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Batman alias Bruce Wayne, jener überragende Streiter für Recht und Ordnung in Gotham City, fürchtet, dass selbst die Aktionen eines gottähnlichen Superhelden wie Superman außer Kontrolle geraten könnten, wenn er nicht ständig beaufsichtigt wird. Deshalb legt er sich jetzt mit dem meistverehrten modernen Retter in Metropolis an, während die Welt darüber streitet, welche Art Helden sie eigentlich braucht. Und da Batman und Superman nun einander bekämpfen, taucht unversehens eine neue Bedrohung auf, durch die die Menschheit in brisante Gefahren von ungeahnten Ausmaßen gerät.
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Kritik

Man sollte meinen, es gäbe irgendwann keinen guten Weg mehr Batmans Vorgeschichte zu erzählen. Jeder kennt sie schon, weil sie in jeder Iteration des Dunklen Ritters gezeigt oder zumindest oft erwähnt wird. Die Ermordung der Eltern, schrecklicher Verlust, der Fall in die Höhle mit Fledermäusen... Alles schon hundertmal gesehen. Die Eröffnungsszene von „Batman V Superman: Dawn of Justice“ zeigt uns genau das, aber trotzdem auf eine Art und Weise, die sehr schön und interessant anzusehen ist. Damit leistet der Film bereits in seiner Eröffnungsszene etwas recht Beeindruckendes. Noch dazu ist die Betonung von Bruce Waynes psychologischem Hintergrund ein gutes Sprungbrett für den Batman, den wir hier zu sehen bekommen: Ein älterer und tief geschädigter Mann, der von seinen Verlusten nicht nur angetrieben wird, sondern von ihnen besessen ist. Er ist in vielen Momenten ein irrationaler und extremistischer Psychopath und zwar bis zu einem Grad, der eine Menge Regeln der Figur verletzt. Ein vollkommen legitimer (und vor allem frischer) Ansatz, auch wenn er die Figur oft unsympathisch macht und deswegen vielen Fans sauer aufstoßen wird. Entsprechend werden einige Leute „Batfleck“ hassen, aber nicht aus schauspielerischen, sondern konzeptionellen Gründen. Zu Unrecht, da sich damit ein noch besserer Gegensatz zu Superman bildet und den Konflikt weiter verschärft.

Wer die Atmosphäre von„Man of Steel“ zu düster empfand und sich den optimistischen Ton eines „Superman (1978)“ gewünscht hat, wird auch hier nicht befriedigt werden. Im Gegenteil: Wir kriegen das Bild einer finsteren und schlechten Welt mit komplexen Problemen und gesellschaftlichen Kontroversen vermittelt. Das klingt nicht besonders spaßig und bis auf wenige Momente und Sprüche ist es das auch nicht. Genau in dieser Tonlage zeigt DC aber, was die Stärke seines Cinematic Universe sein könnte: Eine gewisse Ernsthaftigkeit und Schwere, die echte Konflikte verhandelt und einen Subtext hat. Etwas, was den in erster Linie bunten und witzigen Marvelfilmen vollkommen abgeht.

Auch schauspielerisch muss „Dawn of Justice“ keinen Vergleich mit anderen Superheldenfilmen scheuen. Ben Affleck macht seine Sache nämlich nicht nur in, sondern auch außerhalb des Fledermauskostüms ziemlich gut. Entgegen der Ablehnung, die der Idee von Affleck als Batman vorausging, liegt bei ihm nämlich eindeutig das schauspielerische Epizentrum des Films. Dicht gefolgt von Jesse Eisenbergs Lex Luthor. Dieser ist gelegentlich etwas zu übertrieben, aber auf eine verschlagene Art und Weise auch sehr bedrohlich. Seine Pläne sind ebenso größenwahnsinnig wie geschickt und bilden damit eine ganz gute Triebfeder für die Geschichte des Films. Auch Henry Cavill und Gal Gadot werden ihrer jeweiligen Rolle als übermächtige Superhelden gerecht, auch wenn das Drehbuch gerade für Wonder Woman nicht besonders viel hergibt. Im Kampf ist sie durchaus formidabel, aber im Grunde genommen gibt es für sie keinen echten Grund in dem Film zu sein - außer natürlich um die „Justice League“ anzudeuten. Das geschieht dann auch leider auf recht plumpe Art und Weise. Zu weiten Teilen hält „Batman V Superman“ eine gute Balance zwischen Verweisen und Verarbeitung bekannter Comics einerseits und Eigenkreationen andererseits, aber gerade in dem Bereich, der dem Film so offensichtlich am Herzen liegt – die Vorbereitung weiterer Filme – wird man ziemlich faul.

