guardians ist eine Ansammlung von Klischees aus sämtlichen Superheldenfilmen, welche nach und nach irgendwie in den Film eingearbeitet werden sollen. So muss natürlich auch jeder der Helden eine tragische Vergangenheit vorweisen, welche selbstverständlich im Laufe des Filmes aufgearbeitet werden muss. Dies geschieht jedoch nicht schematisch, sondern wird in den unpassendsten Momenten des Filmes mal eben angerissen um direkt danach aber ad acta gelegt zu werden.

Alleine mit den Figuren ist der Film mit seiner knappen Laufzeit von ca. 90 Minuten komplett überfordert. Ähnlich verhält es sich mit der Story, welche scheinbar keinen roter Faden oder ein richtiges Konzept besitzt. Zu allem Überfluss muss nun auch noch ein Bösewicht, eine Liebesgeschichte und diverse Actionszenen eingearbeitet werden. Alles geht mehr oder weniger den Bach runter. Besonders ärgerlich ist dies bei den Actionsequenzen. Hier schwankt die Qualität der Szenen und der CGI Effekte von fantastisch bis furchtbar. Manches sieht so gut aus, dass man es mühelos Hollywood zuweisen möchte, wiederum anderes scheint in direkter Konkurrenz zu The Asylum zu stehen. Doch auch hier möchte man als Zuschauer fast schon ein Auge zudrücken. Bei einem Budget von nur  5 Millionen Dollar wurde schon sehr viel herausgeholt und zugegeben, die eine oder andere Actionszene ist durchaus spaßig und sehenswert.

Was Guardians allerdings endgültig das Genick bricht ist der sogenannte Humor. Was Russen komisch finden, wirkt für uns eher befremdlich, albern und unpassend. Unzählige schlechte Referenzen auf vergangene Marvel-Filme lassen den Zuschauer nur kopfschüttelnd zurück. Und auch die versteckte Kritik an Russland und dessen Regierung will nicht wirklich funktionieren und zieht Guardians umso mehr ins Lächerliche. Fraglich, ob es nur an der Übersetzung liegt, oder ob die Gags wirklich so schlecht geschrieben sind. Alles in allem ist Guardians also eine Mischung aus netten Ideen, ein paar ansehnliche Actionszenen und sehr viel  Murks. Ob eine geplante Fortsetzung sinnvoll ist, lassen wir an der Stelle mal dahin gestellt.

Fazit

"Guardians" ist so vollgepackt, dass es in mindestens 3 Filme gepasst hätte. Somit bleiben nur ein paar interessante und neue Ideen, welche sich allerdings zu keiner Zeit frei entfalten können. Die passablen Actionszenen werden durch die Dialoge und die teils unterirdischen CGI-Effekte immer wieder ins Lächerliche gezogen. Es war ein Versuch sich gegen das MCU durchzusetzen, jedoch ist dieser schlussendlich gescheitert.

Autor: Christian Kühnemann

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