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Ein kleiner Lichtstreifen in Deutschlands dunkelster Zeit. München 1942. Eine Gruppe von fünf Studenten, unter ihnen die Geschwister Hans und Sophie Scholl, ruft mit Flugblättern, unterzeichnet mit "Die weiße Rose", zum Widerstand gegen Hitler auf. Unter Einsatz ihres Lebens bringen sie die Flugblätter auch in andere Städte. Nachts schreiben sie "Nieder mit Hitler" an die Hauswände. Während sich die Schlinge der Gestapo immer enger zieht, nehmen sie Kontakt zu anderen Gruppen und zu Widerstandskreisen in der Wehrmacht auf. Im Frühjahr 1943 schlägt die Gestapo zu. Der Volksgerichtshof unter Freisler hat das letzte Wort.

Kritik

1982 war er der erfolgreichste deutsche Kinofilm des Jahres und somit ist es nicht verwunderlich, dass es sich bei Michael Verhoevens Die weiße Rose um einen Film aus der Nazizeit handelt. Ohnehin gibt es der Titel längst vorweg, denn natürlich dreht sich alles um die bekannte Widerstandsgruppe Weiße Rose und ihre bekannteste Anhängerin Sophie Scholl. Ein erstaunlicherweise gar nicht so häufig (vergleicht man es etwa mit der Geschichte um Anne Frank) umgesetztes Thema, und dennoch hat man als Zuschauer bereits das Gefühl über alle Geschehnisse im Bilde zu sein. Regisseur Verhoeven verstärkt diesen Eindruck, indem er sich bei seiner Umsetzung eng an historische Fakten hält und den Film als historischen Tatsachenbericht aufzieht. Ein durchaus lobenswerter Ansatz, auch wenn die emotionale Tragweite der Geschichte dabei ein Stück weit auf der Strecke bleibt.

Fast schon dokumentarisch nähert sich der Regisseur seiner Geschichte. Auf historische Fakten und zeitgenössische Authentizität bedacht gelingt es ihm dabei durchaus ein atmosphärisch stimmiges Zeitkolorit zu entwerfen. Auch die Leistung der Darsteller (allen voran Lena Stolze als Sophie Scholl) verstärkt diesen Eindruck. Wer jedoch große Emotionen erwartet, der wird in Die weiße Rose zwangsläufig enttäuscht. Bewusst verzichtet der Film auf eine Dramatisierung und gibt sich dadurch etwas zu distanziert. Verhoeven erweckt den Eindruck als hätte er nichts mit dem Film zu tun und wolle lediglich ein Geschichtsbuch abfilmen. Zwangsläufig stellt sich auch die Frage warum der Film nicht gleich als Dokumentation realisiert wurde, so halbgar wie die dramatische Komponente des fertigen Werkes ausfällt.

Natürlich macht Verhoeven mit seinem Film auf wichtige Punkte aufmerksam. Die Notwendigkeit sich mit den politischen Aktivitäten seines Landes auseinanderzusetzen arbeitet ebenso heraus wie die Wichtigkeit von Widerstand und die Kritik an Mitläufer. All das liegt der historischen Begebenheit jedoch bereits von selbst zugrunde und so ist es eben nicht Verhoevens Verdienst diese Themen zu behandeln, sondern schlichtweg ein positiver Nebenaspekt, der beim Aufbereiten der Geschichte von selbst entsteht. Denn sonderlich politisch gibt sich Die weiße Rose nämlich nie. Natürlich weiß jeder normaldenkende Zuschauer warum die Organisation damals zum Protest gegen Hitlers Regime aufgerufen hat und dennoch hätte der Film die Motivation der Charaktere behandeln müssen. Aus dem Kontext gegriffen wirkt es sonst nämlich so, als ob die Studenten nur aufgrund des Protestes selbst protestieren. Das eigentliche Ziel gerät dabei jedoch aus den Augen und so verpasst es Verhoeven seinem Film eine wirkliche Aussage zu verleihen.

Fazit

Regisseur Michael Verhoeven scheitert letztlich an seiner eigenen Aspiration. Die Idee die Geschichte der Studentenbewegung Weiße Rose rund um die Geschwister Scholl als dokumentarischen Bericht ohne übertriebene Dramatisierung zu inszenieren erscheint durchaus logisch. Was final dabei herauskam schwankt jedoch zu sehr zwischen nüchternem Dokumentarfilm und halbgarem Drama um seine Zuschauer wirklich zu bewegen.

Autor: Dominic Hochholzer

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