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Inhalt

Félicité ist eine stolze, unabhängige Frau, die als Sängerin in einer Bar in Kinshasa arbeitet. Wenn sie auf die Bühne geht, scheint sie die Welt und den Alltag um sich herum zu vergessen. Auch die Gäste lassen sich vom Rhythmus der melancholischen und kraftvollen Melodien anstecken. Als Félicités Sohn nach einem schweren Unfall im Krankenhaus liegt, versucht sie verzweifelt, das Geld für eine Operation aufzutreiben. Ein atemloser Streifzug durch ärmliche Straßen und durch wohlhabendere Bezirke der kongolesischen Hauptstadt beginnt. Tabu, einer der Stammgäste der Bar, der in jeder Hinsicht gern über die Stränge schlägt, will Félicité helfen. Nur widerwillig nimmt sie das Angebot an. Nach seiner Rückkehr aus dem Krankenhaus findet Félicités Sohn nicht in sein altes Leben zurück, doch ausgerechnet der Schwerenöter Tabu lockt ihn aus der Reserve.

Kritik

Für starke Frauen hege er eine gewisse Bewunderung, behauptet Alain Gomis. Zu Beginn seines vierten Spielfilms ist die Titelfigur eine solche Gestalt. Die selbstbewusste Sängerin steht jeden Abend in einer Kneipe in Kinshasa auf der Bühne. Im gespentischen Licht der chaotischen Metropole gibt sie den Ton an. Kein Kerl kommandiert sie herum, keiner belästigt sie. Für ihre Geschlechtsgenossinnen ist dieses Minimum an Respekt nicht selbstverständlich. Die ersten Worte des zerfahrenen Dramas stammen von einer Besucherin der Bar. Sie könne nicht länger bleiben, ihr Kerl würde sie dafür zusammenschlagen. Félicité (Véro Tshanda Beya) hat keinen Kerl. Doch das wird der Lauf des Schicksals ändern. 

In der Unabhängigkeit der vorgeblichen Heldin, die im Zuge des Handlungszerfalls immer mehr zur Randfigur schrumpft, sieht der französische Regisseur ihren entscheidenden Charakterfehler. Die Autarkie der jungen Mutter eines Teenager-Sohnes wird allseits kritisiert und parallel systematisch dekonstruiert. Ein Unglück, das ihr Leben aus der Bahn wirft, verwandelt die auswuchernde Story in eine läuternde Lektion. Danach ist sie auf dem rechten Weg und der führt in die Arme eines männlichen Beschützers. Tabu (Papi Mpaka) ist ein wirrköpfiger Trunkenbold, der in der Bar regelmäßig Unruhe stiftet. Er prügelt sich und stört mit theatralischer Prahlerei die Musiker, deren Rhythmus die Anfangsszenen vorantreibt. 

Als Retter in der Not scheint der unberechenbare Narr denkbar ungeeignet, doch dazu stilisiert ihn der von pathetischer Orchestermusik und mystischen Inkarnationen durchzogene Plot. Letzter beginnt mit einer Odyssee durch die Reichen- und Armenquartiere, wo Félicité das Geld für eine Operation ihres Sohnes aufzutreiben versucht. Erst wird ihr Stolz gebrochen, dann ihre Kompromisslosigkeit. Hilfe hat kaum jemand übrig, aber dafür tadelnde Worte: als alleinstehende Frau habe sie die ausweglose Lage provoziert. Der Name ihres Verehrers verweist auf den Bruch höherer Gesetze, die Gomis brutal restituiert – zum vermeintlichen Besten der Betroffenen.

Fazit

Die exzellente Hauptdarstellerin und der dynamische Soundtrack kämpfen vergebens gegen eine faserigen Erzählung. Deren archaisches Dogma steht in grellem Kontrast zu der experimentellen Inszenierung, die ebenso konfus wirkt wie die Titelfigur.

Autor: Lida Bach

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