Dokumentationen haben es im Kino sehr häufig extrem schwer, doch eine neue Produktion der Indie-Darlings A24 beweist gerade, dass auch dieses Genre ein großes Publikum erreichen kann. Am Startwochenende spielte ihr You Can See Everything rund 15 Millionen US-Dollar ein – und das in gerade einmal 855 Kinos! Damit landete der Titel auf Platz zwei der US-Kinocharts. Im Vorfeld waren lediglich sieben bis acht Millionen US-Dollar erwartet worden.
A24-Doku über Scammerin wird zum Publikumshit
Der dreistündige Film von Nathan Fielder und Primetime-Regisseur Lance Oppenheim beleuchtet den Aufstieg und Fall von Elizabeth Holmes, der Gründerin des einst gefeierten Bluttest-Unternehmens Theranos. Nach einer überraschenden Weltpremiere beim Telluride Film Festival entwickelte sich die Produktion durch positive Kritiken und Mundpropaganda zum Geheimtipp. Das Studio A24 soll den Film über drei Jahre hinweg für rund sieben Millionen Dollar produziert haben. Mehr als 2.000 Vorstellungen waren zum Start bereits ausverkauft.
Auch die Reaktionen des Publikums fallen bemerkenswert positiv aus: Laut Befragungen würden 90 Prozent der Kinogänger*innen den Film uneingeschränkt weiterempfehlen. Damit gelang You Can See Everything der erfolgreichste Kinostart einer Dokumentation seit Michael Moores Fahrenheit 9/11 aus dem Jahr 2004. Angesichts des vergleichsweise geringen Budgets könnte sich der Überraschungserfolg für A24 als besonders lukrativ erweisen. In den kommenden Wochen soll die Dokumentation in weiteren Kinos anlaufen. Für Deutschland ist aktuell noch kein Starttermin bekannt. Das dürfte sich aber hoffentlich bald ändern.
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