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Inhalt

Fellini-Film aus dem Jahr 1980. Frauenheld Marcello Snàporaz (Marcello Mastroianni) trifft im Zug eine wunderschöne Frau, der er bis in ein Hotel folgt. Wie sich herausstellt, findet dort gerade ein Kongress von Feministinnen statt, für die Marcello ein gefundenes Fressen ist.
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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Marcello Snàporaz (Marcello Mastroianni, Roma) begegnet auf einer Zugfahrt einer schönen Frau, von der er sich direkt angezogen fühlt. Als er ihr nachstellt, kommt es zu einem erotischen Aufeinandertreffen: Die beiden küssen sich und wollen noch weiter gehen, als der namenlosen Dame plötzlich auffällt, dass sie den Zug verlassen muss. Wie verzaubert verfolgt Marcello sie und wird an einen eigenartigen Ort geführt. In der Stadt der Frauen, die einer feministischen Kommune gleicht, werden Kongresse abgehalten, in denen die weibliche Sexualität zelebriert wird, Theaterstücke aufgeführt, in denen Männer als triebgesteuerte Monster dargestellt werden und Kampfkurse gegeben, in denen den Frauen beigebracht wird, wie sie Männern am besten in die Weichteile treten. 

Frederico Fellini (Satyricon) selbst war der Ansicht, er hätte einen feministischen Film gedreht. Auf dem ersten Blick schreit die Konstruktion auch danach: Die Stadt der Frauen wird zur gegenteiligen Entsprechung des Patriarchats, in dem Männer gedemütigt, objektifiziert und benachteiligt werden.  Auch erscheinen die Frauen deutlich kultivierter als die meisten männlichen Rollen, die wie Marcello nicht so recht verstehen wollen, was um sie herum geschieht und die Sexualität der Frauen wird eher als erotisch dargestellt als die wilde und pubertäre Triebhaftigkeit der männlichen Charaktere. In der Tat ist nicht abzustreiten, dass Fellini hier eher mit den aktivistischen Damen sympathisiert, deren Aktionen stark denen der feministischen Aktivisten der vergangenen Jahrzehnte gleicht. Und dennoch zielt Stadt der Frauen auf etwas anderes, als nur auf eine reine Allegorie auf den Feminismus. 

Es ist zu beobachten, dass der Film bis auf wenige Ausnahmen wie Dr. Xavier Katzone (Ettore Manni, Silbersattel) vor allem ambivalente Charaktere und Strukturen zeichnet. So erkennt er, dass es unter den Feministinnen ebenso intelligente Aktivistinnen wie dümmliche Männerhasserinnen gibt und Marcello und die anderen Männer sich ihres sexistischen Verhaltens gar nicht recht bewusst werden können. Wie so oft bedient sich Fellini eines subjektiven, sich wundernden Blickes, der nicht versteht wie es soweit kommen konnte. Diesmal widmet sich dieser Blick dem Geschlechterkampf, der Mann und Frau als sich gänzlich fremde Wesen zeigt, die einander aufgrund gesellschaftlicher Missstände nicht verstehen können und wollen. Damit kritisiert er die beiden Extreme eines Diskurses, zeigt aber immer wieder auf, dass es Hoffnung gibt und verpasst es nicht, dem Feminismus seine Daseinsberichtigung einzuräumen.

Während des surrealen Trips, der wie üblich exzellent inszeniert ist, erfährt der Zuschauer viel über den männlichen Blick auf das weibliche Geschlecht. Teils durch Äußerungen der Männer selbst, teils auch durch Reflexionen der weiblichen Charaktere. Dadurch entsteht die Legitimation einer solchen Stadt der Frauen, die zwar oftmals über das Ziel hinausschießt, aber im Kern recht behält. Der Film erweist sich dabei keinesfalls als grimmig oder frustriert, sondern als amüsiert und selbstreflektiert. Fellini, der in Marcello nach eigener Aussage seine Entsprechung als ambivalenter Frauenliebhaber gefunden hat, ist es gelungen, eine brillante und vielschichtige Komödie zu inszenieren, deren Absurdität nicht nur eine ungemeine Sogkraft hat, sondern auch auf unsere Gesellschaft zutrifft. 

Fazit

"Stadt der Frauen" fühlt sich weitgehend wie ein Männeralptraum an, bei dem der männliche Blick auf das andere Geschlecht während eines surrealen Trips persifliert wird. Auf der anderen Seite nimmt Fellini den feministischen Aktivismus ernst, nicht ohne auch einen humoristisch-kritischen Blick auf blinden Männerhass zu werfen. Der Film ist weitblickend, exzellent inszeniert und darf sich ohne Weiteres als Meisterwerk bezeichnen lassen. 

Autor: Maximilian Knade

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