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Eine kühne Idee, ein unglaubliches Abenteuer, ein riesiger Skandal und ein brutaler Absturz: Der Kleinkriminelle Kenny Wells giert nach Gold und nach dem großen Durchbruch. Als er auf den zwielichtigen Geologen Michael Acosta trifft, starten sie ein waghalsiges Abenteuer. In den unerforschten Tiefen des Dschungels von Indonesien machen sie sich auf die Suche nach Gold. Was sie dort finden versetzt die Börsenwelt in Aufruhr und bringt ihnen den erhofften Reichtum, doch was steckt wirklich dahinter...
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Kritik

Seit seinem Oscar-Triumph in 2013 ist es ein auf und ab mit unser aller Lieblings-Texaner Matthew McConaughey. Nach einer sehr beliebten ersten Staffel von True Detective, einer Nebenrolle in The Wolf of Wall Street und einer Hauptrolle in dem finanziell erfolgreichen Interstellar, folgte McConaughey seinem alten Muster von guten Leistungen in eher durchschnittlichen Filmen. The Sea of Trees und auch Free State of Jones waren nicht nur finanzielle Flops, sondern auch bei Kritikern wenig beliebt. Die Trailer zu seinem neuen Film Gold versprechen uns nun aber wieder einen McConaughey, wie wir ihn seit Dallas Buyers Club und True Detective nicht mehr gesehen haben. Einen, der sich seiner Rolle komplett hingibt - und sie versprechen nicht zu viel. Doch macht eine großartige Performance leider noch lange keinen guten Film.

Die Geschichte von Gold beruht auf wahren Begebenheiten und ist durchaus einer der interessanteren Aspekte des Films. Kenny Wells (Matthew McConaughey) trieb das von seinem Großvater gegründete Unternehmen Washoe Mining Corporation nach dem Tod seines Vaters in den Ruin. Außer seiner Freundin Kay (Brice Dallas Howard) steht niemand mehr hinter ihm. Wer will auch schon mit einem erfolglosen Säufer arbeiten? Vollkommen pleite und verzweifelt greift er nach einem letzten Strohhalm. Er versetzt den Schmuck seiner Freundin und reißt nach Jakatar um sich mit dem Geologen Mike Acosta (Edgar Ramirez) zu treffen, der durch seine "Ring-of-fire"-Theorie ein immenses Kupfervorkommen gefunden haben soll. Mit seiner Hilfe verspricht sich Kenny im Dschungel Indonesiens Gold zu finden und damit nicht nur seinen Ruf wiederherzustellen, sondern auch das Familienunternehmen wieder auf Kurs zu bringen. Nach einigen Rückschlägen machen er und Mike einen erfolgversprechenden Fund, der die Börsenwelt in Aufruhr versetzt. Doch was steckt hinter diesem Fund?

Neben der Geschichte ist McConaugheys Performance leider das einzige Qualitätsmerkmal des Films. Regisseur Stephen Gaghan, der den Drehbuch-Oscar für Traffic gewann, versteht sich zwar darin tolle Bilder zu präsentieren, doch leider sind diese nicht mit genügend Inhalt gefüllt. So wird die eigentlich interessante Geschichte in den zwei Stunden Laufzeit des Films sehr gestreckt. Dabei wird die Länge nicht mit Charakterentwicklungen oder dem simplen Fortlauf der Geschichte gefüllt, sondern mit einem ewigen hin und her, das zwar zu Beginn noch interessant ist, sich aber im Mittelteil sehr stark abnutzt. Dadurch ist man beim famosen Ende schon längst ausgestiegen.

Ähnlich problematisch wie der Umgang mit der Geschichte, ist auch der Umgang mit den Charakteren. Zwar spielt McConaughey seinen Kenny wirklich toll, doch leider ist er als Charakter ein totaler Unsympath. Er wirkt auf den Zuschauer eher erbärmlich als faszinierend. Dementsprechend ist man als Zuschauer auch nicht bereit, irgendwelche Emotionen in die Geschichte zu investieren. Erlebt Kenny einen Rückschlag ist das zwar z.T. überraschend, doch interessiert es uns nicht wirklich. Wir werden nicht Teil der Geschichte, sondern bleiben den ganzen Film hindurch passiver Zuschauer, der das ganze mit einer gewissen Distanz betrachtet. So etwas funktioniert vielleicht für eine Dokumentation, nicht aber für einen Spielfilm.

Um aber am deutlichsten zu sehen, was genau Gold fehlt, hilft ein Vergleich mit einem Film, der ein ähnliches Prinzip verfolgt – The Wolf of Wall Street (in dem McConaughey ironischerweise auch mitspielt). Scorsese versteht sich trotz seines hohen Alters darin, dem Film eine ungeheure, mitreißende Dynamik zu verleihen. Ob man den Film nun mag oder nicht, es ist nur schwer möglich, sich seiner Wirkung zu entziehen. Eine solche Dynamik fehlt Gold leider komplett. Er hat keinerlei interessante Ideen seine Geschichte zu präsentieren. Er zeigt Dinge im besten Fall so, wie sie passiert sind und fügt dem ganzen dabei nichts hinzu. Das reicht vielleicht für eine belanglose, 30 minütige Dokumentation, nicht aber für einen zwei stündigen Spielfilm. 

Fazit

"Gold" ist der beste Beweis dafür, dass eine gute Performance noch lange keinen guten Film macht. Zwar ist die Geschichte rund um McConaugheys Charakter sehr interessant, doch schafft es Regisseur Stephen Gaghan nicht, sie auch auf eine interessante Art und Weise zu erzählen.

Autor: Tobias Bangemann

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