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Seit sein Vater wegen Finanzbetrügen in Milliardenhöhe verhaftete wurde, hat Harold keine ruhige Minute mehr. Gemeinsam mit seinen Freunden will er endlich mal den Kopf frei bekommen. Eine Nacht im Central Park mit Dope und Alkohol soll die Probleme wenigstens für ein paar Stunden betäuben. Allerdings sieht dies ein Unbekannter ganz anders, der im Schutz der Dunkelheit Jagd auf die Teenager macht.

Kritik

Mit seinem Regiedebut huldigt der Schauspieler und gebürtige Kanadier Justin Reinsilber (Keep the Lights On) nicht nur dem 80er-Jahre-Slasher-Film, sondern explizit auch seiner Wahlheimat New York. Im Opener fährt die Kamera über die Sykline Manhattans und blickt schließlich auf diese grüne Oase in einer der größten Metropolen der Welt: Der Central Park. Schauplatz und so was wie Hauptdarsteller, im weitesten Sinne sogar Mittäter in einem Horrorfilm alter Schule, der versucht klassischen Strukturen in einen zeitaktuellen Kontext zu setzen. Aber dafür fast schon ein wenig zu spät kommt. Vor gut 10 Jahren, im Angesicht der Wirtschaftskrise und ihrer Folgen, da scheint er eigentlich hinzugehören. Vielleicht durfte er jetzt erst das Licht der Welt erblicken, kann sich so ein Low-Budget-Film eines Newcomers halt nicht immer aussuchen.

Die Konstellation ist archetypisch für das US-Slasher-Kino, insbesondere aus dessen Blütezeit in den 80ern. Ein Sextett von Teenagern - den Drogen, dem Alkohol und der Fleischeslust alles andere als abgeneigt – will sich „abgeschieden“ von der Außenwelt eine entspannte Zeit machen und gerät ins Visier eines wahnsinnigen Killers, der sie einen nach dem anderen über den Jordan schickt. Liest sich wie die Inhaltsangabe jedes x-beliebigen Genre-Beitrags und grundsätzlich wird auch nichts anderes geboten. Setting, Rahmenbedingungen und rudimentär auch der Ansatz können als Wiedererkennungsmerkmal (aber nicht wie wohl erhofft als Alleinstellungsmerkmal) hervorgehoben werden. Der Film stürzt sich nicht sofort in einen Blutrausch, verwendet (für einen Genrefilm unter 90 Minuten) relativ viel Zeit für den Aufbau und die Einführung der Charaktere – was ihnen aber nicht zwangsläufig mehr Tiefe verleiht. Vielleicht etwas mehr Profil. Lediglich der New York-Stallgeruch wird ganz geschickt in den Vordergrund gerückt.

Der Film könnte unmöglich irgendwo anders spielen. Zu sehr ist er in seiner Stadt verankert und verwendet gezielt Details, die dies noch verstärken. Das erinnert angenehm an Werke wie Maniac, die auch nur im Big Apple richtig zuhause sind. Mal ganz abgesehen vom titelgebenden Central Park, der zu einem Schwarzen Loch, einer Parallelwelt inmitten eines eigentlich schlaflosen Giganten mutiert. So reizvoll und eigentlich faszinierend allein diese Idee ist, sie hat auch so ihre Macken. Auch wenn es mitten in der Nacht ist, wieso ist dieses riesige, sonst äußerst belebte Areal einer Stadt mit über 8 Millionen Einwohnern wie ausgestorben? New York nach Mitternacht, da werden die Bürgersteige hochgeklappt. Da ist ja in jedem Backwood-Thriller fast mehr Verkehr. 

Klar, es ist auch irgendwo der Gedanke, was wäre wenn…aber sollte man das dann nicht wenigstens irgendwie greifbarer, atmosphärisch „glaubwürdiger“ gestalten? Und wenn es „nur“ (das wäre wahrscheinlich die Idealvorstellung) durch eine der Realität entrückte, leicht surreale Vorgehensweise geschieht. Als wenn plötzlich die Welt da draußen ausgeblendet oder gar verschluckt wurde. Nur das Hier und Jetzt, der Park als auswegloses Labyrinth sind noch real. Dafür ist der Film aber viel zu konservativ und keinesfalls experimentierfreudig veranlagt. Möchte wohl gerne als leicht sozialkritischer Beitrag betrachtet werden, was die Motivation des Killers auch ohne jede Erklärung bereits von Anfang an viel zu deutlich unterstreicht und somit der möglichen Pointe mit einem gelangweilten Achselzucken pränatal die Luft rauslässt.

Fazit

Handwerklich in Ordnung, aber in keiner Weise bestechend oder gar spektakulär vorgetragen, verkommt das an sich spannende Vorhaben fast zur monotonen Hausaufgabe. Trotz roher Gewalt und einer gewollt stärkeren Bindung an die Figuren und ihre Hintergründe, sie wachsen einem dadurch nicht bedeutender ans Herz. Vieles soll hier wichtig sein, ist dafür aber zu einfach gedacht. Andersherum wird – zumindest beim Slasher – oft ein Schuh draus. Schlichte Kost, aber effektiv und mit kleinen, geschickten Nuancen versehen, dass man nicht nur Spaß dabei hat, sondern sich nachhaltig daran erinnert. „Central Park“ macht tatsächlich nie richtig Spaß. Wirkt sehr ernst, deutlich zu angestrengt, ohne dass es sich effektiv auszahlen würde. Verschwendete Energie. Kein Beleg für Talentlosigkeit, nur die Justierung ist sehr suboptimal.

Autor: Jacko Kunze

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