Leider muss man dasselbe über so einiges in der zweiten Hälfte des Films sagen. Besser als „Man of Steel“ ist „BVS“ auf jeden Fall, nur ist der Film oft so explizit darauf bedacht, Fehler seiner Vorgänger gut zu machen, dass es schon etwas albern wirkt. Wenn etwa der bombastische Kampf gegen Doomsday in der Innenstadt Gothams entbrennt, muss ein Statist (mehr als einmal) erwähnen, dass diese zum Glück so gut wie menschenleer sei. Glaubhaft ist das zwar nicht, aber nach dem Backflash über den Kollateralschaden in „Man of Steel“, will man die Zuschauer in dieser Hinsicht befrieden... Auch wenn genau diese Problematik eigentlich die thematische Grundlage für den Film bildet. Die absolute Nutzlosigkeit von Amy Adams Lois Lane wollte man dämpfen, indem man ihr eine eigene Plotline und einige Schlüsselszenen zuschusterte. Aus denen scheint jedoch mangelnde Motivation heraus und letztlich führen sie doch nur dazu, dass sie immer wieder als „holde Maid in Nöten“ gerettet werden muss. Und dann gibt es da noch einige Szenen, und das zu dramatischen Höhepunkten, die ziemlich platt geschrieben und kitschig bis zum Anschlag sind, was den Zuschauer immer wieder etwas aus der Bahn wirft.

Das sind die Unausgegorenheiten, die einem nach dem Film dann doch immer wieder die Stirn runzeln lassen und etwas unbefriedigend sind. Es ist allerdings schwer, diese klar zu fassen, wenn man gerade frisch aus dem Kino kommt. Denn zeitgleich mit den inhaltlichen Schwächen der zweiten Hälfte kommt auch eine Stunde nahezu ununterbrochener Action. Diese kommt in verschiedenen Geschmacksrichtungen (auf einer Skala von einem Schlag ins Gesicht bis zur Atombombe wird nichts ausgelassen) und ist so bombastisch, dass es einen sogar etwas ausgelaugt zurücklässt. Auch in dieser Hinsicht ist „Batman V Superman“ eine konsequente Fortführung und Steigerung seines Vorgängers – zum Guten wie zum Schlechten. Wer mit solch einem Feuerwerk nämlich nichts anfangen kann, der wird hier sicherlich irgendwann entnervt abschalten. Wer allerdings brachiales Blockbusterkino an den Grenzen der sinnlichen Belastbarkeit mag, sollte sich den (wiederholten) Kinobesuch auf gar keinen Fall entgehen lassen.

Fazit

„Batman V Superman“ fängt exzellent an und verfügt über viele Ansätze und Ideen, die ein DC Cinematic Universe sehr vielversprechend wirken lassen. Im späteren Verlauf fällt das Drehbuch jedoch immer weiter auseinander, ergibt sich Kitsch, unpassenden Albernheiten und dem Zwang möglichst schnell möglichst viel DCU aufzubauen. Zu dem Zeitpunkt wütet der beeindruckende Orkan aus Action und CGI allerdings schon auf voller Stärke, in der Hoffnung diese Fahrlässigkeiten zu übertönen. Was ihm aber nicht ganz gelingt. „Batman V Superman“ ist damit keineswegs furchtbar, wird aber Fans sicherlich spalten und einige auch enttäuschen.

Autor: Sören Jonsson

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