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Frankreich 1943, zur Zeit der deutschen Besatzung. Jeden Abend begeistert der Gitarrist und Komponist Django Reinhardt mit seinem Gypsy Swing die Pariser Zuhörer, eine Musik voller Lebenslust und Witz. Während viele andere Sinti aus rassischen Motiven verfolgt und in Konzentrationslagern umgebracht werden, wiegt sich Django aufgrund seiner Popularität in Sicherheit. Bis ihn Vertreter des NS-Propagandaapparats auffordern, auf Tournee nach Deutschland zu gehen. Django Reinhardt weigert sich. Eine Pariser Verehrerin hilft ihm, seiner schwangeren Frau und seiner Mutter unterzutauchen und in ein Dorf in der Nähe der Schweizer Grenze zu gelangen. Hier trifft er auf Mitglieder seiner weitverzweigten Familie, die ebenfalls auf der Flucht sind. Als er mit Frau und Mutter über den Genfer See zu kommen versucht, sind ihm die Nazis dicht auf den Fersen.

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Kritik

Gehen wir ins Kino und träumen ein wenig!“ Wenn sogar der Titelcharakter einlädt, die herbe Realität seiner Biografie zu vergessen und sich braver Unterhaltung hinzugeben, kann daran nichts Schlechtes sein. Leider spricht diese Worte nicht Django Reinhardt, sondern bloß Schauspieler Reda Kateb, der nichts von der enigmatischen Aura des legendären Jazzmusikers einfängt. Visuelle Akkuratesse ist nicht alles in einer Inszenierung, auch psychologische Authentizität zählt. Das muss Debütregisseur Etienne Comar erst lernen. Sein Protagonist, dessen Person und Talent über die Jahrzehnte fast mythologische Züge angenommen haben, ist das hohle Zentrum eines orientierungslosen Films.

Der berühmte Namen im Titel dient nur als Publikumsköder einer biografischen Episoden. Deren Konturlosigkeit steht in bizarrem Kontrast zur Prägnanz der Persönlichkeiten, von denen sie zu erzählen vorgibt. Tatsächlich ist Comar an Nebenhandlungen interessierter als an denen Reinhardts. Der kommt mit seiner Sippe an der Schweizer Grenze nicht weiter, so wie der Plot nicht von der Stelle kommt. Django redet selten wie sein Western-Namensvetter und bleibt distanziert, als ließen ihn das Drama um ihn herum kalt. In den gediegenen Kulissen geht es ohnehin nicht um ihn, sondern, um Nazis, Eifersucht und Intrigen. 

Django hat eine Liaison mit der kühlen Louise (Cécile de France), obwohl er mit seiner temperamentvollen Naguine (Beata Palya) ein Kind erwartet. Zwei Geliebte wie Tag und Nacht - welcher Mann könnte sich da entscheiden? Zum Glück muss er das nicht, denn sie sind unerschütterliche Unterstützerinnen wie seine resolute Mutter Negros (grandios: Bim Bam Merstein). Weil sie seine Musik lieben oder ihn? Das erschließt sich nie. Dafür werden groteske Vorurteile über die enthemmende Wirkung des als „Negermusik“ verfemten Blues, der uniformhörige Faschisten in Swinger verwandeln, indirekt bestätigt. Und der Helden? Hat die lachhaftesten moralischen Motive, um nicht zum Nazi-Entertainer herabzusinken: „Sie haben meinen Affen getötet!

Fazit

Etienne Comars Regiedebüt ist kein Biopic, sondern gefälliges Geschichtskino. Statt eines Porträts des faszinierenden Musikers spreizt sich in gelackter Kulisse eine gekünstelte Kriegsromanze. Der geniale Bluesmusiker könnte ebenso gut ein x-beliebiger fiktionaler Charakter sein.

Autor: Lida Bach

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