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Im Jahr 2159 gibt es zwei Sorten von Menschen: die Superreichen, die auf einer makellosen, von Menschen gebauten Raumstation namens Elysium leben, und den Rest, der auf der überbevölkerten, heruntergewirtschafteten Erde haust. Die Menschen auf der Erde setzen alles daran, der hohen Kriminalitätsrate und der großen Armut, die auf dem Planeten herrscht, zu entkommen. Und sie benötigen dringend den hohen Standard medizinischer Versorgung, den es nur auf Elysium gibt. Doch einige Leute auf Elysium schrecken vor nichts zurück, um rigide Anti-Einwanderungsgesetze durchzusetzen und den luxuriösen Lebensstil ihrer Elite zu bewahren. Der einzige Mensch, der die Chance hat, so etwas wie Gleichberechtigung in diese beiden Welten zu bringen, ist Max, ein ganz normaler Mann, der verzweifelt versucht, nach Elysium zu gelangen. Während sein Leben an einem seidenen Faden hängt, übernimmt er widerwillig eine gefährliche Mission. Eine Mission, bei der er gegen Elysiums Ministerin Delacourt und ihre Hardliner-Truppen antreten muss. Doch falls er gewinnt, kann er nicht nur sein eigenes Leben retten, sondern auch das von Millionen Menschen auf der Erde.
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Kritik

Als Botschafter für den südafrikanischen Lebenswandel nach Abschaffung der Apartheid hatte der einstige Dokumentarfilmer Neill Blomkamp mit "District 9" schon für Furore gesorgt. Die Parabel von der Ghettoisierung von Außerirdischen findet auch in "Elysium" Anwendung, nur dieses Mal ohne Aliens, aber mit ähnlichen Voraussetzungen aufgebaut.

Auch in der technischen Machart sind viele Parallelen zu Blomkamps Erstlingswerk zu erkennen. Während das Debüt noch im Mockumentary-Stil gehalten wurde, schraubte der Regisseur angenehmerweise den Wackelanteil in seiner Kameraarbeit ordentlich zurück. Zwar wurden Actionsequenzen immer noch in diesem Stil eingefangen, doch weiß die Kamera auch endlich mal stillzuhalten. Trotz der Änderungen will "Elysium" mehr als Szenefilm denn als gelacktes "Oblivion"-Pendant anmuten, und hier liegt auch dessen große Stärke. Der Milieustudien-Stil scheint immer noch hervorragend durch und dürfte die Genrefans ansprechen, die mehr auf dreckige Settings als auf Putzlooks stehen - den sieht man in Teilen nur auf der Raumstation selbst. Da diese aber erst im Finale zur Hauptlocation wird, dominieren wie im Vorgänger erdige und staubige Farben den Look des Films.

So schafft es auch die Story, einen nachvollziehbaren Faden zu ziehen. Mit Max als Bezugsfigur ergreift Blomkamp eindeutig Partei (wie schon in seinem Debüt) und begleitet meist den Protagonisten bei seinem Versuch, Elysium zu erreichen. So zeigt der Hauptcharakter seine Motive, eine Hintergrundgeschichte und letztlich durch den Unfall auch eine plötzliche Motivation. Da passt auch Damons leichtes Spiel dazu, der sich sichtbar immer wieder am Riemen reißt, um sein Ziel zu erreichen, dabei sieht seine kybernetische Verbesserung wie ein umfunktionierter Kleiderständer aus. Leider bleibt im Umkehrschluss die Gegenpartei weitgehend blass.

Nun verstärkt es durchaus das Bild vom unerreichbaren Paradies, doch hätte der Antagonstin in Gestalt der Ministerin etwas mehr Profil gut getan, so ist sie einfach nur übellaunig und effektiv in ihren Entscheidungen, und da hilft auch nicht Jodie Fosters Bemühung nichts, der Figur durch ihr sichtlich gelungenes Acting mehr Kanten zu geben. Das gilt ebenso für ihre Schergen, allen voran Kruger (Sharlto Copley), die mit ein paar Dialogzeilen vielleicht noch ihre finalen Motivationen erklären, aber dann letztlich nur noch als billiger Versuch herhalten müssen, einen vorhersehbaren Storytwist einzuflechten. Einzig Williams Fichtners Kurzauftritt als Firmenboss kann hier noch positiv herausstechen. Also muss man sich als Filmfan doch wieder an die "Guten" wenden, so kann Alica Braga als Max´ Freundin doch noch eine gelungene Nebenfigur verkörpern.

Auch muss das Finale als zu banal, pathetisch und hastig bewertet werden. Da tut sich die Geschichte keinen Gefallen, erst so eindringlich wie möglich einen Bezug zum Zuschauer aufzubauen, um dann letztlich das Ende überhastet und überladen an den Mann zu bringen. Noch verstärkt wird der Eindruck von den ständigen Zeitlupensequenzen, um so Dramatik einzubauen, das wirkt aber eher wie brechstangenmäßig dahingeklatscht und im Timing etwas misslungen. So ist letztlich zu resümieren, dass der Abschluss einfach zu bemüht anmutet und dem gut gelungenen Rest die Show stehlen wollte. Wirklich schade, denn so bleibt Blomkamp ein bisschen hinter seinen Fähigkeiten zurück, die ihm in "District 9" so viel Lob eingebracht hatten.

Fazit

Wäre da nicht dieses vermaledeite Finale gewesen, wäre "Elysium" der ganze große Wurf geworden. Die geerdete SciFi-Version mit integriertem Klassenkampf ist eindeutig Blomkamps Metier, und er versteht es vorzüglich, die Slumwelt so einzufangen, dass der Zuschauer gerne mitleidet. Doch bleiben die Antagonisten so dermaßen blass und oberflächlich, dass der Thriller ein bisschen zu undifferenziert Partei ergreift und dabei noch zu viel Pathos aufträgt. Trotzdem ein sehr gelungenes Pendant für Fans, die die Rauhheit von "Mad Max" oder den Verschwörungsfaktor von "Oblivion" lieben.

Autor: Sascha Wuttke

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