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Confirmation mit Kerry Washington, Wendell Pierce und Greg Kinnear in den Hauptrollen führt uns hinter die Kulissen der amerikanischen Politik: 1991 kommt es zum Eklat, als Clarence Thomas für das Oberste Bundesgericht nominiert wird, denn Anita Hill bezichtigt ihn der sexuellen Belästigung. Rick Famuyiwa (Dope) inszenierte das Drehbuch von Susannah Grant (Oscar-Kandidatin für Erin Brockovich) und zeigt einen Schlüsselmoment in der amerikanischen Kultur, der sich zum Wendepunkt der Gleichstellungspolitik im Kampf der Frauen für faire Behandlung am Arbeitsplatz und anderswo entwickelte.

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Kritik

Nach seinem Coming-of-Age-Erfolg Dope und noch vor seinem Einstieg ins Blockbuster-Fach mit The Flash inszenierte Regisseur für den amerikanischen Pay-TV-Sender HBO dieses auf wahren Begebenheiten beruhende Drama,dass einen politischen Fall aufrollt der Anfang der 1990er die US-Öffentlichkeit beschäftigte und zu einer landesweiten Diskussion zu den Themen Gleichberechtigung, Diversität und sexueller Belästigung führte. Dies hätte alles als pathetische Abhandlung der Ereignisse umgesetzt werden können, doch Famuyiwa bleibt stets sachlich, fokussiert und manchmal sogar etwas zu kühl.

Das passt alles in allem perfekt zu Geschichte, auch weil Famuyiwa und Drehbuchautorin Susannah Grant, (Oscar-nominiert für das Drehbuch von Erin Brockovich) konsequent versuchen sich nicht als Wahrheitsbringer aufzuspielen. Bis heute wurde nicht geklärt ob die Jura-Professorin Anita F. Hill oder der Richter Clarence Thomas die Unwahrheit sagten. Zwar lässt sich innerhalb des Films deutlich erkennen, dass Hill der Vorzug gewährt wird, letztlich verzichtet Confirmation aber darauf eine Partei das Recht der Wahrheit zu zusprechen.

Regisseur Famuyiwa geht es auch um mehr als Wahrheitsfindung. Es geht ihm vor allem um die Aufarbeitung der Ereignisse, die Amerika einst schockierten und einen internen, politischen Kampf auslöste, den Washington so nur selten erlebt. Die Abläufe im Hintergrund des Kongresses und des Weißen Haus werden sachlich, nüchtern und ohne Überspitzungen eingefangen. Das kann auf Dauer eintönig werden – auch wenn die Frage nach Rassismus eine ebenso gewichtige Rolle einnimmt – doch die Darsteller bügeln diesen Makel wieder weg, auch weil Confirmation seinen Zuschauern ganz nebenbei die Mechanismen der Macht erklärt, ohne die sture Haltung eines Oberlehrers einzunehmen.

Das Biedere des politischen Tauziehens wird dazu von den beiden Hauptfiguren ausgeglichen. Django Unchained-Darstellerin Kerry Washington darf als Anita F. Hill zeigen, wie diese Stück für Stück um ihre Würde und Reputation kämpft und vom aufgebauten Druck immer mehr in die Enge getrieben wird. Gleiches gilt für den Clarence Thomas (Wendell Pierce, The Wire). Dieser hat zwar eindeutig weniger Screentime, doch auch hier zeigen sich deutlich die Spuren der Anschuldigungen.

Confirmation wird durch seine Art des Erzählens gewiss sein Publikum spalten. Denn zum einen ist seine objektive, fast schon analysierende Art der Narration durchaus packend und informativ, andererseits bleiben die Figuren, trotz teils herausragender Schauspieler, fremd und unnahbar. Die HBO-Produktion ist eben der ehrenwerte wie ambitionierte Versuch die Ereignisse von einst so wiederzugeben, dass nicht die Personalie im Gedächtnis bleibt, sondern das Ergebnis der damaligen Diskussion. Für Freunde großer Gesten und Gefühlsstürmen ist das definitiv nicht geeignet.

Fazit

Sachliche Abhandlung der damaligen Ereignisse, die in den USA für einen politischen wie gesellschaftlichen Ruck sorgten. Regisseur Famuyiwa und Autorin Grant versuchen alle Parteien gleich zu behandeln, was ihnen größtenteils auch gut gelingt, genau wie es den Darstellern glückt eine tolle Performace abzuliefern, die die Kühle des Films immer wieder gekonnt aufbricht. Dennoch wird "Confirmation" wohl nur die wirklich erreichen, die das Thema interessiert und die bereit sind auf großangelegte  Unterhaltungsmechanismen zu verzichten.

Autor: Sebastian Groß

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