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IMDb-ID
tt0133093
TMDB-ID
TMDB: 603
Movie-ID
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Startdatum
Start: 21.09.2026 oder Start: 2026
Dauer
Dauer: 120 (Minuten)
Regie
Regie: Nolan
Drehbuch
Drehbuch: Nolan
Cast
Cast: Reeves

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Erwähnungen

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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

USA, Mitte der 2000er-Jahre. Chris Hansen (Robert Pattinson) ist das Gesicht von "To Catch A Predator", dem Reality-Format, das Pädophile mit Lockvögeln in eine Falle lockt und vor laufenden Kameras bloßstellt. Was als moralischer Kreuzzug beginnt, wird zur Machtmaschine: Der ehrgeizige Reporter, seine Producerin Andie (Merritt Wever) und der junge Schauspieler Dan (Skyler Gisondo) steigern den Druck - und den Erfolg - bis zur Obsession. Während Hansen zunehmend von dämonischen Visionen heimgesucht wird, führt die Jagd nach dem ultimativen "Wal" - einem prominenten Täter - das Team ins konservative Texas. Was dort geschieht, wird das Fernsehen für immer verändern.

Basierend auf einer wahren Geschichte rekonstruiert PRIMETIME den Skandal um das US-amerikanische TV-Format "To Catch a Predator", das 2006 weltweit Diskussionen über die Verantwortung journalistischer Berichterstattung und die Grenzen medialer Inszenierung auslöste.

Quelle: themoviedb.org

Kritik

Von 2004 bis 2007 lief die Reality-TV-Serie To Catch a Predator auf MSNBC. Schon damals sorgte das Format, in dem Moderator Chris Hansen potenzielle Sexualstraftäter in Chaträumen zu vermeintlich Minderjährigen lockte und dann vor laufender Kamera konfrontierte, für hohe Einschaltquoten und hitzige Diskussionen. Während die einen den gesellschaftlichen Nutzen lobten, kritisierten andere die sensationsheischende und manipulative Inszenierung.


Die Gier nach Aufmerksamkeit


Bei Lance Oppenheims (Spermworld) Primetime ist die Neigung schnell klar: In dieser stark überhöhten Variante der Geschehnisse geht es Hansen und seinem Team nicht um die Überführung von Straftätern und einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft. Im Kampf der Fernsehformate ist die reale Grundlage des Formats nur Boden, um möglichst viele Menschen zu schockieren und hohe Einschaltquoten zu generieren. Das Ziel steckt im Titel: Die Primetime. Gerade im Zeitalter von True Crime wirkt das auch heute noch sehr zeitgemäß. Was fasziniert uns so sehr am alltäglichen Grauen, das wir es als Unterhaltung nutzen? Wo endet Information und wo beginnt Voyeurismus?


Primetime gibt auf diese Fragen keine klaren Antworten. Stattdessen nutzt Lance Oppenheim seinen Film eher als laute Anklage an die manipulativen Kräfte der Medien und die Machtobsession hinter den Kulissen. Chris Hansen ist in diesem filmischen Wutschrei keine dreidimensionale Figur, sondern ein Bösewicht, ein besessener Narzisst, der sich selbst zum Kämpfer gegen das ultimative Böse stilisiert, während er rein nach Macht und Anerkennung strebt. Robert Pattinson (The Batman), der für diese Rolle vermutlich seine erste Oscarnominierung erhalten wird, passt sich dieser Tonalität an: Zwischen Genie und Wahnsinn spielt er seinen Hansen unheimlich theaterhaft, übergroß, eine menschliche Karikatur. Das macht in den besten Momenten Spaß, erreicht sowohl im Writing als auch Schauspiel aber nur selten dreidimensionale Tiefe. Wer sich von Primetime echte Erkenntnisse über das Innenleben der Figuren, gerade Chris Hansen, erwartet, wird eher enttäuscht. Kein Wunder, dass sich der echte Chris Hansen bereits negativ über diese Darstellung geäußert hat. 
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Viel Einfallsreichtum, wenig Emotion


Wenn es ein emotionales Herz in diesem Film gibt, dann am ehesten in Skyler Gisondos (Superman) Figur von Dan Plumb. Als einer der Decoys lockt er die potenziellen Straftäter an die Treffpunkte, bevor Chris Hansen sie mit möglichst viel Showmanship überführt. Der menschliche Verfall und innerliche Kampf, den Plump dabei zunehmend empfindet, gleicht am ehesten einer echten Cahrakterentwicklung  in diesem Film. Ansonsten bleibt das Menschliche weitgehend auf der Strecke.


Als Mediensatire funktioniert dieser übergroße und plakative Ansatz meist trotzdem gut, auch, weil Oppenheim weiß, einprägsame Bilder auf die Leinwand zu bringen, die Atmosphäre atmen. Irgendwo zwischen Lynch und Fincher zieht Primetime den Zuschauer tief in seine inszenatorisch intensive Abwärtsspirale. Voller Ansätze, formal beeindruckend und visionär eingefangen, verliert Primetime in seinem unbedingten Willen zur Überhöhung wichtige Nuancen aber zunehmend aus dem Blick.

Fazit

Wer an einer nuancierten und subtilen Herangehensweise an die fragwürdige TV-Show „To Catch a Predator" aus den 2000er Jahren interessiert ist, wird sie bei „Primetime" nicht finden. Dokumentarfilmer Lance Oppenheim inszeniert seine Version als überstilisierte Mediensatire, als plakativen Aufschrei gegen alles, was Medienproduktion auch heute noch fragwürdig macht. In der Mitte steht ein Robert Pattinson zwischen Genie und Wahnsinn, dessen Darstellung von Showmoderator Chris Hansen ein ums andere Mal die Grenzen des Albernen durchbricht. „Primetime" hat Vision, Einfallsreichtum und jede Menge Intensität, nahbare Menschlichkeit oder gar dreidimensionale Emotionen lässt der Film jedoch oft vermissen. 

Kritik: Thomas Söcker

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