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Tupac Shakur, in der Musik Welt besser bekannt unter seinem Künstlernamen 2Pac, ist nicht nur einer der erfolgreichsten Vertreter des amerikanischen Gangster-Rap Genres, sondern auch eine der prägenden Stilikonen seiner Generation.

Doch was wissen wir wirklich vom Leben des Weltstars, der gerade einmal 25 Jahre alt wurde ?

All Eyes On Me erzählt die ungeschminkte Wahrheit über einen unvergleichlichen Künstler, Rebell und Playboy.

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Kritik

Biggie hat 2009 vorgelegt, N.W.A. legten 2015 nach und nun bekommt auch 2Pac seinen großen Auftritt auf der Leinwand spendiert. Pünktlich zum 46. Geburtstag verspricht All Eyez On Me, benannt nach dem gleichnamigen Album, endlich reinen Wein einzuschenken und die ganze Geschichte vom turbulenten Leben des Künstlers zu erzählen. Eine gewagte Prämisse, schließlich handelt es sich hierbei immer noch um einen Film, der in erster Linie unterhalten soll und nicht um eine Dokumentation, die stoisch und nüchtern die Fakten auf den Tisch legt.

Ein Blick auf die Autoren des Drehbuchs lässt einen leider direkt an besagter Prämisse zweifeln, denn das Team aus Jeremy Haft, Eddie Gonzalez  und Steven Bagatourian kann nicht gerade auf einen reichen Erfahrungsschatz zurückblicken. Tatsächlich dürfte der bisher größte Erfolg des Trios die gemeinsame Arbeit an einer Folge Empire darstellen. Dieser Mangel an Erfahrung spiegelt sich leider auch im Film wider, denn stilistisch und inszenatorisch hapert es an allen Ecken und Enden.

Die Probleme beginnen bereits bei der eigentlichen Rahmenhandlung. Diese spielt zunächst 1995 im Gefängnis, in dem 2Pac eine Strafe für sexuelle Belästigung absitzen musste. Im Rahmen eines Fernsehinterviews blickt der Künstler auf verschiedene Stationen seines Lebens zurück. Angefangen bei seiner Kindheit, den Umzug nach Kalifornien, über den ersten Kontakt zur Hip-Hop Szene, bis hin zu seinem großen Durchbruch. Was man dem Film wirklich zugutehalten muss, ist das er in dieser Zeit sehr authentisch wirkt. Seien es die schrecklichen Verhältnisse in den Ghettos Kaliforniens, in denen Drogenbosse zu den Idolen der Jugend avancierten, die Crack-Sucht seiner Mutter, oder seine Beziehung zu Jada Pinkett Smith. In diesen Segmenten präsentiert uns der Film einen einfühlsamen jungen Mann, der die emotionale Last seiner Seele in Songtexten verbaut, die weit mehr sind als platte Gangster-Attitüde. Selbstverständlich bekommt man besagte Songs auch musikalisch um die Ohren geblasen, wodurch die Szenen im Film nicht nur passend untermalt werden, sondern die Songs noch einmal einiges an Gewichtung gewinnen.

Die ersten inszenatorischen Probleme zeigen sich, sobald jenes Kapitel im Leben des Tupac Shakurs abgehandelt ist und wir uns ausgiebig mit seiner Zeit bei Death Row Records beschäftigen.

Nachdem der bisherige Film bereits eine klassische Spannungskurve aufgebaut hatte, die im Rahmen eines Interviews im Gefängnis auch sehr gut in das Konzept einer Biographie passte, fühlt sich das letzte drittel des Filmes eher wie ein warmer Aufguss an.

Generell ist der Film mit einer Laufzeit von 140 Minuten viel zu lang, gemessen an dem was er erzählen will. Während ständig neue Nebenstränge der Geschichte aufgeworfen werden, wie etwa sein Verhältnis mit Snoop Dog, seine Beziehung zu Kidada Jones, den Knebelvertrag mit Death Row Chef Suge Knight und etliche weitere, kommt man nicht umher die Struktur zu vermissen. Es fühlt sich schlicht und ergreifend so an, als hätte man hier zwei völlig unterschiedliche Drehbücher zusammen getackert. Statt einfühlsamer Biographie präsentiert sich der Film im letzten Drittel als plumpe Ansammlung von Klischees, die man in jeder x-beliebigen Gangster Rap Biographie bereits zu häufig gesehen hat.

Zuletzt noch ein paar Worte zum Ensemble. Während die Nebenrollen mit einigermaßen erfahrenen Schauspielern besetzt sind, die zwar nicht zur A-List der Branche gehören, ihren Job aber durch die Bank weg gut machen, wird die Hauptrolle von Neuling Demetrius Shipp Jr. verkörpert. Formulieren wir es mal freundlich: optisch passt er perfekt in die Rolle. Seine schauspielerische Leistung lässt hingegen etwas zu wünschen übrig. Gerade in den wirklich großen, emotionalen Momenten, wirkt Shipp etwas hölzern. Man merkt leider deutlich, dass er bisher noch keine große Erfahrung im Beruf sammeln konnte. Wäre der Rest des Films aus einem Guss, könnte man den ein oder anderen Fauxpas von Shipp getrost ignorieren, aber so reiht er sich ein in eine lange Liste von Fehlern, die den Genuss am Film trüben.

Fazit

"All Eyez On Me" hatte durchaus das Potenzial zu einer starken Biographie um das Leben eines der größten Musikidole des späten 20. Jahrhunderts. Dank eines schwachen Drehbuches und einem Hauptdarsteller, die nicht so recht zu überzeugen weiß, siedelt sich der Film jedoch leider im Kielwasser von Werken wie "Get Rich or Die Tryin" an. Hier wäre deutlich mehr drin gewesen.

Autor: Sebastian Pierchalla

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