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Harry Caine ist ein erblindeter Drehbuchautor, der bis zu dem Unfall, der ihm das Augenlicht raubte, unter seinem Namen, Mateo Blanco, Filme drehte. Nach dem Tod seines damaligen Produzenten Martel nimmt dessen Sohn Ray X Kontakt mit Harry auf und will ein Drehbuch von ihm, das Andenken des verabscheuten Vaters in den Schmutz ziehen soll. Caine erinnert sich zurück an die Zeit, als er für Martel den Film "Mädchen und Koffer" drehte und mit seiner Hauptdarstellerin Lena eine Affäre begann. Der Anfang einer komplizierten Tragödie, denn Lena war mit Martel liiert. Und der ist blind vor Eifersucht.
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Quelle: themoviedb.org

Kritik

War Pedro Almodóvar in seiner wilden Sturm-und-Drang-Phase von Anfang bis Mitte der 80er mehr das ungezähmt-rotzfreche Enfant terrible des spanischen Guerilla-Kinos, entwickelte er sich relativ schnell zum international anerkannten und gefeierten Künstler, der trotz seiner gesteigerten Klasse und dem inzwischen virtuosen Handwerk sich immer stets treu geblieben ist. Natürlich wurden seine Filme mit der Zeit reifer, weniger radikal und nicht mehr die euphorischen Früh-Werke eines von Kreativität und Angriffslaune beinah explodierenden Que(e)r-Kopfs. Seine Vita chronologisch zu verfolgen ist ungemein spannend, da man hier einen großartigen, einzigartigen Filmemacher beim Erwachsenwerden zusieht und trotzdem noch das „Kind“ darin wiedererkennt, bei dem man damals nicht sicher war ob es hochbegabt, hyperaktiv oder einfach nur völlig verrückt ist.

Bei seinem inzwischen 18. Kinofilm zitiert Pedro Almodóvar mal wieder viele seiner cineastischen Vorbilder - wirbelt die Genre-Klassifizierungen auf der Tanzfläche wild und dennoch brillant-geordnet durcheinander -, am deutlichsten jedoch sich selbst. Zerrissene Umarmungen wirkt wie eine Hommage an zahlreiche der Werke aus dem eigenen Stall, zwischen Das Gesetz der Begierde und Volver – Zurückkehren, seinem bis dahin letzten Film. Stand oft die autobiographisch-geprägt starke wie komplizierte Beziehung zwischen Söhnen und ihren Müttern im Fokus, scheinen diesmal die Väter an der Reihe. Gleich mehrere, Problem-behaftete Konstellationen zwischen Vätern und ihren Kindern scheinen essentiell wichtig für die Handlung, besitzen am Ende jedoch mehr die Funktion eines MacGuffin. Sie unterstützen den Plot, könnten aber grundsätzlich auch durch beliebige Details substituiert werden. Vielleicht auch ein Verweis von Almodóvar auf den MacGuffin-König Alfred Hitchcock, an den er im späteren Verlauf seiner Karriere immer mal wieder leicht erinnerte.

Auch Zerrissene Umarmungen besitzt echte Suspense-Qualitäten, obgleich er sich nicht ernsthaft als Thriller bezeichnen lässt. Zum Teil aber so erzählt wird. Mit dessen Methodiken sehr bewusst spielt; sie auslotet; den Zuschauer gekonnt fesselt, da dieser sich lange überhaupt nicht sicher sein kann, mit was er es hier genau zu tun bekommt. Die daraus entstehende Faszination ist allein schon bemerkenswert. Almodóvar’s größte Stärke war immer die Leidenschaft für seine Figuren und das hohe Maß an ihrer Authentizität, mochten es noch so schräge Vögel sein. Hinzu kam irgendwann die narrative Finesse, die besonders hier zum Tragen kommt. Denn die Geschichte per se ist gar nicht mal so außergewöhnlich. Originell nicht im Wesentlichen, aber fabelhaft in der Art und Weise ihrer Präsentation. Das Geschichtenerzählen – was ihn früher kaum interessierte – hat Pedro Almodóvar inzwischen nahezu perfektioniert. Da stört es auch nicht ernsthaft, dass er in seiner ausgiebigen Selbstreflektion manchmal zu sehr in die Richtung der Wiederholung geht. Es droht Standard zu werden, wenn auch auf einem exzellenten Niveau, weswegen es sich zu diesem Zeitpunkt darüber nicht wirklich zu echauffieren gilt. Mit seinem Folgewerk Die Haut, in der ich wohne ging er damit den exakt richtigen Schritt, nochmal eine gewagte Schippe drauf zu legen und sich selbst vielleicht nicht neu zu erfinden, aber höchstinteressant auszuweiten.

Fazit

Identitäts-Konflikte, komplizierte Beziehungen, Obsession & Leidenschaft, Liebe, Lust und Leid: „Zerrissene Umarmungen“ ist ein weiteres Glanzstück in der starken Biographie von Pedro Almodóvar, das sich in seiner mit den Jahren etablierten Qualität und den üblichen Themenkomplexen so vertraut anfühlt, es könnte fast langweilig werde. Fast, denn letztliches ist es nur ein rein hypothetischer Gedankengang, den Pedro Almodóvar mühelos wiederlegt. Allein dafür sei er umarmt.

Autor: Jacko Kunze

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