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Dieses bescheuerte Herz! Daniel Meyer aus Hamburg ist 15 Jahre alt und schwer herzkrank. Niemand kann ihm sagen, wann er daran sterben wird. Als er den 34-jährigen Lars kennenlernt, bietet dieser ihm an, seine sehnlichsten Wünsche zu erfüllen. Am Ende haben die beiden eine Liste mit 25 Dingen, die Daniel unbedingt noch erleben möchte: "nach Berlin fahren, ein fremdes Mädchen küssen, sich verlieben, die besten Spaghetti Carbonara der Welt essen, Leute verarschen, eine Zigarette rauchen, ganz lange wach bleiben..."

Kritik

Nicht erst seit Ziemlich beste Freunde ist es ein beliebter Plotkern, dass eine Figur mit einem Handicap oder gefährlichen Erkrankung von jemand anderem, der meist auch dabei ist (s)einen Platz in der Welt zu finden, an der Hand genommen wird. Das Ergebnis soll meist komisch aber auch dramatisch und vor allem tränenreich sein. Alles wird romantisiert, alles wird zurechtgestutzt  und das Happy End winkt am Ende des Tunnels. Ein waschechter Crowdpleaser, der dafür sorgen soll, dass der Zuschauer mit einem guten Gefühl aus dem Kino kommt.

Tatsächlich lässt sich Dieses bescheuerte Herz all dies vorwerfen und es gibt wenig, was diese Vorwürfe entkräften könnten. Dennoch ist der Film von Regisseur (Mein Blind Date mit dem Leben) recht gelungen. Das liegt vornehmlich an der Tatsache, dass er sauber erzählt ist und klar zeigt, dass der schwer erkrankte Junge Daniel (Philip Schwarz) eben nicht nur mit einem Herzfehler zu kämpfen hat, sondern auch mit einer sozialen Entwicklungsstörung. Diese entstand klar daraus, dass seine Mutter (toll; Nadine Wrietz, Mara und der Feuerbringer) ihn seit der Geburt behütet wie eine Seifenblase, aber auch deshalb, weil er seit seinem fünften Lebensjahr eigentlich nur die mütterliche Wohnung, das Krankenhaus und die Tagesbetreuung des Kinderhospiz kennt.

Letztlich geht es in Dieses bescheuerte Herz darum, dass zwei Typen mit einer dysfunktionalen Entwicklung Aufeinandertreffen. Das wird vom Drehbuch gefällig und recht konventionell dargeboten. So bekommen wir als Zuschauer gleich zu Beginn serviert, wie Lars (, Willkommen bei den Hartmanns) seinen teuren Sportwagen im Pool seiner Vaters (Uwe Preuss, Der Nachtmahr) versenkt und wie dieser seinen Filius die Leviten liest. Natürlich erhält auch Lars seine Backstory, die verkommt allerdings zum generischen Abhaken alt bekannter Tropen. Auch wenn Dieses bescheuerte Herz auf einer wahren Begebenheit beruht, so hätte dem Film gerade bei der Charakterisierung von M'Bareks Figur etwas mehr Feinsinn und Feinschliff gut getan.

Aber am Ende des Tages funktioniert es. Die Geschichte zwischen dem todkranken Jungen und seinem nicht ganz freiwilligen Helfer aus reichem Haus erweist sich trotz aller Stereotypen, Feel-Good-Monströsitäten und Vereinfachungen als kurzweilig und sehr effektiv. Das ungleiche Duo wächst einem an Herz. Wirklich lange dort verweilt es allerdings nicht. Wenn der Abspann einsetzt und die Tränen im Augenwinkel anfangen zu trocknen verlässt der Film die Erinnerungen auch schon.

Fazit

„Dieses bescheuerte Herz“ ist ein biederer, verzuckerter, generischer Tränenzieher-Film. Eigentlich eine ganz furchtbare Sache. Dennoch besitzt er klare Stärken und zeigt zwischen all seiner Einfachheit doch auch klare Wahrheiten, die dem Drama dazu verhelfen, dass  es tatächlich berührt. Kein Großes Kino, aber als emotionaler Snack durchaus genehmbar.

Autor: Sebastian Groß

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