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Als Frankie (Adrien Brody aus „The Pianist“) nach zehn Jahren aus dem Gefängnis entlassen wird, steht er bereits tief in der Schuld von Ray (Tory Kittles; einer der Interviewer in „True Detective“) und Sugar (der Rapper Akon), die ihn über einen Großteil dieses Zeitraumes beschützt haben. Daher lässt er sich nur allzu leicht dazu überreden, an einem Bankraub mitzuwirken. Damit der Plan von Ray und Sugar jedoch funktionieren kann, muss er seinen jüngeren Bruder James (Hayden Christensen aus „Jumper“) ebenfalls vom Mitwirken überzeugen. Dieser versucht sich jedoch gerade ein neues Leben mit Emily (Jordana Brewster aus „The Fast and the Furious“) aufzubauen.

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Kritik

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Bereits nach wenigen Filmminuten wird dem geneigten Betrachter bewusst: Der russische Regisseur Sarik Andreasyan hat sich für sein Hollywood-Debüt viel vorgenommen. Michael-Mann-artige Kamerafahrten, leicht Tarantino-eske Dialogsequenzen, ein handlungstechnischer Vorgriff zum Spannungsaufbau und ein gestochen scharf eingefangenes Schaulaufen von Darstellern der Kategorie knapp-daneben-ist-auch-vorbei respektive eventuell-wird-aus-mir-doch-noch-ein-annehmbarer-B-Movie-Darsteller. In den, auf der Blu-ray von „American Heist“ enthaltenen Featurettes, werden gar die Titel „Heat“ und „Dog Day Afternoon“ mit dem Streifen in Verbindung gebracht. Leider ist das tatsächliche Endergebnis qualitativ weitaus ernüchternder ausgefallen, als bei dessen offensichtlichen Vorbildern. Dank Ascot Elite kann sich jeder DTV-Fan ab 08.09.2015 jedoch selbst ein Bild davon machen, wie sich Sarik Andreasyan einen spannenden Thriller klassischer Gangart vorstellt.

Der Mittelpunkt eines jeden guten Thrillers, egal ob im Action- oder im Psychobereich, ist dessen Story beziehungsweise deren kreative Aufbereitung. Dabei kann es sich bei dem hervorstechenden Merkmal sowohl um eine neuartige Anordnung der Handlungsstruktur („Memento“), einen gelungenen Schlusstwist („The Usual Suspects“), eine atemlose Inszenierung („Collateral“) oder einfach nur eine unglaubliche Grundidee („Oldboy“) handeln. Die Verantwortlichen von „American Heist“ begnügen sich jedoch lediglich damit, allzu bekannte Abläufe, Szenen und Dialoge zu kopieren und in ein optisches Korsett zu zwängen, das die Ansprüche der Post-2000er-Gesellschaft möglichst genau zu bedienen versucht. Spannung, Überraschungsmomente oder ein Funke Mut zur Andersartigkeit sind in dieser Fließbandproduktion nicht gefragt.

Regisseur Sarik Andreasyan inszeniert das wenig kohärente Drehbuch von Raul Inglis unfassbar elegisch und unspektakulär. Dabei versucht er die Spannungskurve über einen Großteil des Films ansteigen zu lassen und in einem knapp 15minütigen Finale zu entladen. Da jedoch weder die aufgesetzten Dialoge noch die (Papp-)Figurenkonstellationen zum Mitfiebern einladen, ist diese Mission von vornherein zum Scheitern verurteilt. Innerhalb der ersten 70 Minuten von „American Heist“ gibt es exakt zwei Szenen, die aus dem sonstigen Einerlei hervorstechen. Einerseits eine gut getimte Verfolgungsjagd und andererseits einen atmosphärischen Shot auf einem Friedhof. Zwar wartet „American Heist“ schlussendlich mit einem ausgesprochen brutalen Banküberfall auf, der dank einiger guter Actionszenen durchaus zu unterhalten weiß. Ehrlicherweise will dieses realitätsfremde Finale jedoch so gar nicht zum restlichen Handlungsablauf passen.

Auch darstellerisch bewegt sich „American Heist“ nicht gerade in hochwertigen Gefilden. Hayden Christensen bleibt über weite Strecken des Handlungsverlaufs hinweg blass und emotionslos, wobei es bezeichnend für die Qualität dieser Produktion ist, dass es sich bei seiner Leistung noch um den größten Lichtblick handelt. Adrien Brody, der vor gefühlten 100 Jahren einen Oscar gewonnen hat, mimt den Knastbruder so übertrieben lächerlich und unnachvollziehbar sprunghaft, dass es in den Augen schmerzt. Jordana Brewster spult ihre übliche Nebenrolle des Love-Objects ohne jegliche Ecken und Kanten ab. Die Auftritte von Tory Kittles und Akon beschränken sich auf farbiges Gangster-Posing im übelsten, klischeebehafteten Sinn.

Fazit

Das klassische Actionfilmthema eines Banküberfalls wird in „American Heist“ mit allerlei Familiendrama-Geschwätz, einer Prise (aufgesetzter) Sozialkritik und einer völlig an den Haaren herbei gezogenen Liebesgeschichte verbunden, ohne dabei auch nur einen Funken Eigenständigkeit zu versprühen. Ein bis zwei wirklich außerordentlich gut gelungene Einstellungen können diesen Film leider auch nicht davor bewahren, augenblicklich in der filmischen Bedeutungslosigkeit zu versinken.

Autor: Christoph Uitz

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