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Jimmy Smith (Eminem), genannt Bunny Rabbit, lebt in einem ärmlichen Viertel in Detroit. Er schlägt sich mit einem schlecht bezahlten Job durch und muss noch der Trennung von seiner Freundin wieder bei seiner Mutter Stephanie (Kim Basinger) und deren arbeitlosem Freund wohnen. Ein möglicher Ausweg aus diesem trostlosen Leben wäre eine Karriere als Rapper, denn Jimmy hat Talent. Aber zum einen fehlt es ihm an Durchsetzungsvermögen, zum anderen hat er noch nichts dafür getan, noch nicht mal ein Demotape aufgenommen...
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Kritik

„I'm gonna turn around with a great smile, and walk my white ass back across 8 Mile.“

Der Weg war steinig, doch mit über 220 Millionen verkauften Tonträgern (Alben und Maxi-CDs) hat es Marshall Bruce Mathers III, besser bekannt als Eminem, geschafft, den Thorn des Raps zu erklimmen. Sicherlich, der Absatz sagt nichts über die eigentliche Qualität des Künstlers aus, und mit Sicherheit hat auch Eminem Phasen in seine Karriere vorzuweisen gehabt, die man als Anhänger des Mannes nur notdürftig als 'zufriedenstellend' bezeichnen konnte, aber: Der kommerzielle Status und das Können Eminems stehen in gesunder Relation zueinander. Eminem hat es sich verdient, Multimillionär zu sein – und er ist berechtigt, Lieder zu veröffentlichen, die den Titel Rap God tragen. Eben weil es schlicht und ergreifend nicht übertrieben ist. Ob Eminem aber imstande ist, außerhalb seines musikalischen Registers Bäume auszureißen, sollte 2002 geklärt werden.

In diesem Jahr nämlich kam 8 Mile in die Lichtspielhäuser. Der Film, so die Erwartungshaltung, der das so krisengebeutelte wie höhepunktreiche Leben von Eminem auf der großen Leinwand rekonstruieren wird. Diese Vermutung zu hegen, würde dem Werk des begnadeten Regisseurs Curtis Hanson (L.A. Confidential, Die WonderBoys) jedoch nicht gerecht werden – im Endeffekt würde es der filmischen Wirkung sogar ungemein abträglich wirken. 8 Mile nämlich muss man nicht als Biographie verstehen, sondern als ein ausgestanzter Einblick in das Dasein ein jungen Mannes (Eminem in de Rolle des fiktiven Jimmy „Rabbit“ Smith Jr.), in dessen Leben Rap eine beträchtliche Bedeutung trägt. Anstatt also eine autobiographische Geschichte im Spielfilmformat abzuliefern, startet 8 Mile mittendrin: Rabbit ist davor, sein erstes Battle in der lokalen Spelunke von Detroit anzutreten – und versagt.

8 Mile widmet sich nicht explizit einem Publikum, welches eine Affinität zur Rap-Musik pflegt oder Anhänger des prominenten Hauptdarstellers ist. Curtis Hanson hat vielmehr ein „musikalisches“ Sozialdrama in Szene gegossen, in dem der Wunsch nach Anerkennung und Absicherung zum Katalysator der Narration erhoben wird, drumherum aber der aufmerksame Blick des Regisseurs für ein wirklich einnehmendes Lokalkolorit sorgt. Und mit Sicherheit ist genau das die große Stärke, mit der sich 8 Mile auch über zehn Jahre nach seiner Uraufführung brüsten darf: Seine Authentizität. Die soziale Armut wirkt hier keinesfalls voyeuristischer Natur, sondern ist Teil einer veritablen Gegenwartsbestandaufnahme. Ohnehin vermeidet es 8 Mile darüber hinaus, Durchhalteparolen und eine blasierte Selbstbekräftigungsrhetorik zu bemühen und beschreibt den Werdegang eines Mannes, der für sein Leben lernt. Was er aber aus dieser Lektion macht, bleibt unbeantwortet.

Fazit

Wenngleich "8 Mile" kein Meisterwerk sein mag, ist dem großartigen Curtis Hanson immer noch ein beachtliches Sozialdrama geglückt, in dem nicht nur Eminem sein durchaus vorhandenes schauspielerisches Talent beweisen darf. "8 Mile" gelingt es auch weitestgehend, Erwartungen an herkömmliche Biopic-Schleuderware zu entsagen und baut dafür auf ein wirklich einnehmendes Lokalkolorit. Wenn gerappt wird, dann sind das wuchtige Augenblicke, schön ist jedoch, dass "8 Mile" auch darüber hinaus gelungene Attribute vorzuweisen hat.

Autor: Pascal Reis

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