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Inhalt

Lotte Reingers zauberhafter Scherenschnitt-Silhouettenfilm Die Abenteuer des Prinzen Achmed aus dem Jahre 1926 glänzt vor allem durch seine liebevolle Machart und gilt als einer der ersten abendfüllenden Animationsfilme der Filmgeschichte. Die Geschichte rund um den Prinzen Achmed greift Motive aus der Märchenwelt von Tausenundeine Nacht auf. Die Geschichte beginnt, als Achmed ein fliegendes Zauberpferd erhält und kurz darauf die schöne Pari Banu trifft – doch ihrem gemeinsamen Schicksal stehen Riesenschlangen, Dämonen und böse Zauberer im Weg.

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Gerade jüngeren Zuschauern fällt es oftmals schwer zu glauben, dass Deutschland zu den Anfängen der Filmkunst eine der wegweisenden und stilprägendsten Nationen war. Genrepioniere wie Fritz Lang (Metropolis) oder begnadete Techniker wie Friedrich Wilhelm Murnau (Der letzte Mann) gelten zurecht als Meister der Stummfilmzeit. Auch Lotte Reiniger (The Three Wishes) darf sich in diese illustre Runde einreihen, denn mit Die Abenteuer des Prinzen Achmed hat die damals gerade einmal 27-jährige den ersten respektive ältesten, noch erhaltenen, abendfüllenden Animationsfilm der Filmgeschichte geschaffen. Mit Hilfe der Silhouetten von Scherenschnitten entführt sie den Zuschauer in eine detailverliebte Welt, die angelehnt an Tausendundeine Nacht eine fantasievolle Märchengeschichte von wagemutigen Prinzen, hinterlistigen Magiern und spektakulären Abenteuern erzählt.

Mit ihrem Scherenschnittverfahren machte Lotte Reiniger die Not zur Tugend und noch heute übt die Technik ihren ganz eigenen Charme aus. In einer Zeit von aufwendiger 3D-Animation wirkt Die Abenteuer des Prinzen Achmed ebenso traumwandlerisch entrückt, wie der märchenhafte Kosmos, in dem der Film spielt. Dahinter steckt durchaus auch eine Idee von Minimalismus. Die Absicht, Kreativität und die eigene Fantasie als Teil des Films zu begreifen. Damit versetzt Reiniger den Zuschauer auch zurück in seine eigene Kindheit, in der Schatten an der Wand oftmals ausreichten, um ganze Fantasiewelten zu erschaffen. Es ist also durchaus eine naive Verzückung, die von diesem Film ausgeht. Ein wohliges Gefühl von Nostalgie, welches jedoch keinesfalls abgeschmackt wirkt, sondern seine Berührungspunkte vielmehr auf persönlicher Ebene sucht und findet.

Die Geschichte selbst gerät dabei zusehends in den Hintergrund, schließlich dürfte dieses im wahrsten Sinne des Wortes bunte Potpourri morgenländischer Erzählungen mehr als nur bekannt sein. Vielmehr lebt Die Abenteuer der PrinzenAchmed von seiner noch heute beeindruckenden Animationstechnik, welche die mittlerweile reichlich banale Märchengeschichte mit Dynamik anreichert. Oftmals rücken einzelne Handlungselemente in den Hintergrund, während es stattdessen gilt sich von der träumerischen Atmosphäre durch den Film tragen zu lassen. Es ist wahrlich kein Kunststück sich von den fantasievollen Bildern einsaugen zu lassen und die kompakte Laufzeit von gerade einmal 65 Minuten erleichtert gerade Stummfilmneulingen den Einstieg. Wer sich schon öfters vorgenommen hat, mal über seinen filmischen Tellerrand zu blicken, der bekommt mit Die Abenteuer des Prinzen Achmed eine Einladung auf dem Serviertablett.

Fazit

Pflichtprogramm für alle Zuschauer mit filmhistorischem Interesse. „Die Abenteuer des Prinzen Achmed“ gilt nicht nur als erster abendfüllender Animationsfilm der Filmgeschichte, sondern schafft es auch durch seine märchenhaft entrückten Scherenschnittanimationen noch heute zu begeistern. Lotte Reinigers Leidenschaft ist den träumerischen Bildern zu jeder Sekunde anzumerken und verwandelt die mittlerweile eher banale Märchengeschichte aus Tausendundeiner Nacht zu einem fantasievollen Spektakel.

Autor: Dominic Hochholzer

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